Niland-Geysir Wanderndes Schlammloch bedroht kalifornische Infrastruktur

Der kalifornische Niland-Geysir existiert seit Jahrzehnten, doch plötzlich hat sich das Schlammloch in Bewegung gesetzt – und gefährdet Highways, Bahnstrecken und Pipelines.
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An vielen Orten der Erde steigt heißer Schlamm aus dem Boden. (Foto: Wikipedia/Public Domain)
Schlammvulkan im Yellowstone-Nationalpark

An vielen Orten der Erde steigt heißer Schlamm aus dem Boden. (Foto: Wikipedia/Public Domain)

HeidelbergIm Jahr 1953 öffnete sich im kalifornischen Imperial Valley ein Loch: Der Niland-Geysir hatte begonnen, Schlamm zu spucken. Mehr als 50 Jahre blubberte das Schlammloch vor sich hin – doch ab 2007 kam Bewegung in die Sache: Seitdem wandert das Eruptionszentrum durch die Landschaft.

Zuerst bewegte sich der Geysir sehr langsam, aber seit Jahresbeginn hat er Fahrt aufgenommen. Im ersten Halbjahr legte er 18 Meter zurück, dann die gleiche Strecke nochmals in einem Tag. Seit seiner Entstehung hat er sich damit um 73 Meter bewegt.

Anfang November bedeckte sein Auswurfmaterial eine Fläche von über 2200 Quadratmetern; der Schlammteich war fünf Meter tief und 23 Meter breit. Zu allem Überfluss bedroht der Geysir mittlerweile den Highway 111, eine Güterzugstrecke von Union Pacific, eine Ölpipeline sowie Glasfaserkabel, weshalb die Behörden Gegenmaßnahmen ergreifen.

Riesiger Lava-Strom ergießt sich ins Meer
Lavastrom ergießt sich ins Meer
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Vom Vulkan Kilauea auf Hawaii fließt ein riesiger Lava-Strom ins Meer. (Foto: USGS)

Lava-Strom auf Hawaii
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Die Lava strömt aus einer Klippe in den Pazifischen Ozean, wie auf Bildern der Vulkanforschungsstelle der US Geological Survey zu sehen ist.

Mächtige Dampfwolken
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Wenn die glühende Lava auf das Wasser trifft, entstehen riesige Dampfwolken.

Spalt über dem Lava-Tunnel
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Sorgen bereitet den Wissenschaftlern allerdings ein Spalt, der sich über dem Lava-Tunnel befindet. (Foto: USGS)

Lava-Strom
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Der Spalt habe sich in den vergangenen Tagen vergrößert, sagte ein Geologe.

Einsturzgefahr
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Die Forscher sehen die Gefahr, dass die Klippe jederzeit einstürzen könnte.

Lava-Strom des Kilauea
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Auf der Inselgruppe Hawaii gibt es eine Reihe von Vulkanen. Unter ihnen gilt der Kilauea auf Big Island...

Bislang wurden laut dem Imperial County verschiedene Projekte begonnen, doch weder die Drainage von Wasser noch eine unterirdische Barriere aus Stahl, Beton und Geröll konnten den Niland-Geysir stoppen. Das Schlammloch wanderte einfach unter dem Sperrwerk hindurch und sprudelte jenseits davon unvermindert weiter.

Der Highway könnte deshalb bald gesperrt werden, während das Bahnunternehmen einen Teil der Züge umleitet und andere bloß mit reduzierter Geschwindigkeit passieren lässt. Auf Dauer könnte vielleicht nur eine Brücke Abhilfe schaffen, so ein Sprecher von Union Pacific, dem Betreiber der Linie.

Der Geysir befindet sich am südlichen Ende der San-Andreas-Verwerfung, an der sich die Pazifische und die Nordamerikanische Erdplatte gegeneinander verschieben. Entlang dieser Verwerfung kommt es immer wieder zu heftigen Erdbeben. Eines der schwersten traf im Jahr 1906 San Francisco, tötete mehr als 3000 Menschen und machte Hunderttausende obdachlos.

Die Aktivität des Niland-Geysirs kündigt jedoch nach Ansicht von Geologen kein Beben an und deutet auch nicht darauf hin, dass sich die Plattenbewegung beschleunigt hätte. Stattdessen steigt hier wohl Kohlendioxid aus tieferen Lagen auf, das bei früheren Erdbeben aus unterirdischen Reservoirs angezapft wurde. Beim Ausperlen reißt das Gas ein Gemisch aus Wasser und Sediment mit, das an der Oberfläche als Schlamm herausblubbert.

Darin gelöster Schwefelwasserstoff gast ebenfalls aus, was sich in der Umgebung als übelriechende, an faule Eier erinnernde Duftnote bemerkbar macht. Der Untergrund besteht hier aus Schlammstein und damit nur schwach verfestigtem Sediment, das nun bis in eine Tiefe von bis zu zwölf Metern sumpfig ist und darüberliegende Infrastruktur nicht mehr trägt.

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