Ölpest im Golf von Mexiko BP will es nicht allein gewesen sein

Der BP-Konzern hat seinen Untersuchungsbericht zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vorgelegt. Darin räumt das Unternehmen eigene Fehler ein, sieht jedoch auch eine Mitschuld bei anderen Firmen.
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BP will die Verantwortung für die Ölkatastrophe nicht allein tragen. Quelle: dpa

BP will die Verantwortung für die Ölkatastrophe nicht allein tragen.

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HB LONDON. Der britische BP-Konzern will nicht allein für die schwerste Ölkatastrophe der USA im Golf von Mexiko büßen und hat in einem internen Bericht auch Partnerunternehmen grobe Versäumnisse vorgeworfen. Laut der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung missachtete das mit der Bohrung beauftragte Subunternehmen Transocean Gefahrenzeichen.

Wegen mehrerer Fehler sei zu viel Gas in das System der Ölplattform „Deepwater Horizon“ geströmt, so dass es zu der Explosion am 20. April gekommen sei. Die Transocean-Mannschaft habe 40 Minuten lang den Ernst der Lage verkannt und nichts gegen das Problem unternommen, erklärte BP.

Dem Unternehmen Halliburton warf BP vor, das Bohrloch nur mangelhaft zementiert zu haben. Zugleich gestand der Konzern ein, dass eigene Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Transocean-Kollegen einen Sicherheitstest falsch interpretiert hätten, der das Risiko eines Unglücks hätte andeuten sollen. Das viel kritisierte Bohrloch selbst habe wahrscheinlich nicht zu dem Unfall beigetragen, hieß es in dem Bericht.

Transocean widersprach den Untersuchungsergebnissen. Der Bericht ignoriere das stark fehlerhafte Design des Bohrlochs, erklärte das Unternehmen in einer Erwiderung. Transocean warf BP vor, durch Kostensenkungen ein erhöhtes Unfallrisiko in Kauf genommen zu haben. Das Unternehmen kündigte an, eine eigene Untersuchung des Unglücks vorlegen zu wollen. Man warte noch auf entscheidende Daten von BP.

Der Untergang der „Deepwater Horizon“ hatte die größte Ölpest in der Geschichte der USA verursacht. Mitte Juli gelang es, das Bohrloch von oben mit Schlamm und Zement zu verschließen. Der nun vorgestellte Bericht wurde noch unter der Führung von BP-Chef Tony Hayward erstellt. Hayward soll zum 1. Oktober seine Aufgaben als Vorstandschef aufgeben. Nachfolger wird der US-Bürger Bob Dudley, der für BP den Einsatz im Golf von Mexiko leitete.

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