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Offshore-Anlagen Windparkbau vertreibt Fische

Eine Studie von Eon zeigt: Der Bau und Betrieb von Offshore-Anlagen können der Tierwelt schaden. Die größte Belastung der Natur stellt der Lärm beim Bau dar, der nach Ansicht der Autoren Fische temporär vertreiben kann. Auf der anderen Seite haben Windparks vor den Küsten auch positive Auswirkungen auf Tiere vor Ort.
  • Mathias Peer
2 Kommentare
Offshore-Windpark in der Nordsee: Der Lärm bei der Errichtung belastet die Natur. Quelle: Reuters

Offshore-Windpark in der Nordsee: Der Lärm bei der Errichtung belastet die Natur.

(Foto: Reuters)

KÖLN. Der Energiekonzern Eon räumt ein, dass der Bau und Betrieb von Windkraftparks auf hoher See zu Umweltschäden führen kann. Das Unternehmen hält sowohl kurzfristige als auch dauerhaft negative Auswirkungen für Meerestiere und Zugvögel für möglich. Das geht aus einer Studie von Eon Climate & Renewables und der Weltnaturschutzunion IUCN hervor, die Ende Juni veröffentlicht werden soll. Es handele sich um die erste umfassende Aufarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf diesem Gebiet.

Den Lärm beim Bau neuer Windräder sieht die Studie als größte Belastung für die Natur. "Das kann dazu führen, dass bestimmte Fischsorten aus dem entsprechenden Gebiet temporär vertrieben werden", sagt Sabrina Luitjens, Umweltschutzkoordinatorin von Eon Climate & Renewables und Mitautorin der Studie. Die Schallwellen könnten etwa das Verhalten von Delfinen und Robben in einem Radius von über 20 Kilometern beeinflussen, heißt es in dem Bericht. Eon habe die Zusammenhänge untersuchen lassen, um für das eigene Offshore-Geschäft mehr Sicherheit zu bekommen.

Auch positive Effekte

Eon betont: Windparks haben laut Studie auch positive Effekte. So ist Schleppnetzfischerei im Umfeld der Anlagen aus Sicherheitsgründen immer verboten. "Dadurch werden die Parks zu einem Rückzugsraum für Meerestiere", sagt Luitjens. Insgesamt überwögen dadurch die positiven Einflüsse.

Die Studie liefert jedoch auch Kritikern Munition: Durch die kurzfristige Vertreibung von Fischen seien Auswirkungen auf das Reproduktionsverhalten möglich, wenn Anlagen während der Laichzeiten gebaut werden. Außerdem könnten Offshore-Parks die Flugbahn von Zugvögeln stören und zum Verlust der Lebensräume von Meeresvögeln führen. "Die Ergebnisse zeigen, dass internationale Standards nötig sind, um Offshore-Anlagen umweltverträglich zu gestalten", sagt Luitjens. Auch technische Vorkehrungen, um Baulärm zu reduzieren, müssten ausgebaut werden.

Der Start des ersten Windparks in der Nordsee, den Eon, EWE und Vattenfall gemeinsam betreiben, war von Umweltschützern kritisiert worden. Sie forderten ein stärkeres Engagement der Unternehmen bei der Erforschung umweltschonender Bautechnik.

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2 Kommentare zu "Offshore-Anlagen: Windparkbau vertreibt Fische"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ach, hah ich nicht erst letzte Woche gelesen, daß Offshore-Windparks das Artenreichtum fördern und Fischpopulationen steigen weil in den Parks nicht gefischt werden kann ?

    Na, jede Lobby macht Studien, wie sie will.

  • Dass die Vibrationen und der Lärm die Merrestiere stören und schädigen, war sonnenklar. Da braucht es keine Studie, das weiß man ja schon von anderen Anlagen her seit langem.

    Die negativen Umwelteinflüsse von Windkraftanlagen werden bis heute massiv unterschätzt. Gut, dass man anfängt diese nun zu untersuchen.
    Das Schlimmste der Anlagen an Land ist der Höllenlärm. Damit werden Landstriche, die aufgrund ihrer Ruhe besonders schützenswert sind, vollkommen entwertet. Der Tourismus kommt zum Erliegen. Tiere wandern ab.

    Schade nur, dass unsere Steuerpolitik und Geldverschwendung bei der öffentlichen Hand dazu führt, dass viele Gemeinden sich durch die Gewerbesteuereinnahmen diese Umweltschädigungen und Auswirkungen auf den Tourismus "abkaufen" lassen. Die bürgermeister und Gemeinderäte denken da meist zu kurz.

    Lasst uns endlich mit vernünftigem Energiesparen beginnen. Durch technische Neuerungen und vernünftigem Umgang mit den Ressourcen. Es gibt kein grenzenloses Wachstum.