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Phlegräische Felder Europas Supervulkan regt sich wieder

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Die Gefahr ist real
Die gefährlichsten Vulkane der Welt
Schnee auf dem VesuvVesuv
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Vesuv (Italien)

Der Vesuv gilt heute als gefährlichster Berg der Welt. Diese zweifelhafte Ehre verdankt er unter anderem der Tatsache, dass bis zu drei Millionen Menschen in gefährlicher Nähe zu dem Vulkan leben. Aktuell gibt es wieder Grund zur Sorge. In der Gegend um Neapel hebt und senkt sich der Boden. Ursache ist eine riesige Magmakammer. Forscher befürchten einen Ausbruch. Welche Zerstörungskraft der Vesuv besitzt, wurde in einem der berühmtesten Vulkanausbrüche der Geschichte deutlich: Am 24. August des Jahres 79 überschüttete eine verheerende Eruption die Orte Pompeji, Herculaneum, Stabiae und Oplontis mit Asche und heißem Gestein und tötete tausende Menschen. Seither hat der Vesuv immer wieder seine Gefährlichkeit unter Beweis gestellt, so im Jahr 1631, als beim schwersten Ausbruch seit dem Jahr 79 etwa 4.000 Menschen den Tod fanden. In größerem Umfang aktiv war der Vesuv zuletzt im Jahr 1944, seither herrscht trügerische Ruhe am Golf von Neapel. Eine Ruhe, die immer mehr Menschen in die gefährdete „rote Zone“ lockt: Allein in den letzten zwanzig Jahren entstanden hier 50.000 neue Häuser – obwohl dieses Gebiet im Fall eines Ausbruchs am stärksten von der Zerstörungskraft des Vulkans betroffen wäre.

(Foto: picture-alliance)
Folgenschwere Vulkanausbrüche - Pinatobu
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Pinatubo (Philippinen)

Der Name Pinatubo steht für einen der heftigsten Ausbrüche in der jüngeren Geschichte der Feuerberge – und für die bislang erfolgreichste Rettungsaktion im Vorfeld einer Vulkaneruption. Bis 1991 galt der Vulkan als erloschen. Als er sich Anfang 1991 erstmals seit mehr als 600 Jahren wieder regte, wurde vielen Einheimischen überhaupt erstmals klar, dass sie in der Nähe eines Vulkans lebten. In den folgenden Monaten verdichteten sich die Anzeichen für eine schwere Eruption. In Zusammenarbeit mit dem US Geological Survey entwickelte das philippinische Institut für Vulkanologie einen detaillierten Alarmplan, der in seiner letzten Phase die komplette Evakuierung der gefährdeten Region vorsah. Dank dieser Vorsorge konnten zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, ehe der Pinatubo am 15. Juni 1991 in einer gewaltigen Explosion ausbrach. Trotz aller Vorsorgemaßnahmen starben mehr als 800 Menschen, die Aschewolken des Vulkans sorgten weltweit für sinkende Temperaturen. Seit dem berühmten Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 hatte kein Vulkanausbruch eine derart massive Auswirkung auf das Weltklima wie der Pinatubo.

(Foto: dpa)
MERAPI ERUPTS
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Merapi (Indonesien)

Der Merapi auf der indonesischen Insel Java gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt. Er ist Teil des pazifischen Feuerrings, einer Kette aktiver Vulkane, die den Pazifischen Ozean umgibt. Die zähflüssige Lava des Merapi bildet oft sogenannte Lavadome aus, die wie ein Pfropfen den Abflusskanal des flüssigen Gesteins verstopfen. Bricht ein solcher Lavadom unter dem Druck des nachschiebenden Gesteins zusammen, werden extrem heiße Gas- und Gesteinswolken freigesetzt, die mit der Geschwindigkeit eines Rennwagens zu Tal schießen. Bei den großen Ausbrüchen des Merapi, die sich im Schnitt alle zehn bis fünfzehn Jahre ereignen, waren es vor allem diese sogenannten pyroklastischen Ströme, die zahlreiche Todesopfer forderten. Zuletzt aktiv war der Merapi 2006. Durch rechtzeitige Evakuierung einiger 10.000 Bewohner im Umkreis des Vulkans konnten Opfer vermieden werden, doch noch immer gilt in der Umgebung des Berges die höchste Alarmstufe.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 32567168 This June 30, 2011 photo shows Tony Wheeler, co-founder of Lonely Planet, at the crater rim of the very active Nyiragongo Volca
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Nyiragongo (Kongo)

Glutflüssige Lava gehört zu den spektakulärsten Begleiterscheinungen von Vulkanausbrüchen, normalerweise aber nicht zu den gefährlichsten. Denn das flüssige Gestein bewegt sich so langsam, dass Menschen den Glutströmen leicht ausweichen können. Nicht so am Nyiragongo im Kongo: Dort ist die Lava flüssig wie Wasser und bewegt sich mit der Geschwindigkeit von Sturzbächen zu Tal. Im Januar 2002 verwüsteten Lavamassen des Vulkans die Stadt Goma. Etwa 200 Menschen starben, als sich die 500 Grad heiße Masse in die Straßen ergoss. Ganze Stadtteile verschwanden unter einem Lavamantel, mehr als 100.000 Einwohner verloren ihre Häuser.

Im Bild steht Tony Wheeler, Mitbegründer von Lonely Planet, am Krater des Nyiragongo.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 7784031 Superheated ash and lava is visible inside the cone of the Soufriere Hills volcano, which has been active lately, as seen from O
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Soufriere Hills (Montserrat)

Die Einwohner der Karibikinsel Montserrat wurden von ihrem Feuerberg regelrecht in die Flucht geschlagen. Als der Vulkan nach einer langen Ruhephase 1995 ausbrach, zerstörten seine pyroklastischen Ströme die Inselhauptstadt Plymouth und vertrieben zwei Drittel der Bewohner von der Insel. Seit diesem Ausbruch ist der Vulkan aktiv und hat inzwischen die gesamte Südhälfte der Insel zerstört.

(Foto: ap)
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Unzen (Japan)

Der nahe der Stadt Shimbara gelegene Unzen ist für die bis heute schwerste geologische Katastrophe Japans verantwortlich: 1792 brach ein Teil der Bergflanke ab und rutsche ins Meer. Der dadurch ausgelöste Tsunami zerstörte Shimbara nahezu vollständig und forderte mehr als 15.000 Todesopfer. Anfang der 1990er-Jahre erwachte der Unzen erneut. Am 3. Juni 1991 kam es zu einer heftigen Eruption. Einer der pyroklastischen Ströme erreichte eine fünf Kilometer entfernte Gruppe von Wissenschaftlern und Journalisten und tötete mehr als 40 Menschen, darunter auch das französische Ehepaar Katia und Maurice Krafft, zwei der bekanntesten Vulkanforscher der Welt.

(Foto: USGS)
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Nevado del Ruiz (Kolumbien)

Es ist seine Höhe, die den Nevado del Ruiz so gefährlich macht. Mit fast 5.400 Metern ist er einer der höchsten Vulkane der Welt, weshalb sein Gipfel auch ganzjährig von einer 25 Quadratkilometer großen Schneekappe verhüllt wird. Kommt es zum Ausbruch, so schmelzen die Schneemassen und stürzen als tödliche Schlammlawinen zu Tal. So geschehen am 13. November 1985. Nur Stunden nach einem Ausbruch des Vulkans wurde die mehr als 40 Kilometer entfernt Stadt Armero von einer verheerenden Schlammlawine zerstört. Mehr als 22.000 Menschen fanden den Tod – die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Kolumbiens.

(Foto: USGS)

Unweit vom Hafen gibt es am Nachmittag Caffè und am Abend Cocktails mit Antipasti di Mare. Marina, die in Pozzuoli geboren ist, ist zu jung, um sich an die mehreren Tausend Beben und das Auf und Ab vor gut 35 Jahren zu erinnern, die Pozzuoli erschütterten. Zuhause sei aber oft davon gesprochen worden. „Mittlerweile ist es ruhig, es gibt nichts Besonderes am Leben hier“, sagt die 30-Jährige hinter der Bar.

„Wenn es unsicher wäre, wären die Häuser und die Menschen ja nicht hier“, sagt Christel Basler, die mit ihrem Mann Rochus aus Offenburg mit dem Cabrio nach Italien gereist ist. Auf dem Programm des Ehepaars stehen neben dem Vesuv auch die Phlegräischen Felder – mit den spektakulären Rauchsäulen längst eine Touristenattraktion.

Dem Geologen Isaia ist es wichtig, dass deutlich wird: Die Phlegräischen Felder sind keine abstrakte Gefahr, die Gefahr ist real. Er kramt erneut ein Satellitenbild aus seinem Rucksack. Bis auf kleine grüne Flecken und das Gebiet des Vesuvs ist die Karte übersät mit Gebäuden.

Die Phlegräischen Felder liegen nicht außerhalb von Neapel, die Großstadt steckt vielmehr mittendrin, sagt er immer wieder. Als er seinen Wagen durch den zähen Großstadtverkehr steuert, sagt er: „Wir fahren gerade mitten im Vulkan, können Sie sich das vorstellen?“

Das berühmte Fußballstadion des SSC Neapel, San Paolo, zieht vorbei, auch das ist auf dem Vulkan gebaut. Derzeit ist niemand in der Lage, einen Ausbruch vorherzusehen. „Was wir tun können ist, den Vulkan zu überwachen“, sagt Isaia. „Wir stecken in einem Schlamassel. Und das ist größer, als sonst irgendwo auf der Welt.“

  • dpa
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1 Kommentar zu "Phlegräische Felder: Europas Supervulkan regt sich wieder"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Meine Kenntnisse zum Vulkanismus und Geothermale Energie sind begrenzt.

    Was spräche denn dagegen die geothermale Energie dieses Supervulkans zu nutzen. Das mag vielleicht weniger wirtschaftlich sein als ein Kohlekraftwerk. Andererseits könnte man dem Supervulkan etwas Energie nehmen.

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