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Phlegräische Felder Europas Supervulkan regt sich wieder

Unter der Erdoberfläche am Golf von Neapel rumort ein riesiger Vulkan. Wann die Phlegräischen Felder ausbrechen, kann niemand genau vorhersagen. Eine Eruption würde nicht nur die unmittelbare Umgebung verheeren.
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Blick auf die Phlegräischen Felder bei Neapel. Direkt neben der italienischen Millionenstadt liegt ein Supervulkan. Quelle: dpa
Phlegräische Felder

Blick auf die Phlegräischen Felder bei Neapel. Direkt neben der italienischen Millionenstadt liegt ein Supervulkan.

(Foto: dpa)

Pozzuoli/Neapel Es ist so laut und stickig wie im Maschinenraum einer Fabrik. Roberto Isaia macht Fotos von einem grauen, schlickigen Tümpel direkt vor seinen Füßen, der aus den Tuff-Hügeln zu entspringen scheint und in dem es unaufhörlich blubbert.

Der Wind dreht. Der Geologe verschwindet an dem ohnehin hitzigen Tag ein paar Sekunden in der warmen Rauchsäule, die aus dem Vulkanfeld aufsteigt. Es riecht nach faulen Eiern, der Wasserdampf ist mit Schwefel und zahlreichen anderen Gasen versetzt.

In Pisciarelli, auf dem Weg von Neapel in die Küstenstadt Pozzuoli, wird greifbar, dass da etwas Gigantisches schlummert in den Tiefen der Erde. Anders als der Vesuv auf der anderen Seite der Großstadt am Golf, der als wohlgeformter Berg mit Krater der „Classico“ unter den Vulkanen ist, sind die Phlegräischen Felder (Campi Flegrei) unscheinbar.

Riesiger Lava-Strom ergießt sich ins Meer
Lavastrom ergießt sich ins Meer
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Vom Vulkan Kilauea auf Hawaii fließt ein riesiger Lava-Strom ins Meer. (Foto: USGS)

Lava-Strom auf Hawaii
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Die Lava strömt aus einer Klippe in den Pazifischen Ozean, wie auf Bildern der Vulkanforschungsstelle der US Geological Survey zu sehen ist.

(Foto: dpa)
Mächtige Dampfwolken
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Wenn die glühende Lava auf das Wasser trifft, entstehen riesige Dampfwolken.

(Foto: dpa)
Spalt über dem Lava-Tunnel
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Sorgen bereitet den Wissenschaftlern allerdings ein Spalt, der sich über dem Lava-Tunnel befindet. (Foto: USGS)

Lava-Strom
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Der Spalt habe sich in den vergangenen Tagen vergrößert, sagte ein Geologe.

(Foto: dpa)
Einsturzgefahr
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Die Forscher sehen die Gefahr, dass die Klippe jederzeit einstürzen könnte.

(Foto: AP)
Lava-Strom des Kilauea
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Auf der Inselgruppe Hawaii gibt es eine Reihe von Vulkanen. Unter ihnen gilt der Kilauea auf Big Island...

(Foto: dpa)

Das Gebiet, auf dem sie sich erstrecken, ist vergleichsweise flach und wirkt alles andere als bedrohlich. Erst Satellitenbilder machen die zahlreichen und zum Teil überlappenden Explosionskrater deutlich.

Das etwa 150 Quadratkilometer große Areal hat eine hohe vulkanische Aktivität – und bereitet Forschern derzeit mehr Sorgen als sein allzeit präsenter Nachbar, der die Bewohner täglich an den historischen Ausbruch im Jahr 79 erinnert, als die Städte Pompeji und Herculaneum unter einer dicken Schicht aus Asche und Gestein begraben wurden.

Problemkinder am Golf von Neapel

Warf der Vesuv damals etwa 4 Kubik-Kilometer Gestein und Lava aus, spuckten die Campi Flegrei vor 39.400 Jahren etwa 350 Kubik-Kilometer Material. Die Explosion muss seinerzeit enorm gewesen sein: Die Asche gelangte bis nach Zentralrussland und verteilte sich im ganzen östlichen Mittelmeerraum. Es war die größte vulkanische Eruption der letzten Hunderttausend Jahre in Europa.

Spätestens seit zahlreiche Medien eine Studie des University College London (UCL) und von Forschern aus Neapel aufgriffen, steht das Vulkanfeld als Hochsicherheitsrisiko mit Folgen für ganz Europa wieder im Blickfeld der Öffentlichkeit. „Eine Eruption der Phlegräischen Felder könnte näher sein, als gedacht“, heißt es. „Europas Supervulkan rumort“, titeln Zeitungen. „Ist ein schlafender Riese aufgewacht?“ fragen andere.

Im Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Neapel überwachen Isaia und seine Kollegen die Phlegräischen Felder 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Und nicht nur der Supervulkan interessiert die Wissenschaftler – auch die anderen Problemkinder des Golfs von Neapel werden beobachtet: der Vesuv und die Vulkaninsel Ischia.

Schaurig schöne Bilder von Rauchwolken und Lavaströmen

Im Vulkan-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie in Neapel werden die Vulkane Vesuv, Phlegräische Felder und Ischia überwacht. Quelle: dpa
Vulkanüberwachung am Monitor

Im Vulkan-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie in Neapel werden die Vulkane Vesuv, Phlegräische Felder und Ischia überwacht.

(Foto: dpa)

Wo alle Signale der einzelnen Messstationen zusammenlaufen, sieht es aus wie in einer Kommandozentrale: Alleine an einer Seite des Raumes sind 48 Bildschirme angebracht, die verschiedenste Graphen zeigen. Was für Laien unmöglich zu interpretieren ist, kann das Leben Hunderttausender Menschen retten.

Hier werden verschiedene Parameter visualisiert, die Aufschluss über die vulkanischen Systeme und ihre Veränderungen geben. Wie warm ist der Boden? Wie stark hebt und senkt sich die Erdoberfläche aufgrund der vulkanischen Aktivität? Aus welchen Gasen setzen sich die Rauchsäulen, sogenannte Fumarolen, wie in Pisciarelli zusammen?

Die Aktivität der Phlegräischen Felder ist zuletzt wieder gestiegen. Der Druck im Untergrund steigt, 2012 wurde die Alarmstufe auf Gelb angehoben: erhöhte Wachsamkeit. Denn nachdem es in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt ein starkes Auf und Ab begleitet von spürbaren Beben im Gebiet der Phlegräischen Feldern gab, steigt die Kurve seit einigen Jahren wieder nach oben. Die Erde wölbt sich auf.

Die unbekannte Seite der Berge
Alpamayo, Anden: Der schönste Gipfel der Erde
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Mit einer Höhe von 5947 Metern ist der Alpamayo in der peruanischen Cordillera Blanca nicht der höchste Berg Südamerikas oder gar der Welt – angesichts seines nahezu perfekten Trapezes aus Fels, Eis und Schnee aber sicherlich einer der schönsten Gipfel der Erde. Die Gletscher in diesem Teil der Anden sind allerdings gefährdet, denn steigende Temperaturen lassen sie hier wie in vielen Teilen der Erde schmelzen.

Für die Menschen an der trockenen peruanischen Küste hätte dies gravierende Folgen, denn das Eis bildet eines ihrer wichtigsten Trinkwasserreservoirs: Millionen Menschen hängen davon ab. Erstmals bezwungen wurde der Gipfel übrigens im Jahr 1957 durch eine deutsche Seilschaft. (Foto: dpa)

Mount Everest, Himalaja: Die höchste Müllkippe der Erde
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Natürlich ist der Mount Everest der höchste Berg der Erde – wenn man den Meeresspiegel als Basis nimmt: Mit 8848 Metern überragt er jeden anderen Gipfel. Alle Achttausender sind durch den Zusammenprall zwischen der Indischen und der Eurasischen Platte im Himalaja und dem angrenzenden Karakorum entstanden.

Heute ist der Mount Everest das Traumziel der meisten Bergsteigerinnen und Bergsteiger, was vor Ort mittlerweile eine ziemliche Umweltverschmutzung verursacht: Die Kletterer hinterlassen zu viele Abfälle und Exkremente. Kein Problem stellt diese Höhe übrigens für asiatische Streifengänse dar – sie wurden beim Überqueren des Himalajas schon in 9000 Meter Höhe gesichtet.

(Foto: dpa)
Chimborazo, Anden: Auch ein höchster Berg der Erde
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Der Chimborazo in Ecuador galt mit seinen 6310 Metern über dem Meeresspiegel bis Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich als der höchste Punkt der Welt – bis die Messungen von George Everest im Himalaja den Nachweis erbrachten, dass es im heutigen "Dach der Welt" im Himalaja gleich mehrere Gipfel jenseits der achttausend Meter gibt. Selbst in der Neuen Welt lief ihm der Vulkan Aconcagua in Argentinien mit 6962 Metern den Rang ab.

Doch der Chimborazo trug seinen Ruf dennoch zu Recht: An keinem Punkt der Erde ist die Distanz zwischen dem absoluten Erdmittelpunkt und dem Gipfelkreuz größer als hier. Denn der Blaue Planet ist keine perfekte Kugel, sondern ein unregelmäßig geformtes Geoid – er ist deshalb an den Polen flacher als am Äquator und gleicht auch sonst eher einer zerknautschten Kartoffel. Mit 6384,6 Kilometer Entfernung überragt der Vulkan Chimborazo deshalb bei dieser Betrachtungsweise den Mount Everest (6382,4 Kilometer) um mehr als zwei Kilometer. (Foto: dpa)

Annapurna, Himalaja: Der gefährlichste Berg der Erde
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Jeder dritte Bergsteiger bezahlt den Versuch der Besteigung mit dem Tod: Die Annapurna gilt als der gefährlichste Achttausender der Erde – bis 2012 starben von 191 Kletterern 61 am Berg. Vor allem der Aufstieg über die Südflanke gilt als eine der schwierigsten Kletterrouten weltweit.

Im Oktober 2014 kosteten schwere Schneestürme mindestens 39 Menschen am Massiv das Leben; es war eines der verheerendsten Trekkingunglücke in Nepal. Mit 8091 Metern über dem Meer ist Annapurna I Main der zehnthöchste Gipfel der Erde. Die Region rund um das Massiv steht wegen ihres Artenreichtums unter Naturschutz und bildet das größte Reservat Nepals. (Foto: Wikipedia/Arite/CC BY-SA 3.0)

Sierra Nevada de Santa Marta, Kolumbien: Gebirge mit bewegter Geschichte
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In weniger als 50 Kilometern geht es in Kolumbien von der heißen Karibikküste hinauf ins ewige Eis des Pico Cristóbal Colón, des höchsten Bergs Kolumbiens. Er ragt in der Sierra Nevada de Santa Marta empor, die ihrerseits das höchste Küstengebirge der Welt ist. Doch der Berg lag nicht immer an der Nordseite Südamerikas – er hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Plattentektonik ließ dieses Gesteinspaket während der letzten 170 Millionen Jahre über 2200 Kilometer aus dem heutigen Peru in den Nordosten Kolumbiens driften.

Auf diesem Weg hat sich die Sierra Nevada de Santa Marta im Uhrzeigersinn gedreht, bevor sich ihr Plattenbruchstück in den südamerikanischen Kontinent eingefügt hat. Dadurch entstand gleichzeitig ein völlig neues Becken, welches das Gebirge heute von den Anden isoliert. Insgesamt ist das Gebirge sogar noch älter, denn einige der Gesteine weisen ein Alter von über einer Milliarde Jahren auf und wurden mehrfach gehoben. Wegen der abgeschiedenen Lage und der zahlreichen ökologischen Nischen gilt die Region auch als eines der artenreichsten Gebiete der Welt. (Foto: Wikipedia/Gemeinfrei)

Gamburtsew-Gebirge, Antarktis: Versteckt unter dem Eis
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Eine der größten Gebirgsketten der Erde ist an der Oberfläche nicht sichtbar – obwohl sie auf dem Festland emporragt. Doch die Gamburtsews verbergen sich unter dem kilometerdicken Eisschild der Antarktis. Bis zu 3400 Meter hoch sind manche der Berge, doch liegen darüber noch mehrere hundert oder tausend Meter dicke Gletscher, die den direkten Blick verhindern. Deshalb wurde es erst vor einem halben Jahrhundert überhaupt entdeckt.

Seit wenigen Jahren wird daran auch intensiver geforscht. Radaraufnahmen enthüllten beispielsweise das schroffe Relief des Gamburtsew-Gebirges, was Geologen völlig überraschte: Die Gletscher hätten die Grate und Täler glatt hobeln und abrunden müssen. Stattdessen hat das Eis steile Berge tatsächlich konserviert – ein fester Panzer aus Gefrorenem schirmt das Gestein vom restlichen, sich bewegenden Gletscher ab. (Foto: Columbia University/Lamont Doherty Earth Observatory)

Kilimandscharo, Tansania: Bald ohne Eis und Schnee?
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Schnee am Kilimandscharo – als Ernest Hemingway seine Kurzgeschichte 1936 erstmalig veröffentlichte, zierte tatsächlich noch ein großflächiger Gletscher den Gipfel des Vulkans. Doch seit der Erstbesteigung 1889 schrumpfte die eisbedeckte Fläche am Kibo, dem mit 5895 Metern höchsten Punkt des Kilimandscharos, von rund 20 auf weniger als zwei Quadratkilometer. Lange hatten Klimaforscher die Erderwärmung im Verdacht, diesen Schwund zu verursachen, doch mittlerweile scheint es so, als sei eher mangelnder Niederschlag die Ursache.

Der Berg erzeugt einen Teil seiner Regen und Schneefälle selbst, indem die dichten Bergwälder an seinen Hängen Luftfeuchtigkeit abgeben. Aus den entstehenden Wolken schneit es dann mitunter in den Gipfellagen. Die fortschreitende Abholzung stört diesen Wasserkreislauf jedoch und verhindert so Nachschub für das Eis. Prinzipiell nahmen die Niederschläge in der Region schon seit Ende des 19. Jahrhunderts großflächig ab, weshalb der Gletscherschwund bereits früh einsetzte: Die Sublimation – also der direkte Übergang von Eis zu Wasserdampf – übersteigt die Schneezufuhr nun bereits über Jahrzehnte.

„Der Trend ist klar erkennbar“, sagt Isaia. Vor vier Jahrzehnten stieg das Niveau des Bodens innerhalb von drei Jahren um 1,5 Meter an, Anfang der 80er Jahre gab es eine ähnliche Krise. Forscher sagen, eine derartige Situation ging dem Ausbruch im Jahr 1538 voraus.

„Das Problem ist, dass man die Eruption nicht vorhersagen kann“, sagt Thomas Walter vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam, der sich mit Erdbeben- und Vulkanphysik beschäftigt und den Vulkan selbst intensiv erforscht. Wo, wann und wie ein Ausbruch stattfinden würde – dahinter stehen dicke Fragezeichen.

Aussage gegen Aussage

Zwar habe man den Vulkan mittlerweile gut verstanden, sagt Walter. Warum es aber etwa die Schwankungen der intervallartigen Hebungen und Senkungen gebe, wisse man noch nicht richtig: „Die Anzeichen sind schon alarmierend. Aber es gab auch starke Hebungen ohne Ausbrüche. Wie zuletzt 1983, als sich der Boden gar um über zwei Meter aufwölbte – ganz ohne Ausbruch. Von derartigen Hebungsraten sind wir derzeit noch weit entfernt.“

Fotos von meterhohen Rauchwolken und Illustrationen, die sich ergießende Lava zeigen, zieren die Wände in Isaias Büro. Es sind schaurig schöne Bilder. Der Geologe ist seit 1999 am INGV in Neapel. Er beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte von Vulkanausbrüchen. „Mit Vulkanen ist es wie mit Menschen. Um eine Person zu begreifen, muss man ihre Geschichte kennen“, sagt er. „Jedes vulkanische System ist anders und zwischen dem Vesuv und den Phlegräischen Feldern liegen Welten.“

Das vulkanische Material der Campi Flegrei kann sich seinen Weg an verschiedenen Stellen bahnen. Einige sagten, am wahrscheinlichsten sei es am Rande der Caldera, dem riesigen Einbruchkessel, der entstand, nachdem das Deckgestein über der sich entleerenden Magmakammer eingebrochen ist, erklärt Isaia. Andere seien der Ansicht, das Magma könne sich am wahrscheinlichsten mitten in der Caldera freisetzen. Aussage gegen Aussage.

Unklarheit herrscht auch über den Grund der Bodenhebungen. „Eine Fraktion sagt: Grund dafür ist die Akkumulation neuen Magmas in der Tiefe“, sagt Walter. „Die andere sagt, es gebe keine Hinweise auf Magma, vielmehr seien hydrothermale Gase dafür verantwortlich, die vor der Magmakammer frei werden und sich in Untergrundreservoiren ansammeln.“

Wenn der Vulkan ausbricht, sollte man nicht da sein

Der Geologe Roberto Isaia wertet Satellitenbilder des Golfs von Neapel aus. Quelle: dpa
Satellitenbilder eines Supervulkans

Der Geologe Roberto Isaia wertet Satellitenbilder des Golfs von Neapel aus.

(Foto: dpa)

Von einem Tiefbohrprojekt, das Messinstrumente näher an das Geheimnis bis drei Kilometer unter die Oberfläche heranbringen würde, hält die Bevölkerung in dem Risikogebiet nichts. Zu groß ist die Angst, dass der Riese aufgeweckt wird.

Walter beruhigt. Keine Region der Welt sei so gut überwacht wie die um Neapel. „An den Vulkanen, die beobachtet werden, lassen sich Eruptionen gut vorhersagen.“ Verdichten sich Hinweise auf einen Ausbruch der Phlegräischen Felder, müssten gut 80.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. „Für die Bevölkerung in der roten Zone ist die einzige Schutzmaßnahme die vorsorgliche Evakuierung“, schreibt die Kommune Neapel.

Die rote Zone umfasst drei Gemeinden, Teile weiterer Orte – und wurde mittlerweile auf Neapel ausgeweitet. Die gelbe Zone erstreckt sich auf sechs Gemeinden und 24 Stadtteile der Großstadt – bis die nächste rote Zone kommt, die des Vesuvs, dessen Ausbruch rein statistisch gesehen wahrscheinlicher ist.

Höllenschlünde der Erde
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Krater von Derweze

Die Einwohner in seiner Umgebung nennen ihn das „Tor zur Hölle“. Knapp 300 Kilometer nördlich der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat brennt seit 43 Jahren ein loderndes Feuer im Krater von Derweze. Als Wissenschaftler 1971 mitten in der Wüste Karakums Sondierungsbohrungen nach Gas machten, bohrten sie unbeabsichtigt einen unterirdischen Hohlraum an. Dieser brach zusammen, und ein etwa 70 Meter breiter Trichter bildete sich, aus dem seither Methangas austritt.

Um die umliegenden Dörfer zu schützen, entschlossen sich die Fachleute das Gas abzufackeln. Entgegen ihrer Erwartungen erlosch das Feuer jedoch nicht, sondern brennt auch heute noch – allen Löschversuchen zum Trotz.

Bild: Tormod Sandtorv/CC BY-SA 2.0

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Vulkan Nyiragongo 

Einer der seltsamsten Vulkane der Welt ist der Nyiragongo. Der 3470 Meter hohe Feuerberg gehört zu einer Gruppe von Stratovulkanen im Great Rift Valley im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Schwankend zwischen 450 – 600 Meter unter dem Kraterrand befindet sich der knapp einen Kilometer durchmessende Lavasee, der größte der Welt.

Wenn der Nyiragongo ausbricht, dann jedoch nicht explosionsartig. Stattdessen produziert er dünnflüssige Lavaströme, die wie Wasserfälle den Berg herabstürzen. 2002 verwüsteten seine Lavamassen die Stadt Goma. Noch heute bedeckt ein erstarrter, silbriger Steinpanzer die Straßen der Stadt.

Bild: Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

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Kristallhöhle 

Heiß und feucht ist es in der mexikanischen Kristallhöhle: Bis zu 50 Grad Celsius herrschen in der knapp 30 Meter großen Höhle, die Luftfeuchtigkeit liegt bei über 90 Prozent. Im April 2000 machten Bergarbeiter bei einer Bohrung für einen Luftschacht diese einmalige geologische Entdeckung in 290 Metern Tiefe: riesige Kristalle aus Marienglas, einer speziellen Gipsart.

Bis zu 14 Meter hoch und zwei Meter dick sind die einzigartigen Gebilde. Bis zur Bohrung war die Höhle mit 54 Grad Celsius warmen Wasser gefüllt. Vermutlich bereits seit Jahrmillionen. Denn nur unter absolut gleichbleibenden Bedingungen konnten sich die gewaltigen Kristalle aus dem niedrig konzentrierten Salzbad in den Minen von Naica, im Norden Mexikos, bilden.

Bild: Alexander Van Driessche/CC BY 3.0

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Jeita-Grotte  

Im Libanon, knapp 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Beirut, findet sich die beeindruckende Tropfsteinhöhle Jeita Grotto. Knapp 9000 Meter lang und bis zu 108 Meter hoch, beherbergt sie unzählige Stalagmiten und Stalaktiten. Die erste neuzeitliche Entdeckung erfolgte 1836, doch schon früher scheinen Menschen den Zugang zu dem Höhlensystem gekannt zu haben, wie Funde belegen.

In den Jahren 1873/74 erforschte schließlich ein Expeditionsteam die Höhlen, die der FlußssNahr al-Kalb in den Kalkstein gegraben hatte, genauer. Als Beweis ihrer Erkundung platzierten sie eine fest verschlossene Flasche, die ein Stück Papier mit Namen und weiteren Auskünften enthielt, auf einem Stalagmiten. Der im Wasser enthaltene Kalk hat die Flasche im Laufe der Zeit auf dem Stein dauerhaft fixiert.

Bild: kcakduman / CC-by-2.0

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Solfatare

Es stinkt nach Schwefel, Rauchfahnen ziehen über den Boden, und hin und wieder schießt ein Geysir in die Höhe. So richtig gemütlich ist es auf dem Solfatare, dem eindrucksvollsten Vulkan der phlegräischen Felder am Golf von Neapel, nicht. Vielleicht war es ja dieser große Vulkankrater, der Dante zu seinem „Inferno“ inspirierte.

In seiner längsten Ausdehnung misst er knapp 770 Meter und wurde in der Antike als Kurort genutzt. Heute zieht es vor allem Touristen an den unwirtlichen Ort, der gerade wegen seiner besonderen klimatischen Bedingungen viele seltene Pflanzen beherbergt.

Bild: Wikimedia CC BY-SA 3.0

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Eishöhlen

Sie entstehen jedes Jahr aufs Neue, die beeindruckenden und bizarren Eishöhlen unter den mächtigen Gletschern Islands. Während sich der Gletscher kontinuierlich mit bis zu einem Meter pro Tag vorwärtsschiebt, wird das darunterliegende Eis vom Gewicht der darüber liegenden Schneeschichten über Jahrhunderte hinweg komprimiert. Bis letztlich die gesamte Luft aus dem Eis gedrückt und dieses dadurch glasklar wird.

Unter dem Gletscher schmelzen kleine Wasserläufe enge Hohlräume in das Eis. Die darin befindliche eiskalte Luft erzeugt einen umgekehrten Kamineffekt, durch den wärmere Luft von oben unter den Gletscher gezogen wird und so die Höhlen kontinuierlich erweitert. Die dabei entstehenden Eisbögen lassen vom einfallenden Licht nur den Blauanteil hindurch, so dass die Decke in den eindrucksvollsten Blautönen schimmert.

Bild: Wikimedia CC BY 2.0

„Aber wenn der Supervulkan ausbricht, dann solltest du nicht da sein“, bringt es Isaia auf den Punkt. Doch alleine die Festlegung der Zonen ist ein Politikum. Und: Wann ist eigentlich der Moment gekommen, die Menschen in Sicherheit zu bringen? In der Krise in den 80er Jahren wurden 20.000 Menschen umgesiedelt, weil es schien, dass ein Ausbruch kurz bevor stand. So kam es aber nicht.

Von der Evakuierung waren die meisten Menschen in Pozzuoli westlich von Neapel betroffen, eine malerische 80.000-Einwohner-Stadt. Die Gemeinde gilt als Zentrum der Phlegräischen Felder, in ihrem Gebiet liegt die Solfatara, einer der Vulkankrater.

Wie stark sich in dem Ort der Erdboden in den 80er Jahren anhob, erfährt man, wenn man mit den Leuten am Hafen spricht. Mario, um die Siebzig mit einem typischen Seefahrer-Tattoo auf dem Oberarm, roter Kappe und sonnengegerbter Haut, erinnert sich gut: Die Fischer blieben mit ihren Booten im Sand stecken, bevor sie die Anlegestelle erreichten, erzählt er mit rauchiger Stimme. Längst gibt es zwei Hafen-Niveaus.

Auch eine Ausgrabungsstätte im Zentrum hat der Vulkan gezeichnet. Die Säulen des antiken römischen Marktes standen längere Zeit unter Wasser, weil sich der Boden einst gesenkt hatte. Das Gestein ist durchzogen von feinen Löchern – Spuren von Meeresmuscheln. Heute liegt der Marktplatz wieder deutlich über dem Meeresspiegel.

Die Gefahr ist real

Die gefährlichsten Vulkane der Welt
Schnee auf dem VesuvVesuv
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Vesuv (Italien)

Der Vesuv gilt heute als gefährlichster Berg der Welt. Diese zweifelhafte Ehre verdankt er unter anderem der Tatsache, dass bis zu drei Millionen Menschen in gefährlicher Nähe zu dem Vulkan leben. Aktuell gibt es wieder Grund zur Sorge. In der Gegend um Neapel hebt und senkt sich der Boden. Ursache ist eine riesige Magmakammer. Forscher befürchten einen Ausbruch. Welche Zerstörungskraft der Vesuv besitzt, wurde in einem der berühmtesten Vulkanausbrüche der Geschichte deutlich: Am 24. August des Jahres 79 überschüttete eine verheerende Eruption die Orte Pompeji, Herculaneum, Stabiae und Oplontis mit Asche und heißem Gestein und tötete tausende Menschen. Seither hat der Vesuv immer wieder seine Gefährlichkeit unter Beweis gestellt, so im Jahr 1631, als beim schwersten Ausbruch seit dem Jahr 79 etwa 4.000 Menschen den Tod fanden. In größerem Umfang aktiv war der Vesuv zuletzt im Jahr 1944, seither herrscht trügerische Ruhe am Golf von Neapel. Eine Ruhe, die immer mehr Menschen in die gefährdete „rote Zone“ lockt: Allein in den letzten zwanzig Jahren entstanden hier 50.000 neue Häuser – obwohl dieses Gebiet im Fall eines Ausbruchs am stärksten von der Zerstörungskraft des Vulkans betroffen wäre.

(Foto: picture-alliance)
Folgenschwere Vulkanausbrüche - Pinatobu
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Pinatubo (Philippinen)

Der Name Pinatubo steht für einen der heftigsten Ausbrüche in der jüngeren Geschichte der Feuerberge – und für die bislang erfolgreichste Rettungsaktion im Vorfeld einer Vulkaneruption. Bis 1991 galt der Vulkan als erloschen. Als er sich Anfang 1991 erstmals seit mehr als 600 Jahren wieder regte, wurde vielen Einheimischen überhaupt erstmals klar, dass sie in der Nähe eines Vulkans lebten. In den folgenden Monaten verdichteten sich die Anzeichen für eine schwere Eruption. In Zusammenarbeit mit dem US Geological Survey entwickelte das philippinische Institut für Vulkanologie einen detaillierten Alarmplan, der in seiner letzten Phase die komplette Evakuierung der gefährdeten Region vorsah. Dank dieser Vorsorge konnten zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, ehe der Pinatubo am 15. Juni 1991 in einer gewaltigen Explosion ausbrach. Trotz aller Vorsorgemaßnahmen starben mehr als 800 Menschen, die Aschewolken des Vulkans sorgten weltweit für sinkende Temperaturen. Seit dem berühmten Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 hatte kein Vulkanausbruch eine derart massive Auswirkung auf das Weltklima wie der Pinatubo.

(Foto: dpa)
MERAPI ERUPTS
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Merapi (Indonesien)

Der Merapi auf der indonesischen Insel Java gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt. Er ist Teil des pazifischen Feuerrings, einer Kette aktiver Vulkane, die den Pazifischen Ozean umgibt. Die zähflüssige Lava des Merapi bildet oft sogenannte Lavadome aus, die wie ein Pfropfen den Abflusskanal des flüssigen Gesteins verstopfen. Bricht ein solcher Lavadom unter dem Druck des nachschiebenden Gesteins zusammen, werden extrem heiße Gas- und Gesteinswolken freigesetzt, die mit der Geschwindigkeit eines Rennwagens zu Tal schießen. Bei den großen Ausbrüchen des Merapi, die sich im Schnitt alle zehn bis fünfzehn Jahre ereignen, waren es vor allem diese sogenannten pyroklastischen Ströme, die zahlreiche Todesopfer forderten. Zuletzt aktiv war der Merapi 2006. Durch rechtzeitige Evakuierung einiger 10.000 Bewohner im Umkreis des Vulkans konnten Opfer vermieden werden, doch noch immer gilt in der Umgebung des Berges die höchste Alarmstufe.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 32567168 This June 30, 2011 photo shows Tony Wheeler, co-founder of Lonely Planet, at the crater rim of the very active Nyiragongo Volca
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Nyiragongo (Kongo)

Glutflüssige Lava gehört zu den spektakulärsten Begleiterscheinungen von Vulkanausbrüchen, normalerweise aber nicht zu den gefährlichsten. Denn das flüssige Gestein bewegt sich so langsam, dass Menschen den Glutströmen leicht ausweichen können. Nicht so am Nyiragongo im Kongo: Dort ist die Lava flüssig wie Wasser und bewegt sich mit der Geschwindigkeit von Sturzbächen zu Tal. Im Januar 2002 verwüsteten Lavamassen des Vulkans die Stadt Goma. Etwa 200 Menschen starben, als sich die 500 Grad heiße Masse in die Straßen ergoss. Ganze Stadtteile verschwanden unter einem Lavamantel, mehr als 100.000 Einwohner verloren ihre Häuser.

Im Bild steht Tony Wheeler, Mitbegründer von Lonely Planet, am Krater des Nyiragongo.

(Foto: ap)
huGO-BildID: 7784031 Superheated ash and lava is visible inside the cone of the Soufriere Hills volcano, which has been active lately, as seen from O
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Soufriere Hills (Montserrat)

Die Einwohner der Karibikinsel Montserrat wurden von ihrem Feuerberg regelrecht in die Flucht geschlagen. Als der Vulkan nach einer langen Ruhephase 1995 ausbrach, zerstörten seine pyroklastischen Ströme die Inselhauptstadt Plymouth und vertrieben zwei Drittel der Bewohner von der Insel. Seit diesem Ausbruch ist der Vulkan aktiv und hat inzwischen die gesamte Südhälfte der Insel zerstört.

(Foto: ap)
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Unzen (Japan)

Der nahe der Stadt Shimbara gelegene Unzen ist für die bis heute schwerste geologische Katastrophe Japans verantwortlich: 1792 brach ein Teil der Bergflanke ab und rutsche ins Meer. Der dadurch ausgelöste Tsunami zerstörte Shimbara nahezu vollständig und forderte mehr als 15.000 Todesopfer. Anfang der 1990er-Jahre erwachte der Unzen erneut. Am 3. Juni 1991 kam es zu einer heftigen Eruption. Einer der pyroklastischen Ströme erreichte eine fünf Kilometer entfernte Gruppe von Wissenschaftlern und Journalisten und tötete mehr als 40 Menschen, darunter auch das französische Ehepaar Katia und Maurice Krafft, zwei der bekanntesten Vulkanforscher der Welt.

(Foto: USGS)
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Nevado del Ruiz (Kolumbien)

Es ist seine Höhe, die den Nevado del Ruiz so gefährlich macht. Mit fast 5.400 Metern ist er einer der höchsten Vulkane der Welt, weshalb sein Gipfel auch ganzjährig von einer 25 Quadratkilometer großen Schneekappe verhüllt wird. Kommt es zum Ausbruch, so schmelzen die Schneemassen und stürzen als tödliche Schlammlawinen zu Tal. So geschehen am 13. November 1985. Nur Stunden nach einem Ausbruch des Vulkans wurde die mehr als 40 Kilometer entfernt Stadt Armero von einer verheerenden Schlammlawine zerstört. Mehr als 22.000 Menschen fanden den Tod – die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Kolumbiens.

(Foto: USGS)

Unweit vom Hafen gibt es am Nachmittag Caffè und am Abend Cocktails mit Antipasti di Mare. Marina, die in Pozzuoli geboren ist, ist zu jung, um sich an die mehreren Tausend Beben und das Auf und Ab vor gut 35 Jahren zu erinnern, die Pozzuoli erschütterten. Zuhause sei aber oft davon gesprochen worden. „Mittlerweile ist es ruhig, es gibt nichts Besonderes am Leben hier“, sagt die 30-Jährige hinter der Bar.

„Wenn es unsicher wäre, wären die Häuser und die Menschen ja nicht hier“, sagt Christel Basler, die mit ihrem Mann Rochus aus Offenburg mit dem Cabrio nach Italien gereist ist. Auf dem Programm des Ehepaars stehen neben dem Vesuv auch die Phlegräischen Felder – mit den spektakulären Rauchsäulen längst eine Touristenattraktion.

Dem Geologen Isaia ist es wichtig, dass deutlich wird: Die Phlegräischen Felder sind keine abstrakte Gefahr, die Gefahr ist real. Er kramt erneut ein Satellitenbild aus seinem Rucksack. Bis auf kleine grüne Flecken und das Gebiet des Vesuvs ist die Karte übersät mit Gebäuden.

Die Phlegräischen Felder liegen nicht außerhalb von Neapel, die Großstadt steckt vielmehr mittendrin, sagt er immer wieder. Als er seinen Wagen durch den zähen Großstadtverkehr steuert, sagt er: „Wir fahren gerade mitten im Vulkan, können Sie sich das vorstellen?“

Das berühmte Fußballstadion des SSC Neapel, San Paolo, zieht vorbei, auch das ist auf dem Vulkan gebaut. Derzeit ist niemand in der Lage, einen Ausbruch vorherzusehen. „Was wir tun können ist, den Vulkan zu überwachen“, sagt Isaia. „Wir stecken in einem Schlamassel. Und das ist größer, als sonst irgendwo auf der Welt.“

  • dpa
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1 Kommentar zu "Phlegräische Felder: Europas Supervulkan regt sich wieder"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Meine Kenntnisse zum Vulkanismus und Geothermale Energie sind begrenzt.

    Was spräche denn dagegen die geothermale Energie dieses Supervulkans zu nutzen. Das mag vielleicht weniger wirtschaftlich sein als ein Kohlekraftwerk. Andererseits könnte man dem Supervulkan etwas Energie nehmen.

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