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Power to Gas Gas aus Wind und Sonne

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Der Wirkungsgrad muss noch gesteigert werden

Das liegt nicht zuletzt an den geringen Wirkungsgraden. 20 Prozent der eingebrachten Energie gehen bei der Umwandlung in Wasserstoff durch Abwärme verloren. Die Herstellung von synthetischem Methan kostet ein weiteres Fünftel. Verstromt man das synthetische Gas wieder, bleiben nur 40 Prozent der ursprünglichen Energiemenge übrig.

"Der Wirkungsgrad kann theoretisch durch eine bessere Abwärmenutzung gesteigert werden", sagt Jürgen Schmid vom Fraunhofer-Institut. "Entsprechende Konzepte werden derzeit erprobt." So versuchen Audi und Solarfuel, mit der Wärme aus der Elektrolyse die angeschlossene Biogasanlage zu beheizen, um so die Gesamteffizienz zu erhöhen. "Dennoch bleibt auch dann festzuhalten, dass sich das Geschäft nicht wirklich lohnen würde", sagt Solarfuel-Vertriebschef Stephan Rieke. "Ohne staatliche Förderung wird die Technologie niemals zur Marktreife gelangen. Notwendig ist aus unserer Sicht ein Entgegenkommen beim Strompreis."

Ihren Strom müssen die "Power to Gas"-Anlagen nämlich zum Marktpreis kaufen. Etwa die Hälfte des Strompreises machen jedoch Förderumlagen für erneuerbare Energien und die Stromsteuer aus. "Den klassischen Pumpspeicherkraftwerken werden diese Kosten erlassen", sagt Rieke. "Hier sollte es mindestens eine Gleichbehandlung geben."

Doch das ist Zukunftsmusik. Erst seit kurzem sind Bio- und synthetisches Gas bei den Netzanschlusskosten gleichgestellt. Weitere Fördermaßnahmen sind laut Bundesnetzagentur aber nicht geplant. Und so werden wohl noch eine Menge Kubikmeter Gas aus Sibirien oder Norwegen nach Deutschland fließen, bis eines Tages tatsächlich der erste deutsche Gasherd mit Wind- oder Sonnenenergie angefeuert wird.

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2 Kommentare zu "Power to Gas: Gas aus Wind und Sonne"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Wirkungsgrad eines Benzinmotors liegt bei nur 35%.
    Trotzdem wird er millionenfach gebaut. Also der Wirkungsgrad für P2G sollte kein Grund sein, die Technik als ineffizient abzutun.

  • Immer ruhig bleibe, bitte.
    Viele der hier angesprochenen Beispiele stammen aus den 1970er bis 1990er Jahren. Der eigentliche Hype bei Wasserstoff und Brennstoffzellen war im Jahr 2000, danach flaute er wieder ab,
    Heute nehmen Energie-Firmen nur noch die Hände aus den Taschen, wenn sie stattliche staatliche Unterstützung für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten bekommen, die sie zum Teil schon vor Jahren gemacht und wieder abgebrochen haben. So geht es nicht wirklich weiter, meine Herren!