Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Radioaktivität in Organismen Brennstäbe und Fischstäbchen

Die Angst mancher Europäer vor radioaktiv verseuchtem Fisch aus Japan ist übertrieben. Die Ozeane und ihre Organismen leiden eher unter der Überfischung als unter radioaktiven Substanzen.
  • Roland Knauer
04.04.2011 - 11:49 Uhr Kommentieren
Atomkraftwerk Sellafield in Nordengland: Über Jahrzehnte floss radioaktiv verseuchtes Wasser aus der Anlage in die Irische See. Quelle: Reuters

Atomkraftwerk Sellafield in Nordengland: Über Jahrzehnte floss radioaktiv verseuchtes Wasser aus der Anlage in die Irische See.

(Foto: Reuters)

Berlin Fischmahlzeiten sind gut für die Gesundheit, erklären Ernährungsforscher. Aber gilt das auch, nachdem die Atommeiler in Fukushima Dai-Ichi offenbar beträchtliche Mengen radioaktiver Substanzen ins Meer abgeladen haben? Wie verteilen sich Substanzen wie Cäsium-137 oder Plutonium überhaupt im Meer? Wie viel Radioaktivität landet in Fischen oder sogar auf dem Teller?

Genaue Antworten auf diese Fragen hat derzeit niemand. Ein Blick auf die Geschichte der Wiederaufbereitungsanlage in Sellafield aber gibt wichtige Hinweise. In diesem früher „Windscale“ genannten Komplex an der Nordwestküste Englands entstanden kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Kernreaktoren für britische Atomwaffen, später zwei Wiederaufbereitungsanlagen.

Radioaktive Abfälle wurden ähnlich wie in den USA und der Sowjetunion oft direkt ins Meer geleitet. Nach heftigen Protesten von Anwohnern und Umweltschutzorganisationen wurden diese Einleitungen in den letzten Jahrzehnten stark reduziert.

In dieser Zeit konnten Strahlenbiologen untersuchen, wie sich radioaktive Substanzen im Meer ausbreiten. „Für verschiedene Isotope ist das ganz unterschiedlich“, erklärt Günter Kanisch vom Hamburger Institut für Fischereiökologie im Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut. So entstehen bei der Kernspaltung radioaktive Substanzen wie Plutonium oder Americium, die sich gut an Schwebstoffe im Wasser heften und rasch auf den Boden sinken. Sie finden sich daher vor allem im Meeresboden in der Umgebung von Sellafield.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Cäsium-137 und Strontium-90 dagegen, die ebenfalls in Kernreaktoren entstehen, lösen sich gut in Wasser. Diese Stoffe verbreiten sich mit den Strömungen im Laufe der Jahre relativ weit, verdünnen sich dabei aber auch stark. So wurden sie vom Golfstrom entlang der schottischen Atlantikküste nach Norden getragen. Von dort erreichten die Strömungen die norwegische Küste, ein Teil der radioaktiven Fracht aber bog auch in die Nordsee ein und floss so in Richtung Deutsche Bucht.

    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    0 Kommentare zu "Radioaktivität in Organismen: Brennstäbe und Fischstäbchen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%