Rettung des Great Barrier Reefs Australien bittet Unesco um Zeitaufschub

Das Great Barrier Reef ist bedroht. Kohlebergbau, das Abholzen von Bäumen und verschiedene Umweltfaktoren machen ihm zu schaffen. Die Unesco will das Gebiet für gefährdet erklären – Australien fordert Aufschub.
Das Riff ist als eine der größten Touristenattraktionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes. Quelle: dpa
Great Barrier Reef

Das Riff ist als eine der größten Touristenattraktionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes.

(Foto: dpa)

SydneyAustralien braucht mehr Zeit, um das Great Barrier Reef zu retten. Queensland werde das Welterbekomitee der Unesco um Aufschub bis 2018 bitten, um die Probleme am weltgrößten Korallenriff in den Griff zu bekommen, teilte der Umweltminister des Bundesstaates, David Miles, am Freitag mit. Im Juli 2015 konnte Australien noch abwenden, dass das Riff auf der Roten Liste des gefährdeten Weltnaturerbes landet. Die Unesco forderte im Gegenzug ernsthafte Fortschritte bis Dezember 2016.

Die Bemühungen zum Schutz des Riffs hatten am Donnerstag einen Rückschlag erlitten. Ein Gesetzentwurf der Minderheitsregierung zur Eindämmung von Waldrodungen an der Küste scheiterte knapp im Parlament von Queensland.

Wissenschaftlern zufolge fördern die Rodungen die Bodenerosion. Mehr Sediment rutsche in den Ozean und blockiere dort das einfallende Sonnenlicht, was zum Absterben von Korallen und Seegras führe. Die Abholzung von Bäumen an den Küsten hat sich mit 300.000 Hektar pro Jahr seit 2011 mehr als verdoppelt.

Das Riff ist als eine der größten Touristenattraktionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Landes. Es wird durch mehrere Umweltfaktoren, wie die Erwärmung der Meere, aber auch den Kohlebergbau an der Küste bedroht und hat in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

Korallensterben am Great Barrier Reef
Korallenbleiche am Great Barrier Reef
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Das Ausbleichen der Korallen am Great Barrier Reef vor der australischen Ostküste beunruhigt Regierung und Umweltgruppen.

Verheerende Bilder
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„Die Bilder, die wir vom nördlichen Teil des Great Barrier Reef zu sehen bekommen, sind verheerend“, sagte die Regionalbeauftragte der Umweltorganisation Greenpeace, Shani Tager, am Montag.

Erhebliche Schäden
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Taucher hätten am Nordende des mehr als 2000 Kilometer langen Great Barrier Reef entlang der Ostküste erhebliche Schäden festgestellt, berichtete der Chef der für das Great Barrier Reef zuständigen Marineparkbehörde, Russell Reichelt.

Tödlicher Hitzestress
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„Die Korallen im hohen Norden des Riffs sind über Monate in warmem Wasser gewesen. Das hat Hitzestress erzeugt, mit dem sie nicht länger fertiggeworden sind“, erklärte Reichelt.

Great Barrier Reef
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Das Great Barrier Reef in Australien ist das größte Korallen-Ökosystem der Welt. Es besteht aus rund 3000 einzelnen Riffen und 900 Inseln und zieht sich über 2 300 Kilometer entlang der Ostküste Australiens. Manche Riffe liegen nur etwa 70 Kilometer vom Land entfernt.

Artenreicher Lebensraum
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Es gibt mehr als 600 Korallenspezies und Tausende Fischarten, Weichtiere und Schwämme, Seeschlangen, Wale, Delfine, Haie und Dugongs (Seekühe).

Weltnaturerbe und Touristenattraktion
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Das Great Barrier Reef ist eine der größten Touristenattraktionen Australiens. Seit 1981 steht es auf der Liste der Weltnaturerbe der UN-Kulturorganisation Unesco.

Die Regierung in Queensland setzt nun darauf, bei den Bundesstaats-Wahlen 2018 die parlamentarische Mehrheit zu erlangen, um das Gesetz durchzubringen. Sie hofft auf einen Aufschub der Unesco bis dahin. Er werde auch den liberalen Premierminister Malcolm Turnbull bitten, sein Ansinnen an die Unesco zu unterstützen, sagte Miles. „Was hier auf dem Spiel steht, ist sehr, sehr bedeutsam.“ Wäre das Great Barrier Reef als gefährdet gelistet, würde sich dies sowohl auf den Tourismus als auch auf Jobs im Land auswirken.

  • dpa
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