Rote Liste Sogar Afrikas Löwen vom Aussterben bedroht

Die Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen ist trotz einiger Schutz-Erfolge wieder länger geworden. Das ungezügelte Sammeln von Heilpflanzen wird zur Gefahr. Auch der afrikanische Löwe leidet.
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Der Verlust großer Raubtiere gefährdet ganze Ökosysteme: Die aktuelle Rote Liste bedrohter Arten führt aktuell fast 23.000 Tiere und Pflanzen auf. Quelle: dpa
Löwe in Afrika

Der Verlust großer Raubtiere gefährdet ganze Ökosysteme: Die aktuelle Rote Liste bedrohter Arten führt aktuell fast 23.000 Tiere und Pflanzen auf.

(Foto: dpa)

Gland/GenfWeltweit ist die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen binnen Jahresfrist um mehrere Hundert auf fast 23.000 gestiegen. Neben der Zerstörung des Lebensraumes spiele auch das viel zu intensive Sammeln von Pflanzen für medizinische Zwecke eine unrühmliche Rolle, teilte die Weltnaturschutzunion IUCN bei der Vorlage der neuesten Roten Liste in der Nacht zum Dienstag mit.

In Indien seien nun 44 als medizinisch wirksam geltende Pflanzen als bedroht eingestuft worden. Ihre Wurzeln und Knollen würden in großen Mengen in der Ayurvedischen Medizin und in der Homöopathie eingesetzt.

Höllische Hühner und Kornkreise im Meer
Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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Auch der Meeresboden hat seine Kornkreise. Runde Formen, etwa zwei Meter breit, haben Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel gestellt. Jetzt kennen sie den Verursacher: Ein bislang unbekannter Fisch namens ...

Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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... Torquigener albomaculosus. Die Männchen dieser Art graben die kornkreisförmigen Nester, um Weibchen zu beeindrucken. Die hohen Ränder sollen die Eier schützen.

Koralle am Berghang: Balanophora coralliformis (Philippinen)
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Auch wenn ihr Aussehen an eine Koralle erinnert, Balanophora coralliformis ist kein Nesseltier, sondern eine Pflanze. Und sie lebt auch nicht unter Wasser. Trotzdem war sie lange dem Blick der Forscher verborgen. Denn es gibt nur wenige (gezählt wurden etwa 50) und die nur in Höhen zwischen 1500 und 1700 Metern an einem Berghang auf der philippinischen Insel Luzon.

Mysteriöser Tiefseebewohner: Dendrogramma enigmatica (Australien)
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Das Tier ist gerade einmal einen Zentimeter groß und lebt in 1000 Meter Tiefe vor der Küste Australiens. Der Winzling, der wie ein Pilz aussieht, stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel. Ist Dendrogramma enigmatica verwandt mit Quallen oder Korallen? Oder gehört der geheimnisvolle Tiefseebewohner gar einem neuen Stamm an? Wenige Lebewesen lassen so viele Fragen offen wie dieses. (Foto: Wikipedia CC BY 4.0)

Unbekannte Schöne: Phyllodesmium acanthorhinum (Japan)
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Vielleicht die schönste der neuen Arten lebt im Meer vor Japan und ist gerade 17 bis 28 Millimeter groß: Phyllodesmium acanthorhinum, eine aufregend gefärbte Schnecke in Rot, Blau, Weiß oder sogar Gold. Die neue Art erlaubt auch einen Einblick in die Lebensweise der Seeschnecken - inklusive ihres komplizierten Verdauungssystems.

Tierischer Zweig: Phryganistria tamdaoensis (Vietnam)
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Bei diesem Aussehen ist es kein Wunder, dass Forscher Phryganistria tamdaoensis trotz der Größe von 25 Zentimetern bisher übersehen haben. Das Tier erinnert eher an einen Zweig und ist perfekt getarnt. So gut, dass es unentdeckt blieb, obwohl es im Tam-Dao-Nationalpark in Nordvietnam lebt, einem Lieblingsziel von Naturforschern.

Lebendgebärender Frosch: Limnonectes larvaepartus (Indonesien)
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Froschweibchen legen Laich ab, die vom Männchen danach befruchtet werden. Nicht so aber bei Limnonectes larvaepartus. Die Befruchtung findet im Körper statt und das Weibchen bringt Kaulquappen zur Welt. In einem Fall fand eine Geburt sogar in der Hand eines Forschers statt. Die Tiere sind gerade vier Zentimeter groß und leben auf der indonesischen Insel Sulawesi.

„Die neue Rote Liste bestätigt, dass wirksamer Schutz außerordentliche Ergebnisse zeitigt“, sagte IUCN-Direktorin Inger Andersen im schweizerischen Gland. Insgesamt sieht es jedoch weniger gut aus. Gründe für die kritische Situation einzelner Pflanzen und Tiere seien in vier von fünf Fällen der Verlust und die Verarmung des Lebensraums, der illegale Handel und die Verdrängung durch andere Arten.

Die Liste müsse ein Weckruf sein, der an die zunehmende Verwundbarkeit der Natur erinnere, meinte Andersen. Insgesamt hat der aktuelle Bericht mehr als 77.000 Arten genau auf ihre Gefährdung untersucht. Die Rote Liste gilt als wichtiger Indikator für den Zustand der Natur.

Diese Arten sind besonders gefährdet
CITES meeting in Bangkok
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In Bangkok beraten Vertreter aus 178 Ländern seit Sonntag (3. März) über besseren Tier- und Pflanzenschutz. Die Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzabkommens überprüfen bis zum 14. März die Listen, die den Handel mit wilden Arten entweder ganz verbieten oder streng regulieren. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte.

Themenpaket Artenschutz
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Eisbären

Die USA beantragen, den internationalen Handel mit Eisbär-Produkten vollständig zu verbieten. Die Tiere seien bereits durch die Eisschmelze bedroht, heißt es im Antrag. In den USA steht der Bär schon unter strengem Schutz. Kanada und andere Länder dagegen exportieren Bärenfelle und Trophäen.

Themenpaket Artenschutz
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Nashörner

Kenia beantragt für das Breitmaulnashorn eine Aussetzung der Trophäenjagd-Exporte aus Südafrika und Swasiland, um der zunehmenden Wilderei einen Riegel vorzuschieben. In allen anderen Ländern ist der Export der Hörner bereits verboten. Wurden 2007 in Südafrika noch 13 Nashörner gewildert, waren es 2012 schon 668.

Themenpaket Artenschutz
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Haie

Mehrere Länder fordern, dass der Handel mit verschiedenen Haiarten beschränkt wird. Vor allem die Flossen, die in Asien als Delikatesse gelten, bedrohen etwa Hammerhaie. Den Tieren wird oft die Flosse abgeschnitten und sie werden sterbend ins Meer zurückgeworfen.

huGO-BildID: 30081779 In this photo taken on April 1, 2011, a Thai customs official displays seized elephant tusks smuggled into Thailand from Kenya
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Elefanten

Bis 2017 darf aus vier südafrikanischen Ländern kein Elfenbein exportiert werden. Burkina Faso und Kenia fordern, dass diese Regelung auf die Elefantenbestände aller Länder ausgeweitet wird. Es gab einige Ausnahmeregelungen für legale Elfenbeinverkäufe, die nach Ansicht von Tierschützern eine riesige Grauzone für den illegalen Handel geschaffen und die Wilderei damit angefacht haben.

Indonesia Bali Turtle
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Schildkröten

Dutzende Schildkrötenarten stehen auf der Konferenz-Agenda. Sie landen unter anderem in Kochtöpfen Südostasiens und als Heimtiere in USA und Europa. Durch ihre niedrige Vermehrungsrate können sie die Wildfänge nur schwer ausgleichen.

Themenpaket Artenschutz
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Krokodile

Gastgeberland Thailand hat weitere Ausnahmen dafür beantragt, Krokodile aus Zuchtbeständen sowie deren Produkte exportieren zu dürfen. Von diesen Tieren gibt es in Thailand nur noch circa 200 freilebende pro Art. Mehrere hunderttausend Siamkrokodile leben nach Angaben der Organisation Pro Wildlife in Zuchtfarmen vor allem in Thailand und Vietnam.

Zu den immer bedrohteren Arten zählen laut IUCN die Afrikanische Goldkatze, der Neuseeländische Seelöwe und auch der Löwe. Trotz einiger Schutz-Erfolge im südlichen Afrika gingen die Löwen-Bestände im Westen und Osten des Kontinents deutlich zurück, beklagte die Weltnaturschutzunion.

Zu den Gründen zählten die Konflikte mit den Siedlern und Bauern sowie ein Rückgang bei den Beutetieren durch übermäßige Jagd. Eine zunehmende Gefahr für die Bestände des „Königs der Tiere“ sei auch der Handel mit Knochen und anderen Körperteilen für medizinische Zwecke. In der Region und auch in Asien werde Medizin aus Teilen des Löwen geschätzt.

Stark gefährdet ist der neuseeländische Seelöwe, vor allem wegen Krankheiten und einer durch Fischerei veränderten Umwelt. Die afrikanische Goldkatze gilt als "gefährdet". Die Raubkatze lebt äußerst zurückgezogen in den Regenwäldern Zentralafrikas und wird etwa zwei Mal so groß wie eine Hauskatze.

Erfolgreiche Schutzmaßnahmen
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2 Kommentare zu "Rote Liste: Sogar Afrikas Löwen vom Aussterben bedroht"

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  • Was da als erstes stirbt, dass sind jene Teile die ohnehin nicht von so großer Bedeutung sind. Das schwache Arten verdrängt werden wenn sich eine Art wie der Mensch erfolgreich ausbreitet ist ein natürlicher Prozess. Dass Biologen und Tierschützer um jede verlorene Art trauern ist so normal wie Historiker um jedes verlorene Fundstück, Schriftstück oder Gebäude trauern. Aber so wie sich eine Gesellschaft unentwegt fortentwickelt, so entwickelt sich auch die Natur immer weiter. Überflüssiges oder Veraltetes vergeht und Neues entsteht, der gesamte Kosmos folgt dem Prinzip des stetigen Wandels. Man kann es den Menschen nicht verübeln, wenn sie sich entwickeln wollen, wenn sie sich nicht mehr völlig der Natur ausliefern wollen und ihre persönliche Welt zu einem besseren Ort machen möchten. Raubtiere wie der Wolf oder der Löwe müssen als natürliche Feinde oder Fressfeinde weichen. Aber absolute Vollkommenheit ist nirgends vorzufinden, weder in irgendeinem politischen oder ökonomischen System, noch in der Natur. Viele Menschen neigen dazu in der Natur ein vollwertiges System zu erkennen das der Mensch durcheinander bringt. Aber ein Tier oder ein Biotop das sehr sensibel auf die Veränderung einiger Variablen reagiert ist alles anderes als vollkommen. Man darf nicht übersehen, dass die Natur selbst nur ein zufälliges Produkt des Wandels ist und das wir als Teil der Ergebnisse dieser Prozesse auch ein Teil der Prozesse selbst sind. Letztlich wird man sich damit abfinden müssen und die neue Welt akzeptieren lernen.
    Im Übrigen, wenn Heilpflanzen selten werden, dann werden sie auch teurer. Und was teuer ist lohnt sich zu züchten.

  • Erst sterben die Tiere/Pflanzen, dann stirbt der Mensch.

    Wir zerstören aus Dummheit und Gier ein System, das wir noch nicht einmal ansatzweise verstehen und sägen somit an dem Ast, auf dem wir sitzen.

    Gegen den Menschen ist jeder Asteroideneinschlag - egal wie zerstörerisch er ist - harmlos.

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