Rückbau von Kraftwerken Die Last mit der Altlast

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Rückbau-Spezialisten stehen bereit

Prinzipiell können die Betreiber von Atomkraftwerken in Deutschland zwischen zwei Varianten wählen: Beim "sicheren Einschluss" wird mit dem Rückbau mehrere Jahrzehnte gewartet, bis die Strahlung sich stark verringert hat. Der unmittelbare Rückbau, den die deutschen AKW-Betreiber präferieren, beginnt dagegen nach fünf bis sieben Jahren, wenn die Brennelemente abgeklungen sind

Dabei werden im Reaktorgebäude zunächst die weniger kontaminierten Teile abgebaut und entsorgt, ehe der sensible Reaktordruckbehälter drankommt. Parallel können die Abrissarbeiten im konventionellen Bereich beginnen. Jedes Teil, das den Standort verlässt, muss vorher auf eine mögliche Belastung kontrolliert werden. Aufsichtsbehörden und Gutachter überwachen den Prozess ständig.

"Die Industrie wird den Atomausstieg bewältigen können, auch wenn jetzt viele Anlagen auf einmal zurückgebaut werden müssen", sagt Ulf Kutscher, Geschäftsführer von Nukem Technologies. Sein Unternehmen könnte - wie die Konkurrenten Areva und Westinghouse, die ebenfalls in Deutschland große Kapazitäten haben - die Projekte als Generalunternehmen leiten. Kutscher glaubt aber, dass die Atomkonzerne den Rückbau selber organisieren und nur gezielt Aufträge an Spezialisten vergeben werden. So könnten sie möglichst viele eigene Arbeiter einsetzen.

Das könnte den Rückbau aber verzögern. "Eine große Beteiligung der Betriebsmannschaft ist wirtschaftlich nicht sinnvoll", sagt Kutscher, "die Motivation der Arbeiter, ein Kernkraftwerk abzubauen, ist gering, wenn sie vielleicht 30 Jahre in der Anlage gearbeitet haben". Das hat Nukem bei Projekten in Bulgarien und Litauen erfahren.

Von Aufträgen profitieren könnten eine Reihe von Spezialisten wie zum Beispiel Siempelkamp und Babcock Noell. Beim konventionellen Abbruch können auch Baukonzerne auf Geschäfte hoffen.

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