Schädlicher Krach WHO warnt vor Gesundheitsrisiken durch Lärm von Windrädern

Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor gesundheitlichen Risiken durch Lärm und empfiehlt Richtwerte unter anderem für Windenergieanlagen.
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Windräder sind laut - und können so zur Gesundheitsgefahr werden, warnt die WHO. Quelle: dpa
Windturbine

Windräder sind laut - und können so zur Gesundheitsgefahr werden, warnt die WHO.

(Foto: dpa)

GenfWindenergieanlagen machen Lärm, und der sollte nach einer neuen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten. „Lärm von Windenergieanlagen oberhalb dieses Wertes ist mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden“, heißt es in dem Bericht.

„Übermäßige Lärmbelastung ist mehr als ein Ärgernis, sie ist ein echtes Gesundheitsrisiko, das beispielsweise zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt“, so Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa. Für die nächtliche Lärmbelastung durch Windräder spricht die WHO keine Empfehlung aus. Dafür gebe es noch nicht genügend aussagefähige Studien.

Für genehmigungspflichtige Anlagen in allgemeinen Wohngebieten gilt laut deutschem Umweltbundesamt (UBA) bei der Lärmbelastung derzeit ein Immissionsrichtwert von 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel nachts. An diese Vorschrift müssen sich auch Windparks halten. Zum Vergleich: Flüstern hat etwa 30 Dezibel, leise Radiomusik 50, ein Haartrockner 70 und eine Kreissäge 100 Dezibel.

Für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr empfiehlt die WHO folgende Grenzen: Für die durchschnittliche Lärmbelastung durch Straßenverkehr tagsüber nicht mehr als 53 Dezibel, bei Schienenverkehr nicht mehr als 54 Dezibel und für Flugverkehr nicht mehr als 45 Dezibel. Die nächtlichen Richtwerte sind 45 Dezibel für Straßenverkehr, 44 Dezibel für Schienen- und 40 Dezibel für Luftverkehr.

„Das ist ambitioniert“, sagte Thomas Myck, UBA-Fachgebietsleiter Lärmminderung bei Anlagen und Produkten. In Deutschland lägen die entsprechenden Richtwerte derzeit noch wesentlich höher. „Da besteht deutlicher Handlungsbedarf.“

Die WHO-Analyse sei ein wichtiger und fundierter Meilenstein dafür, die gesetzlichen Vorgaben entsprechend fortzuentwickeln, so Myck weiter. Die WHO selbst sieht ihre Leitlinien als Empfehlungen, um die Bevölkerung vor Lärm zu schützen. Damit sollen Politiker Richtwerte festlegen und bauliche Maßnahmen veranlassen oder einfordern, damit die Richtwerte eingehalten werden.

Klassiker des Krachs
Wenn Fußball auf die Ohren geht
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Wer die Spiele der Fußball-WM in großer Runde genießen möchte, sollte die Vuvuzela zu Hause lassen. Puiblic-Viewing mit Tröte ist in Deutschland - etwa hier in Hamburg - meist unerwünscht. Dabei sind Vuvuzelas beileibe nicht die einzigen ungesunden Fußball-Krachmacher. Hear the World - eine Initiative des Schweizer Hörgeräteherstellers Phonak - hat untersucht, was uns beim Fußball wie stark auf die Ohren schlagen kann. Foto: dpa

Alphorn Vuvuzela
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Angeführt wird die Rangliste des Krachs - nein, nicht von der ursprünglichen Vuvuzela, sondern von ihrer Schweizer Weiterentwicklung, der Alphorn Vuvuzela. 127 Dezibel haben die Experten von Hear the World bei ihren Tests gemessen. Damit liegt die Tröte im Bereich eines startenden Flugzeugs. Zum Vergleich: Schon bei einer dauerhaften Lärmeinwirkung von 85 Dezibel kann es zu Gehörschäden kommen. Und jede Erhöhung um 10 Dezibel entspricht einer Verdoppelung des Lärmpegels. Foto: Cross Promotion AG

Vuvuzela
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Mit 123,4 Dezibel bleibt die südafrikanische Fußballtröte allerdings kaum hinter ihrem Schweizer Pendant zurück. Foto: dpa

Samba-Trommeln
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Der brasilianische Stimmungsmacher lässt mit 122,2 Dezibel ebenfalls den brennenden Wunsch nach Ohrstöpseln aufkommen - zumindest bei den Umstehenden. Foto: dpa

Schiri-Pfeife
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Auch vom Schiedsrichter gibt's was auf die Ohren: Ein kräftiger Pfiff aus der Trillerpfeife schlägt mit 121,8 Dezibel zu Buche. Foto: dpa

Fan-Gesang
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Auch ganz ohne Hilfsmittel ist der Fußballfan in der Lage, unsere Ohren über ein verträgliches Maß hinaus zu beschallen. Immerhin 121,6 Dezibel erreichten zwei Schweizer Ballbegeisterte, die im Auftrag von Hear the World ihre Fangesänge im Duett anstimmten. Foto: ap

Kuhglocke
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Stolze 114,9 Dezibel maßen die Experten bei diesem Klassiker des Krachs. Foto: dpa

Die Werte für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr weichen voneinander ab, weil unterschiedlicher Lärm laut WHO unterschiedliche gesundheitliche Folgen hat. So liefere eine Autobahn eine ständige Geräuschkulisse. Ein vorbeifahrender Zug mache kurzfristig Lärm, worauf eine längere Ruhephase folge.

Neue Richtlinien hat die WHO auch für Freizeitlärm. Dazu zählen Besuche von Nachtclubs, Kneipen, Live-Sportveranstaltungen, Fitnesskursen, Konzerten und das Hören von lauter Musik über persönliche Abhörgeräte. Die WHO empfiehlt, die Lärmbelastung im Jahresdurchschnitt von allen Quellen zusammen auf weniger als 70 Dezibel zu begrenzen, „weil Freizeitlärm oberhalb dieses Wertes mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden ist“.

  • dpa
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