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Strom aus dem Meer Ebbe und Flut in der Steckdose

Auch das Meer kann uns mit Strom versorgen: Jeder Meter Wellenfront liefert 30 bis 100 Kilowatt Leistung – das meiste davon bricht sich bislang ungenutzt an der Küste. Mit neuen Technologien versuchen Wissenschaftler, sich die Kraft der Ozeane verfügbar zu machen.
  • Daniel Lingenhöhl
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Weltweit branden jeden Minute riesige Energiemengen gegen die Küsten. Quelle: ap

Weltweit branden jeden Minute riesige Energiemengen gegen die Küsten.

(Foto: ap)

HEIDELBERG. Liegt die Lösung unserer Energieprobleme an den Küsten der Ozeane? Weltweit branden jede Minute mit dem Wasser enorme Energiemengen gegen die Küsten – Energie, die Begehrlichkeiten der Stromerzeuger weckt.

„Wasser ist mehr als 800 Mal dichter als Luft, die Bewegungen der Gezeiten, Wellen, Ozeanströmungen und in Flussmündungen bedeuten daher eine bislang kaum angezapfte saubere Energiequelle“, sagt zum Beispiel Hansong Tang vom New Yorker City College, der mit seinen Kollegen das Potenzial der amerikanischen Küsten für so genannte Wellen- und Gezeitenkraftwerke auslotet: Schätzungen gehen davon aus, dass allein in den USA bis zu 67 Millionen Haushalte auf diese Weise mit kohlendioxidfreiem Strom versorgt werden könnten.

Richtig neu ist die Idee, die Kraft von Ebbe und Flut zu nutzen, nicht: Schon vor über 40 Jahren ging das erste Kraftwerk dieser Art an der Mündung des französischen Flusses Rance bei Saint-Malo in der Bretagne ans Netz. Quer durch den gesamten Fluss wurde 1966 ein Stauwerk gebaut, das bei Flut das Flusswasser staut und dieses bei Niedrigwasser ablaufen lässt. Dadurch werden 24 Turbinen angetrieben, die jeweils zehn Megawatt Leistung produzieren und jährlich insgesamt 600 Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz einspeisen: Damit können immerhin 150 000 Haushalte versorgt werden.

Funktionsfähig ist das Kraftwerk allerdings nur knapp 2200 Stunden im Jahr, denn es kann ausschließlich während der Ebbe Energie erzeugen, wenn der Wasserspiegel um bis zu 18 Meter unter seinem Höchststand liegt: Ein Manko, das dieser Technologie enge Grenzen setzt. Geeignet sind nur Küstengebiete, in denen der Tidenhub – die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser - mehr als fünf Meter beträgt. Weltweit kommen dafür allenfalls 100 Gebiete in Frage.

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