Strom Droht schon bald der Netzkollaps?

Der Flaschenhals bei der Umsetzung des Öko-Energiekonzepts der Bundesregierung wird immer offensichtlicher: Das deutsche Stromnetz. Die Regierung fürchtet beim Netzausbau viele kleine Stuttgart 21.Umweltminister Norbert Röttgen warnt bereits vor massiven Netzproblemen.
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Strommasten in der Nähe eines Umspannwerks am Rande von Lübeck. Für den Ausbau der Ökoenergie müssen die Stromnetze in Deutschland ausgebaut werden. Quelle: dpa

Strommasten in der Nähe eines Umspannwerks am Rande von Lübeck. Für den Ausbau der Ökoenergie müssen die Stromnetze in Deutschland ausgebaut werden.

(Foto: dpa)

HB BERLIN. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sorgt sich. "Wir sind in einigen Regionen in Grenzbereichen der Netzstabilität", sagt der CDU-Politiker. Erst so langsam dämmert den Bürgern, dass der Traum von mindestens 80 Prozent Ökostrom bis 2050 ohne eigene Opfer nicht funktioniert. Die Ökoenergie-Branche fürchtet, dass ohne Netze immer häufiger ihre Windräder und Solaranlagen abgeschaltet werden.

Um den Windstrom von der Küste in den Süden zu bekommen und um den überall in Deutschland produzierten Sonnenstrom einzuspeisen, sind neue Stromautobahnen, aber auch intelligente Netze nötig. Sie müssen flexibler als heute auf die schwankende Einspeisung und den sich täglich verändernden Stromverbrauch reagieren. Der Zustand bei den deutschen Netze sei in etwa so, als ob man in der Telekommunikation noch die Wählscheibe benutzen würde, sagt ein Regierungsmitglied.

Doch Bürgerinitiativen stellen sich vielerorts im Land quer beim Netzausbau. Sie warnen vor einem erhöhten Alzheimer- und Krebsrisiko durch die Magnetfelder bei Hochspannungsleitungen. Und natürlich vor Schäden für die Natur. So soll eine neue Hochspannungsleitung durch ein Biosphärenreservat durch die Uckermark, der Heimat von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), oder über den Rennsteig in Thüringen laufen.

In Regierungskreisen wird eindringlich vor vielen kleinen Stuttgart 21 gewarnt. Ohne neue Netze werde es länger Atom- und Kohlestrom geben. Auch der Bürger müsse mitmachen, wenn die Öko- Energiewende Realität werden soll, betont Merkel.

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7 Kommentare zu "Strom: Droht schon bald der Netzkollaps?"

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  • Wir wollen keinen Solarstrom !
    Damit wird nur eine Energieelite herangezogen die keiner gebrauchen kann, die ,die sich nach wie vor den von ihnen verbrauchten Strom leisten kann,und die ,die sich ihren Strom von der Allgemeinheit bezahlen lassen.Der Übergroße Rest, der Arbeitet,seine Steuern bezahlt ,und seine Nebenkosten auch selber finanziert wird mit spitzem bleistift rechnen müssen welche Elektrogeräte er sich noch in Zukunft leisten kann.

  • Mit dem Solarstrom, der Windkraft und dem Auto das mit Wasser fährt ist das so eine Sache. Solarstrom und Windkraft wird zum Sündenbock für alle Versäumnisse der Energiegiganten gemacht und das Auto das mit Wasser fährt wird totgeschwiegen. Alles zum Wohle der Öl- und Strommultis. Energie, bahn, und banken müssen staatlich kontrolliert und ggf. auch verstaatlicht werden. Sonst wird alsbald Energie zum Luxus, bahnreisen inkl. ÖPNV unbezahlbar und banken zum Alptraum der Steuerzahler. Das hat nichts mit Sozialismus und auch nicht mit "GRÜN" zu tun. ich denke das wäre ein Schritt in die richtige Richtung! Dazu müssten am Anfang alle, aber auch alle Politiker und Lobbyisten den Saal verlassen. Aber wen nehmen wir dann für diese Herausforderung? Gibt es genügend uneigennützige und vor allem parteilose Fachleute, Akademiker und ingenieure für einen Neuanfang? Man darf doch mal träumen?!

  • Will man Ökostrom aus kleinen Einheiten flexibel ins Netz einspeisen, so muß man zuerst für die infrastruktur sorgen, damit das Netzwerk sinnvoll geschaltet werden kann.
    Das ist aber eine Zentrale Aufgabe aller Enegieversorger, groß oder klein.
    Ein Rechtsanwalt als Umweltminister ,wie Röttgen, ohne Ahnung von Projektplanung, ist hier völlig fehl am Plate.
    Das paß zur gegenwärtigen Regierung

  • Gerade deswegen ist der Eigenverbrauch eine hervorragende Regelung: Ab sofort bevorzugung von Eigenverbrauchsanlagen, weniger Geld für Einspeise bzw. Einspeise nur nach bedarf. Probleme im Netz ist planerisch vermeidbar.

  • Ökostrom muss als Sündenbock für über Jahre vernachlässigte investitionen in die Netzinfrastruktur herhalten. investitionen in die Netze wären heute auch ohne Ökostrom notwendig, nachdem die 4 großen Konzerne über Jahrzehnte durch die Politik begünstigt Profite maximiert und investionen vernachlässigt haben.
    Das ostdeutsche Stromnetz wurde im sogenannten Stromvertrag (1990) quasi zum Nulltarif an die Konzerne verschenkt (1 Mrd. DM für alle Kraftwerke, Liegenschaften, immobilien und das gesamte Netz sowie alle Leitungsrechte zusammen!). bei Jahr für Jahr 4,5 Mrd. DM Umsatz nur aus diesem Segment mit sicherem Kundenstamm und >25% Marge ein tolles Geschäft.
    2010 hat Vattenfall allein das Netz aus diesem Paket für 800 Mio Euro (1,6 Mrd. DM) verkaufen können.

  • in einem drohendem Netzkollaps sehe ich eher ein Argument gegen als für eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Diese sind nämlich mitnichten so flexibel wie von der Atomlobby immer wieder aufgetischt wird. Weniger als 40% der Nennleistung ist im Regelbetrieb schlichtweg nicht möglich, d.h. beim betrieb von allen 17 deutschen Reaktoren mit ihren ca. 20 GW sind 8 GW dauernd durch die AKWs verstopft. Da erkläre mir mal einer wie der Atomstrom und die Erneuerbaren ein "Traumpaar" bilden sollen. Das moderne Konzept eines dezentralen, flexiblen Netzes verträgt keine Uraltdinosaurier, deshalb einen schnellstmöglichen Atomausstieg und den Neubauverzicht von Kohlekraftwerken. Es stimmt, es muss einen Übergang geben, der nicht von heute auf morgen gelingt, aber der heißt einzig und allein Gas.

  • Konfliktäre Öko-Ziele? Da hilft nur die Spaltung des grünen Lagers in viele kleine autonome Einheiten die sich gegenseitig bekämpfen!

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