Tiefe Grundwasservorkommen Kalifornien hat mehr Wasser als angenommen

Kalifornien wird seit Jahren von einer extremen Dürre heimgesucht. Dabei verfügt der Sonnenstaat über deutlich mehr Grundwasser als bislang vermutet, sagen Forscher. Doch dieses Tiefenwasser ist gefährdet.
Bewässerungsanlage auf einem Feld in Stockton (Kalifornien). Eine Dauer-Dürre trocknet den Sonnenstaat seit Jahren aus. Quelle: dpa
Künstliche Bewässerung

Bewässerungsanlage auf einem Feld in Stockton (Kalifornien). Eine Dauer-Dürre trocknet den Sonnenstaat seit Jahren aus.

(Foto: dpa)

StanfordIm dürregeplagten Kalifornien gibt es offenbar deutlich mehr Grundwasser als angenommen – allerdings versteckt es sich tief in der Erde. Allein im Central Valley seien die unterirdischen Süßwassermengen mit 2700 Kubikkilometern fast dreimal so groß wie bisher geschätzt, berichten Geologen der Stanford University in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Die Experten, die Daten von zahlreichen Öl- und Erdgaslagerstätten sowie Bohrlöchern auswerteten, kamen sogar auf fast 3900 Kubikkilometer, wenn sie das verwertbare Wasser mit höherem Salzgehalt hinzurechneten. Im Central Valley wächst ein großer Teil der US-Produktion von Obst, Gemüse und Nüssen. Die meisten Anbauflächen müssen künstlich bewässert werden.

96 Millionen Bälle gegen die Dürre
Bälle auf Beton
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Vier Jahre hält eine historische Dürre den US-Bundesstaat Kalifornien bereits in Atem: Nun sind die Wasserreservoires leer, die Flüsse auf einem historischen Tiefststand, und die Politik ist alarmiert. Um die Wasserversorgung zu garantieren, greift die Regierung nun zu einem ungewöhnlichen Mittel: Bälle...

Ab ins Wasser
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Im kalifornischen Sylmar, nahe Los Angeles, purzeln Millionen Bälle in ein Wasserreservoir: Die sogenannten „Shade Balls“ sollen die gesamte Wasseroberfläche bedecken und die Verdunstung des knappen Guts stoppen.

20.000 Bälle
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Schwarze Bälle bedecken die Wasseroberfläche des Los-Angeles-Wasserreservoirs:: In Sylmar wurden am Mittwoch während einer Pressevorführung 20.000 Bälle „versenkt“.

Plastik
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96 Millionen schwarze Plastikkugeln im Los Angeles Wasserreservoir sollen verhindern, dass zu viel Wasser in der Sonne verdunstet: Um die Bälle ins Wasser zu bringen, hatten Helfer alle Hände voll zu tun...

Bürgermister hilft
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In Sylmar half auch der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti (links) mit, die Bälle in das Reservoir zu bugsieren. Er stellte die Plastikbälle als kostengünstige Variante, um Wasser zu sparen, vor und half tatkräftig mit...

Medienrummel
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Kameraleute filmen das Spektakel in Sylmar: Trinkwasser ist ein Aufregerthema in den USA, insbesondere im „Sunny State“ Kalifornien. Die Maßnahme ist auch für den Bürgermeister von Los Angeles eine günstige Gelegenheit, sich als Retter in Szene zu setzen...

Mit Krawatte und Ball
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Eric Garcetti, seines Zeichens Bürgermeister von Los Angeles, mit einem der „Shade Balls“: Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 34,5 Millionen Dollar.

Die nun ins Spiel gebrachten Vorkommen liegen in wasserführenden Gesteinsschichten, sogenannten Aquiferen, bis zu 3000 Meter tief unter der Erdoberfläche, berichten die Geologen Mary Kang und Robert Jackson. Ein Teil des Tiefenwassers ist allerdings salzhaltig und müsste selbst zur Bewässerung zunächst aufbereitet werden. In der Regel nimmt der Salzgehalt von Grundwasser zu, je tiefer es im Erdreich lagert.

Durch Öl- und Erdgasförderung in nächster Umgebung sind die tiefen Grundwasservorkommen aktuell gefährdert, berichten die Forscher. Derzeit werden diese tiefen wasserführenden Schichten nämlich weder untersucht noch überwacht.

„Es kann sein, dass wir dieses Wasser in einem Jahrzehnt brauchen werden. Deshalb ist es sinnvoll, es zu schützen“, betonte Mary Kang. „Unsere Funde sind auch für andere Gegenden mit Wasserknappheit relevant, etwa Texas, China und Australien.“

40 Millionen Bäume vernichtet
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