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Treibhausgas Eisschmelze setzte massenhaft Methan frei

Riesige Krater am Grund der Barentssee zeigen, dass das Treibhausgas Methan nach der letzten Eiszeit explosionsartig aus dem Meeresboden entwich. Das könnte sich durch den Klimawandel heute wiederholen.
06.06.2017 - 10:07 Uhr
Die Computergrafik zeigt Krater, die vor rund 12.000 Jahre sich gebildet haben. Aus den Kratern treten Methan und andere Gase aus. (Bild: Andreia Aletia Plaza Faverola/CAGE) Quelle: dpa
Methankrater am Meeresgrund

Die Computergrafik zeigt Krater, die vor rund 12.000 Jahre sich gebildet haben. Aus den Kratern treten Methan und andere Gase aus. (Bild: Andreia Aletia Plaza Faverola/CAGE)

(Foto: dpa)

Oslo Nach der letzten Eiszeit sind riesige Mengen Methan explosionsartig aus dem arktischen Meeresboden entwichen. Forscher fanden am Grund der Barentssee zwischen Spitzbergen und Norwegen Hunderte Krater, die auf dieses Phänomen schließen lassen. Mehr als 100 davon haben einen Durchmesser von 300 bis 1000 Metern und sind bis zu 30 Meter tief.

Im Fachblatt „Science“ folgert das Team, dass sich große, unter massivem Druck stehende Methanspeicher vor rund 12.000 Jahren entluden, nachdem sich der darüber liegende Eispanzer zurückgezogen hatte. Solche Szenarien könnten sich bei einem Rückzug heutiger Eisschilde möglicherweise wiederholen, mahnen die Autoren.

Methan (CH4) trägt zur Erwärmung der Erde bei, der Treibhauseffekt ist etwa 25 Mal stärker als der von Kohlendioxid (CO2). Der arktische Ozeanboden beherbergt riesige Mengen Methan in Form von Methanhydrat, einer Eis-artigen Mischung aus Gas und Wasser, die bei hohem Druck und kalten Temperaturen stabil ist. Methanhydrat kommt den Forschern zufolge vielerorts unter dem Meeresgrund vor, aber auch an Land unter Permafrostböden.

Auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren war Methanhydrat im Boden der Barentssee unter einer kilometerdicken Eisschicht gefangen. „Der Kraterbereich war während der letzten Eiszeit von einer dicken Eisdecke bedeckt, genau wie heute die West-Antarktis“, so die Erstautorin der Studie, Karin Andreassen von der norwegischen Universität Tromsø.

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