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Twitternde Bäume Der Wald geht online

„Hilfe, ich habe Durst“ – so oder so ähnlich könnte es klingen, wenn demnächst eine Kiefer aus der Schorfheide twittert. Forscher wollen mit neuen Methoden die Folgen des Klimawandels für den Wald erfassen.
13.04.2016 - 12:58 Uhr
Die Pflanzenökologin Kathy Steppe stattet Bäume mit Messfühlern und Sensoren aus, die die Vitalwerte der Pflanzen per WLAN direkt ins Internet senden. Quelle: dpa
Baum twittert über seinen Gesundheitszustand

Die Pflanzenökologin Kathy Steppe stattet Bäume mit Messfühlern und Sensoren aus, die die Vitalwerte der Pflanzen per WLAN direkt ins Internet senden.

(Foto: dpa)

Eberswalde Dass Menschen mit ihren Pflanzen sprechen, ist nicht ungewöhnlich. Doch jetzt twittern Bäume zurück. „Wir haben eine Sprache gefunden, wie diese mit uns kommunizieren können“, sagt die Ökophysiologin Kathy Steppe von der belgischen Universität Gent. Die Forscherin will wissen, wie es Pflanzen im Klimawandel ergeht.

In Joachimsthal, 70 Kilometer nordöstlich von Berlin, steht eine „Test-Birke“. Die Wissenschaftlerin will am Rande eines Kongresses in Joachimsthal Kollegen vorführen, wie sie Bäume zum Sprechen bringt. Mit Zauberei habe dies wenig zu tun.

So gehen Bäume „Made in Germany“
Ballenstecher
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Mit einem solchen Ballenstecher werden die Bäume alle vier bis fünf Jahre verpflanzt. Sie werden dann in einem größeren Abstand wieder eingesetzt. Das verhindert, dass die Wurzeln zu weit auswuchern und der Baum später nicht mehr verpflanzt werden kann.

(Foto: Baumschule Lorberg)
Sträucher
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Bei der Baumschule Lorberg werden aber nicht nur große Bäume verkauft, sondern auch Hortensien. Im Jahr verlassen rund 5000 Stück die Baumschule; das entspricht in etwa einem solchen Feld.

(Foto: Baumschule Lorberg)
Bäume an prominenten Plätzen
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Auch vor der Elbphilharmonie in Hamburg stehen Lorberg-Bäume. Dieser Baum ist eine Robinie und wurde 2011 gepflanzt. Fünf weitere Bäume, auch in der Größe von 12 bis 15 Metern, folgen noch in den nächsten Baujahren.

(Foto: Baumschule Lorberg)
Riesen-Bonsai
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Bonsai gibt es nicht nur in klein. Dieser Riesen-Bonsai namens Niwaki hat feine bläuliche Nadeln. Die Pflanze ist etwa 50 Jahre alt und brauchte rund 25 Jahre bis sie diese Form erreicht hat. Wer ihn haben möchte, muss 35.000 Euro auf den Tisch legen.

(Foto: Baumschule Lorberg)
Bis zu fünf Jahre Formbildung
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Zwischen 6000 und 9000 Euro kostet so eine normale Waldkiefer in Pinienform. Bis der Baum eine solche Form erreicht, dauert es zwischen drei und fünf Jahren.

(Foto: Baumschule Lorberg)
Umringt
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Diese Schwarzkiefern haben einen Springring um sich. Mit diesem überdimensionierten durchlöcherten Pflanzcontainer wird verhindert, dass die Wurzeln im Kreis wachsen, wenn sie an den Rand stoßen. Mit Wurzeln, die im Kreis führen, würde der Baum später nur schwer wieder anwachsen. Vor dem Transport kommt der Springring aber wieder ab.

(Foto: Baumschule Lorberg)

„Die Bäume werden einfach mit Messfühlern und Sensoren ausgestattet, die ihre Vitalwerte per WLAN direkt ins Internet senden“, erläutert sie. „Es funktioniert wie eine Art Fitnesstracker beim Menschen."

Im Kern geht es darum, Veränderungen im Wasserhaushalt von Bäumen zu erkennen. „Der Wassertransport ist der Herzschlag eines Baums“, sagt Andreas Bolte, Leiter des Eberswalder Thünen-Instituts für Waldökosysteme, das als Bundesforschungsinstitut an dem Projekt beteiligt ist. Letztlich könnten Tweets über Verdunstung und Wasserfluss bei starker Trockenheit mit der Formel „Hilfe, ich habe Durst“ übersetzt werden.

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    Der Klimawandel und damit einhergehende Extremwetterlagen setzen Bäumen in ganz Europa mächtig zu. Über vier Jahre haben Genetiker, Ökophysiologen, Holz-Anatomen und Pflanzenökologen innerhalb des europäischen Forschernetzwerks „Streess“ sich dieses Themas angenommen und Daten zusammengetragen.

    „Die allgemeingültige Antwort, wie Wäldern geholfen werden kann, gibt es nicht. Es ging für uns in einem ersten Schritt darum zu verstehen, wie einzelne Baumarten auf extreme Trockenheit überhaupt reagieren“, erklärt Bolte.

    Ziel ist ein europaweites Frühwarnsystem
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