Umstrittenes Comeback Die Rückkehr der Wölfe

In Deutschland leben immer mehr Wölfe. Was für Umweltschützer eine gute Nachricht ist, treibt Jäger und Bauern auf die Barrikaden. Sie streiten über den richtigen Umgang mit dem Rückkehrer.
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Der Wolf wird wieder heimische in Deutschland - doch das gefällt nicht jedem. Quelle: dpa

Der Wolf wird wieder heimische in Deutschland - doch das gefällt nicht jedem.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEin Waldstück in der Nähe von Celle. Ein Jäger sitzt in seinem Hochstand. Er richtet sein Gewehr aus, schießt und trifft. Als der Jäger das Reh inspizieren möchte, bemerkt er etwas hinter sich. Er dreht sich um, wenige Meter entfernt steht ein Wolf. Auch er hat es auf das Reh abgesehen. Der Jäger geht auf Nummer sicher, verlässt den Ort und überlässt das Reh dem Wolf.

Immer häufiger kommt es mittlerweile zu Begegnungen zwischen Mensch und Wolf. Nach 100 Jahren Abwesenheit ist Canis lupus nach Deutschland zurückgekehrt. Vor 14 Jahren wurden die ersten Wölfe hierzulande in der Lausitz heimisch. Heute leben laut Bundesumweltministerium 25 Wolfsrudel und -paare sowie vier ortstreue Einzeltiere in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen - insgesamt bis zu 300 Tiere. Vereinzelt wurden Wölfe auch schon in Bayern, Thüringen und Rheinland-Pfalz gesichtet.

In Niedersachsen gab es die ersten Wolf-Kontakte vor etwa fünf Jahren. Mittlerweile leben drei Rudel in dem Flächenland, genauer gesagt auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord, im Wendland und in Bergen im Landkreis Celle. Hinzu kommt ein Einzelgänger im Raum Cuxhaven.

„Viele Schäfer sind auf die Wölfe nicht vorbereitet“, sagt Thomas Sporn, Kreisjägermeister für Hannover. Jäger würden zudem unter finanziellen Einbußen leiden, weil sie ihre Jagdpläne nicht mehr erfüllen könnten.

Dieses Argument lässt Harald Martens vom Bundesamt für Naturschutz nicht gelten. „Das Wild gehört den Jägern nicht“, sagt der Wolfs-Experte. Ohnehin gebe es in Deutschland zu viel Wild. Der Wolf sei eine gut Ergänzung zur Arbeit der Jäger.

Alarmiert sind auch die Vermieter von Ferienhäuser: Aus Angst vor Wölfen bestellen immer mehr Leute ihre Ferienhäuser wieder ab, sagen sie und fürchten dauerhafte Einnahmeverluste. Eine Gefährdung für den Menschen erkennt das Bundesamt für Naturschutz derzeit aber nicht – ebenso wie der Deutsche Jagdverband. Dies hängt auch damit zusammen, dass der Wolf als möglicher Überträger der Tollwut ausfällt - seit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei.

Streitfrage: Gehört der Wolf ins Jagdgesetz?
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15 Kommentare zu "Umstrittenes Comeback: Die Rückkehr der Wölfe"

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  • Hallo,
    natürlich haben Ziegen- und Schafhalter in den betroffenen Gebieten ein Problem mit dem Wolf. Aber man muss hier auch den Vorteil für die Allgemeinheit sehen, die ist in 100 Jahren auch noch da. Aber die Zigen- und Schafhalter wohl nicht mehr. Keiner der Kinder oder Enkel wird weiter die 30 Schafe halten, wenn der Papa oder Opa stirbt. Dann kommen die Schafe spätestens zum Schlachter. Volkswirtschaftlichen Nutzen bringen die auch heute nicht ein, wenn man von den Deichschafen absieht, die ja auch wolfssicher eingezäunt werden können. Wir können nicht ewig so weitermachen und uns die Erde so basteln, wie wir gerade wollen. Wichtig ist dabei auch eins: Wildbrücken über Autobahnen. Diese sieht man in Deutschland kaum, in Frankreich sehr häufig. Wir sollten unsere Politiker dazu auffordern, einen Umweltpfennig auf jeden Verbrauch zu erheben. Etwa 1 % der Mehrwertsteuer würde schon richtig was in die Kasse bringen, womit man wuchern könnte. Und keinem tut es weh. Gruß


  • Standing ovations!

    "Jeder, der Ahnung von Wölfen hat! In einem Waldgebiet, in dem Wölfe leben, würde ich seelenruhig die Nacht verbringen, ohne Zelt, ohne Feuer!"

    Sagen Sie Bescheid, ich komme mit!

    Dann drehen wir ein youtube dazu und zeigen die Kinderfressenden Rötkäppchen Monster mal in einem anderen Licht.

  • "Der Wolf jage nicht nach dem Tierschutzrecht. „Entweder wir jagen zivil und ethisch wie die Jäger oder eben unkontrolliert wie der Wolf.“"
    ---
    "Zivil" und "ethisch"? Soll das ein Witz sein?? Aber ich will das nicht weiter ausführen, sonst werde ich "unsachlich"!
    Ein Wolf jagt keineswegs "unkontrolliert", sondern *selektiv* das, was zu alt, zu krank, zu jung oder zu schwach, allgemein gesprochen also lebensuntüchtig ist, und seine Diagnose ist gewöhnlich fehlerlos. Schafe und Ziegen fallen für den Wolf unter dumm, ungefährlich und wehrlos, ergo muß man sie sach- und fachgerecht schützen.
    So nebenbei: Der Wolf hält das Wild in Bewegung, auch im Winter, und vermindert so deutlich den Verbiß.

    @ Arn
    Wenn man keine Ahnung hat...
    "...Familie beim Sonntagsausflug vom Rudel gerissen oder Kind in Vorgarten Tod gebissen."
    Zuviel Rotkäppchen gelesen? Lesen sie Fachliteratur über den Wolf, dann sehen Sie klarer! Jede einzelne Wildsau ist ganz entschieden gefährlicher als sämtliche Wölfe Deutschlands zusammen!

    "Wer traut sich da noch Angstfrei in Wälder (wo bekannt ist, das dort Wölfe leben!)"
    ---
    Jeder, der Ahnung von Wölfen hat! In einem Waldgebiet, in dem Wölfe leben, würde ich seelenruhig die Nacht verbringen, ohne Zelt, ohne Feuer!

    "Man kann nur an Jägger appelieren die Wölfe zu erschießen und an Ort und Stelle zu vergraben!"
    ---
    Das nennt man Aufforderung zu einer Straftat. Ich würde jeden Jäger, den ich dabei erwische, vor Gericht bringen!

    "Alle die sagen, die sind keine Gefahr, die würde ich in Tierpark in ein Wolfsgehege stecken. Dabei sind die Tiere dort noch sozial da sie regelmäßig gefüttert wurden."
    ---
    Tierpark??? Was für ein Blödsinn! Das Verhalten und die Sozialstruktur von Wölfen in Gefangenschaft ist nicht *annähernd* mit wilden Wölfen zu vergleichen. Unfälle in Gehegen beruhen übrigens immer auf menschlichem Versagen.

    Mein Fazit: Es wird über kein anderes Tier soviel "Dumm Tüch" verbreitet wie über den Wolf, gerade auch von Journalisten. Cui bono?

  • ....und in Brasilien sammeln sie wegen der WM gerade sämtliche Giftschlangen, Piranhas und die üblen Anakondas ein, und führt die Schlangen dem Biomüll zu.

    Man will verhindern das besoffene Fußballfans in den Dschungel stolpern, und bestimmte Vorfälle ein schlechtes Bild auf Brasilien wirft.

    ;-)

  • Im Süden von Florida werden die Aligatoren auch gerade zu Handtaschen und Westernstiefel verarbeitet.

    Wäre ja auch noch schöner wenn man in den Everglades wegen den Fiechern keine Kanutouren anbieten könnte.

    Man stelle sich mal vor wieviel Arbeitsplätze davon abhängen!

  • Ich bin wirklich dafür, das sich die G20 Staaten wegen dem Thema mal zusammensetzen.

    Man sollte dieses gesamte gefährliche Gesindel endlich mal von diesem Planeten verbannen.

    Wo kommen wir den dahin, wenn wilde Wölfe in Deutschland frei rumlaufen können. Auch Schwarzbären haben in Kanada nicht zu suchen, geschweige die weissen Bären in den weiten weisen Eiswüsten dieser Erde.

    Man kann mit seinen Kinder am Nordpol noch nicht einmal eine ungestörte Schnellballschlacht machen, ohne das man von Bären angefallen wird.

    Und die Haie vor der mexikanischen oder australischen Küste. Da kann mal noch nicht einmal vernünftig baden gehen. Die sollte man einfach ausrotten. Aber zum Glück sind ja einige Länder in dem Thema vernünftig. Die schneiden die Flossen ab, und schmeissen die Tiere einfach wieder ins Meer.

    Und wenn die G20 sich schon zusammensetzen, sollten Sie auch gleich den Homo sapiens mit auf die Liste setzen. Das ist nämlich das schlimmste und gefährlicheste Raubtier!

    Frisst das Meer leer, scheisst den Planeten dicht, und ruiniert den Planeten.

    Der muß echt als erster weg!

  • Ich aber zwar von noch keinem Kojoten in freier Fildbahn in Deutschland gehört aber die sind betimmt auch schon aus Amerika eingewandert.
    Meiner Meinung nach ist eher der Mensch eine Bedrohung des Kulturraumes als der Wolf.

  • Sorry aber Hütehunde helfen gar nicht, bei den angesprochenen Hunderassen handelt es sich um Herdenschutzhunde! Die Frage die sich mir hier stellt gehen deutsche Kinder bei sollen harten Wintern überhaupt vor die Tür.
    Bei Waschbären wird nicht so ein palaber gemacht und hier ist der volkwirdschalftliche Schaden bedeuten größer.

  • Wir sind die vergangenen 100 Jahre ohne Wolf ausgekommen. Und haben gut und sicher gelebt. Was wird besser, wenn wir jetzt den Wolf wieder bekommen? Ich vermisse ihn nicht.

  • Die Rückkehr des Wolfes in den Kulturraum sehe ich als kritisch an. Wichtige Nutzergruppen des ländlichen Raumes wurden nicht gefragt und man spricht ihnen von Seiten des verwaltenden Naturschutzes die Kompetenz ab, mitzureden. Es gebe eh zu viel Wild und den Schäfern fehlen ja nur Hütehunde und ein paar Zäune, alles kein Problem. Jäger und Bauern sollen sich nicht so anstellen. Schöne einfache Welt. Vom Wolf getötete oder verletzte Hunde, Nutz- und Freizeittiere werden ausgespart und ebenso, dass manche Wolfsbeauftragte nur bewaffnet ihrer Arbeit nachgehen.

    Aber bitte schön: wem gehört denn der Großteil des ländlichen Raumes? Haben die Eigentümer nicht das Recht. mitzubestimmen über die Neubesiedlung weiterer Flächen durch den Wolf?

    Die Jäger haben von den Landeigentümern das Eigentumsrecht Jagd nur "geliehen" und für die Grundeigentümer stellt die Wiederbesiedlung des Wolfes einen erheblichen Eingriff in deren Eigentum dar.


    Der Wolf als oberster Prädator wird idealisiert und sein Vorkommen in der Fläche. Nur vergisst das Bundesamt für Naturschutz, dass wir hier in einem Kulturraum leben. Zu einem Wolfsmanagement muss auch auch eine geregelte mögliche Reduktion der Bestände gehören, weil sich eben nicht - anders als in der Wildnis - alles selber regelt.
    Auch dies muss man unaufgeregt und Verhältnismäßig erörtern dürfen.



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