Umwelt CO2-Konzentration erreicht historischen Höhepunkt

Mehrere Klimastationen haben einen so hohen CO2-Wert in der Atmosphäre gemessen wie zuletzt vor Millionen von Jahren. Forschern macht das Sorgen, doch die Konsequenzen sind unklar: Der CO2-Anstieg war noch nie so rasant.
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Raum und Dampf steigen aus einem Kohlekraftwerk auf. Quelle: dpa

Raum und Dampf steigen aus einem Kohlekraftwerk auf.

(Foto: dpa)

Washington/BerlinDer Anteil des klimaschädlichen Kohlendioxids in der Atmosphäre hat die symbolisch bedeutsame Grenze von 400 Teilen von einer Million (ppm) erreicht. Wie US-Forscher am Freitag mitteilten, wurde diese Schwelle am Donnerstag erstmals in der Geschichte der Menschheit überschritten. In der Messstation der Nationalen Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) in Mauna Loa im Bundesstaat Hawaii wurde ein Tagesdurchschnittswert von 400,03 ppm CO2 gemessen, im Scripps-Institut für Ozeanologie im kalifornischen San Diego waren es 400,08 ppm.

Der Leiter des Earth System Science Center an der Penn State University, Michael Mann, äußerte sich sehr besorgt über das Tempo, mit dem die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre steigt. "Es gibt keinen Präzedenzfall in der Geschichte der Erde für solch einen abrupten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen", sagte Mann der Nachrichtenagentur AFP. Lebewesen könnten sich an langsame Veränderungen ihrer Lebensbedingungen anpassen, bei dieser rasanten Veränderung sei dies aber nicht zu erwarten.

Mann führte aus, die Wissenschaft gehe davon aus, dass die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre zuletzt vor mehr als zehn Millionen Jahren so hoch gewesen sei. Damals sei es auf der Erde heißer gewesen und die Meeresspiegel hätten dutzende Meter über den derzeitigen gelegen.

Der Kommunikationschef des Umwelt-und Klimaforschungsinstituts Grantham an der Londoner School of Economics and Political Science, Bob Ward, erklärte, die Menschheit sei dabei, "ein prähistorisches Klima zu schaffen, in der sich unsere Gesellschaft enormen und potentiell katastrophalen Risiken ausgesetzt sieht".

Vor gerade drei Wochen lehnte das Europaparlament einen Plan ab, die Preise im Emissionshandel zu erhöhen. Das Handelssystem soll Industriekonzernen und Energieversorgern einen Anreiz bieten, die Emissionen zu reduzieren.

Kohlendioxid kann bis zu hundert Jahre lang in der Atmosphäre verweilen. Daher kann die derzeitige Konzentration des Treibhausgases noch Jahrzehnte lang für Klimaveränderungen sorgen. Vor der Industrialisierung betrug die CO2-Konzentration in der Atmosphäre noch 280 ppm, was eine Steigerung von über 40 Prozent bedeutet.

Gerade haben Forscher laut einer Studie in der Fachzeitschrift "Science" herausgefunden, die Arktis in der Zeit vor 2,2 bis 3,6 Millionen Jahren sehr warm war - in einer Epoche, in der die Atmosphäre nicht viel mehr Kohlendioxid (CO2) enthalten haben soll als heute. In dieser Zeit war die Arktis komplett eisfrei. Dies ergab die Untersuchung eines Bohrkerns vom Grund eines Sees im Nordosten Sibiriens.

"Dies könnte uns Hinweise auf die Entwicklung in der nahen Zukunft geben", schrieb das internationale Forscherteam unter Leitung von Julie Brigham-Grette von der US-Universität von Massachusetts im Amherst. "In anderen Worten: Das System Erde reagiert auf geringe Veränderungen des CO2-Gehalts stärker als in früheren Klima-Modellen vorhergesagt."

  • afp
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32 Kommentare zu "Umwelt: CO2-Konzentration erreicht historischen Höhepunkt"

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  • @andyh die Ursache-Wirkung-Kette lässt auch mehrere sich wider sprechende Einflüsse zu. Deshalb darf man nicht einzelne Faktoren isoliert betrachten und konstruiert Klimamodelle, in denen alle bekannten messbaren Einflüsse zusammen geführt werden. Das Ergebnis sind Aussagen über den wahrscheinlichen Klimaverlauf.

  • wenn man die Warnung vor einer Klimaerwärmung als Lobbyismus abtut, sollte man als Leser des Handelsblatt mal die Zahlen vergleichen: Interessenten an der Leugnung der Schädlichkeit von CO2 für das Klima sind Erdoel- und Autoindustrie, also viele hundert Milliarden Dollar -

    dagegen stehen Klima Institute mit Budgets von ein paar 100 Millionen Dollar. Wo ist hier die "Gefahr" oder welcher Einfluss wird größer sein?

    die hier vorgetragenen Argumente unterstellen den Instituten Unkenntnis der einfachsten physik. Gesetze über Jahrzehnte. Der Treibhauseffekt von CO2 und von H2O ist bekannt, ebenso der historische Klima Verlauf. Mit Berücksichtigung aller Einflüsse kommen die Profis, also Gelernte Meteorologen u. Physiker zu ihren Schlüssen. Sollen das alles Gauner oder Idioten sein?

  • "Fakt ist auch ,daß die Temperatur seit ca. 1800 ansteigt.Rate ca 1 grd/Jahrhundert."

    Nein. 1860-1880 etwa war das absolute Minimum im kleinen Eiszeit. Deswegen wird es als Bezugspunkt mißbraucht.
    1780-1810 war etwa so warm wie heute.
    Ab da ging es steil berg ab, auch mit sen Sonnenflecken, wie auch heute.
    Nun sind wir in einem Jahr wo im Mai noch schneite und elend nasskalt ist, nicht nur in Europa. Wie 1816 etwa.
    Als das Jahr ohne Sommer wird das vor allem im Nordosten Amerikas und im Westen und Süden Europas ungewöhnlich kalte Jahr 1816 bezeichnet. In den Vereinigten Staaten bekam es den Spitznamen „Eighteen hundred and froze to death“ und wurde auch in Deutschland als das Elendsjahr „Achtzehnhundertunderfroren“ berüchtigt.
    Jetzt haben wir Juni. Wo sind unsere Spargel und Erdbeer? Was kosten die Dinger selbst aus Spanien?

  • Nach wie vor gilt die Ursache-Wirkung Kette.
    Also müsste zwischen CO2 Konzentration und Temperatur eine eindeutige Korrelation geben. Das gibt es tatsächlich auf etwa 10.000 Jahre genau, es gibt nicht in 1000 Jahre Auflösung.
    Ebenso gibt es keinerlei Korrelation zwischen der anthropogene CO2 Abgabe und die Luftkonzentrationen.
    Dafür sind die Jahreszeiten einwandfrei detektierbar.

    Wenn man das alles ein ganz wenig durchs Kopf gehen lässt bleibt aus dem Klimaerwärmung recht wenig übrig.

    Zudem vergisst man eins: Erwärmen kann nur die Sonne.

  • Na, hier war ja schon der Artikel selbst Lobby-gesteuert.
    Scheinfakten mit vagen Vermutungen garniert, sollen die Angstmache erhalten.

  • Der Anstieg des CO2-Gehalts der Atmosphäre ist ein Fakt.Ob nun heute oder übermorgen 400 ppm erreicht werden ,ist völlig belanglos.Vermutlich wurde die Meldung auch nur hochgespielt,da gerade wieder Konferenzen zu neuen Klimazielen abgehalten werden.IM Erika hat sich ja auch gerade dazu geäußert.Fakt ist auch ,daß die Temperatur seit ca. 1800 ansteigt.Rate ca 1 grd/Jahrhundert.
    Was geflissentlich verschwiegen wird ist die Tatsache ,daß zuvor die Temperatur über mehrere hundert Jahre abgesunken war.Sog."kleine Eiszeit".Diese war mit Hungersnöten,Pestepidemien,Kriegen nicht gerade optimal.Die letzte Eiszeit liegt erst 10.000 Jahre zurück,und wurde durch gerade mal 5 grd Temperaturunterschied zu heute erzeugt.Große Teile der Nordhalbkugel lagen unter einem kilometerdicken Eispanzer der Rest war Kältesteppe.Wer diesen Zustand als ideal ansieht muß Masochist sein.
    Was höhere Temperaturen bewirken ,kann heute eine Reise in die Tropen zeigen.In der Erdgeschichte gab es diese Warm-Zeiten.Diese führten immer zu einer Explosion des Lebens.Die Kohlelagerstätten geben davon noch heute Zeugnis.
    Völlig pervers ist natürlich ,wenn ich CO2 senken will in China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb zu nehmen.Deutschland mit 2% des Weltenergieverbrauchs kann das nicht kompensieren.

  • Daß Wissenschaftler korrekt messen können, sollte man voraussetzen dürfen. Daß die gemessenen CO2-Konzentrationen weit streuen, auch, denn die Meßpunkte sind zeitlich und räumlich weit verteilt und ihre Zahl im Verhältnis zum Volumen der Erdatmosphäre verschwindend gering. Aber nehmen wir ruhig an, daß die Tendenz zu steigenden CO2-Werten inzwischen hinreichend belegt ist. Ob es gerade 400 ppm sind, sei dahingestellt, ist auch garnicht so wichtig, schon morgen stimmt der Wert nicht mehr.

    Ein ganz anderes Thema ist die Bewertung dieser Messungen. Zumindest seit es Säugetiere (und dazu gehört der Mensch auch) gibt, hält die Erde ihr Klima mit nur geringen Abweichungen von einigen °K ziemlich konstant. Und das bei nachgewiesen wild schwankender Zusammensetzung der Erdatmosphäre.

    Niemand hat bislang verstanden, wie und warum das so gut funktioniert, aber eine Menge Propheten verkünden, daß der Mensch an der CO2-Anreicherung schuld sei und daß die endgültige Katastrophe unvermeidbar sei, wenn nicht sofort heftig gegengesteuert würde und XXXX Milliarden in die Rettung des Klimas investiert würden.

    Würden Sie selbst Ihre Rolex reparieren, wenn Sie noch nie eine solche Uhr von innen gesehen haben? Oder sich unters Messer legen, wenn der Operateur noch nie einen Menschen von innen gesehen hat?

    Das ist der Knackpunkt. Solange es keine hieb- und stichfeste Erkenntnis gibt, wie die Erde ihr Klima über astronomische Zeiträume hinweg regelt, können weder Prognosen abgegeben, noch deren mögliche Konsequenzen beurteilt oder Eingriffe begründet werden. Es ist pure Quacksalberei aus politischem oder wirtschaftlichem Interesse.

    Daß man mondahu nicht mißverstehe: er ist sehr dafür, daß wir unseren Verbrauch an Resourcen einschränken, aber nicht wegen des Klimas, sondern um nicht am eigenen Müll jeder Art zu ersticken und um unseren Nachfahren noch Lebensraum zu hinterlassen.

  • Aber Hallo, wir reden von 400ppm. Das sind 400 parts per million. Da tummeln sich also 400 CO2-Moleküle unter 999600 Restmolekülen (O2, N2, und Spurengase). Jetzt soll mir einmal einer erklären, wie die Treibhaushomöophatie funktionieren soll. Was Sie wissen es nicht? Dann helfe ich mal kurz nach: Die ca 400 Teilchen haben auf die Wärmespeicherkapazität der Erdatmosphäre überhaupt keinen Einfluss. Um eine Treibhauswirkung zu erzielen, muss man sich schon auf die Venus begeben mit 99.9% CO2, 90bar Druck und 500°C. Effekte auf das Klima haben allenfalls die Verstädterung, Bodenversiegelung, Waldrodungen und landwirtschaftliche Monokulturen. Bei dem Treibhauseffekt geht es nur um eines: Unsere Wirtschaft muss um jeden Preis wachsen. Fakt! Aber leider ist schon alles erfunden (Auto, Fernseher, Computer, Handy usw.) Neues ist nicht in Sicht. Aber halt: Man erfindet den Treibhauseffekt. Da muss man Häuser isolieren, Solarpanels aufs Dach machen, die Autoflotte umrüsten, energieeffiziente Geräte anschaffen und , schwupps, ist die Wirtschaft und unsere kapitalistische Lebensweise gerettet. Also, wenn es den Treibhauseffekt nicht geben würde, hätte man ihn erfinden müssen!

  • Ich bitte mal, wenn man sowas behauptet, wie das ist doch völlig egal, auch echte Fakten zu verlinken - und bitte keine Spinnerseiten die heute meinen über das Klima was zu brabbeln, morgen über Ufolandungen und übermorgen über 9/11 Verschwörungszeugs oder wies Kreationismus richtig ist...

    Sondern Seiten, die in der unversitären Welt dieses Fachbereichs wenigstens halbwegs anerkannte Theorien bringen.

    Und bitte auch keine völlig absurden paranoiden Verschwörungstheorien von der Weltverschwörung der Klimatologen - das ist sowas von verrückt, dass einem selbst fundamentale religöse Spinner plötzlich vernünftig erscheinen.

  • Selbst wenn es einen zeitlichen Zusammenhang zwischen warmem Klima und CO2-Konzentration geben sollte, ist es falsch daraus eine kausale Ursache abzuleiten. Schließlich ist die stark zurückgegangene Storchenpopulation im letzuten Jahrhundert auch nicht für den Geburtenrückgang verantwortlich, obwohl beides parallel auftrat. Es gibt nicht einmal eine plausible Möglichkeit dazu: Wie bitte sollte CO2 denn überhaupt das Klima erwärmen? CO2 ist nur ein sehr kleiner Teil der Luft und CO2 bleibt am Boden, weil es schwerer als Sauerstoff ist. Deshalb kann es keinen Treibhauseffekt durch CO2 geben.

    Klimaerwärmung gab es immer mal wieder. Das hat mit dem CO2 nichts zu tun. Das wird nur behauptet, weil wir ständig irgendwelchen Katastrophen hinterher jagen. Das ist Ideologie pur, Opium für das Volk. Es ermöglicht es, uns leichter abzukassieren und die echten Probleme zu verdecken, zumindest gibt es wenig Protest.

    Ürigens, dass Ozonloch ist auch wieder zu. Wahrscheinlich, weil es die letzten Jahre so wenig beachtet wurde...
    Und seltsamerweise haben wir noch immer genauso viele Ölreserven, wie vor 40 Jahren, als der Club of Rome uns prognosizierte, die Ölreserven wären in 30 Jahren aufgebraucht.

    Waldsterben ist auch kein Thema mehr, Schweinegrippe war von vornherein ein geschickter Betrug. Nun wird über eine neue Art der Vogelgrippe berichtet...

    Es reicht nicht, Angst zu verbreiten und einen Ablasshandel einzuführen. Die Zusammenhänge müssen stimmen. Sollte es wirklich eine Klimaerwärmung geben und man Vorsorge treffen wollen, täte man gut daran mit der CO2-Hysterie nicht auf das falsche Pferd zu setzen.

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