Umweltverschmutzung Mit Krill gegen Mikroplastik

Die Plastikverschmutzung der Meere nimmt stetig zu, wirksame Gegenmaßnahmen gibt es bislang keine. Doch kleine Krebstierchen könnten den Menschen helfen.
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Können uns die winzigen Krebse im Kampf gegen Plastikmüll unterstützen? Quelle: AFP
Krill

Können uns die winzigen Krebse im Kampf gegen Plastikmüll unterstützen?

(Foto: AFP)

HeidelbergWie viel Kunststoffmüll in den Weltmeeren schwimmt, ist unbekannt: Die Schätzungen schwanken zwischen mehreren hunderttausend bis zu Millionen Tonnen. Sicher ist jedoch, dass der Abfall in Form von Mikroplastik zunehmend in die Nahrungskette gelangt und sich darin anreichert. Nun scheint es aber, dass genau von dieser Seite das Problem vielleicht auch ein wenig reduziert werden könnte.

Denn Krill nimmt das Mikroplastik nicht nur auf, das Krebstierchen kann es auch zumindest teilweise verdauen, wie Amanda Dawson von der Griffith University im australischen Nathan und ihr Team in Nature Communications schreiben. Die massenhaft im Plankton vorkommenden Krustentiere nehmen demnach Partikel unter fünf Millimeter Größe auf und scheiden sie dann in noch kleinerer Form im Mikrometerbereich wieder aus.

Dawson stieß zufällig auf diese Fähigkeit. Eigentlich wollte sie beobachten, wie sich der Plastikmüll toxisch auswirkt. Dazu versetzte sie Krill-Becken mit Polyethylen-Kügelchen, die als Peeling-Bestandteil von Kosmetika oder Duschgels eingesetzt werden. Die Krebschen nahmen die winzigen Kügelchen jedoch als Teil der Nahrung auf, zersetzten sie teilweise in ihrem Gedärm und schieden sie noch winziger wieder aus.

Tödlicher Wohlstandsmüll in den Meeren
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Wie gefährlich ist der Müll in den Meeren?
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Für Meerestiere und Seevögel bedeutet Plastikmüll Lebensgefahr: Er vergiftet sie schleichend oder verstopft ihre Mägen, sodass sie verhungern. Geschätzt 100.000 Meerestiere verenden jährlich an Müllpartikeln. Auch in Speisefischen wie Kabeljau oder Thunfisch wurden bereits Plastikpartikel nachgewiesen.

Welche Gefahren drohen dem Menschen?
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Plastikabfälle enthalten unter anderem chlorierte Kohlenwasserstoffe, Verhärter oder Weichmacher, sagt Katja Ziebarth, Meeresschutzreferentin des BUND Bremen. Der Müll ist also auch für den Menschen nicht harmlos. Winzige Plastikpartikel werden von Würmern, Muscheln, Krebsen aus dem Wasser gefiltert, die dann als Nahrung der Fische dienen. „Es ist davon auszugehen, dass Mikroplastik über die Nahrungskette auch wieder auf unseren Tellern landet“, so Schöttner.

Wird der Plastikmüll in den Meeren abgebaut?
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Der Plastikmüll kann viele hundert wenn nicht tausend Jahre erhalten bleiben. Größere Plastikteile zersetzen sich zwar, bleiben aber in Form kleinster Teilchen, als sogenannter Mikroplastik, erhalten. Der größte Teil des Plastikmülls im Meer treibt als Mikroplastik unsichtbar im Wasser. Etwa 15 Prozent halten sich an der Oberfläche, nur 5 Prozent gelangen an die Strände. Selbst entlegene Meeresregionen sind von den Problem betroffen, wie dieses Bild belegt, das Meeresforscher des Alfred-Wegener-Instituts gemacht haben. Es zeigt Plastikmüll auf dem Meeresgrund in der Arktis.

Sind alle Länder gleichermaßen betroffen?
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Es ist in der Tat ein weltweites Problem. Jährlich würden auf der ganzen Welt rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert, sagt Jörg-Olaf Wolff vom Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Wilhelmshaven. Daher sei es wichtig, bei der Bekämpfung des Mülls den Blick in alle Regionen der Erde zu werfen.

Was tut Deutschland, um das Problem in Griff zu bekommen?
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Die Bundesregierung setzt sich auf internationaler Ebene für eine Bekämpfung des Müllproblems ein. 2015 verabschiedeten die sieben großen Industrienationen (G7) einen Aktionsplan, der als Vorbild für die G20 dienen soll, die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Weitere Maßnahmen...

Im Schnitt waren die Partikel 78 Prozent kleiner als vorher; in Einzelfällen schrumpften sie sogar um bis zu 94 Prozent. In der Natur könnte der Effekt sogar noch größer sein, meint Dawson, denn die Kunststoffe sind selten „frisch“. Stattdessen wurden sie bereits durch Salzwasser und Sonnenlicht angegriffen, wodurch sie vielleicht noch leichter vom Organismus umsetzbar sind.

Die Wissenschaftler haben jedoch nicht untersucht, wie sich diese Verdauungsleistung auf den Krill langfristig auswirkt beziehungsweise welche Folgen dieser Prozess für die Nahrungskette haben kann. Womöglich reichern sich die Abbauprodukte in den Organismen an, die dann beispielsweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Zudem könnten kleinere Planktonwesen Mikroplastik aufnehmen, denen dies zuvor nicht möglich war, weil die Abfälle zu groß waren – das Problem könnte sich dann noch weiter verbreiten. Ohnehin gibt es wohl keinen Ozeanbereich mehr, der nicht von der Vermüllung betroffen ist. Kunststoffe wurden auch schon in der Tiefsee und im polaren Eis nachgewiesen.

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1 Kommentar zu "Umweltverschmutzung: Mit Krill gegen Mikroplastik"

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  • "Herr Carlos Santos
    14.03.2018, 08:52 Uhr
    FRAU MERKEL GEHT, HERR HORST SEEHOFER WIRD NEUER BUNDESKANZLER !!!

    Dann erst beginnt für ganz Deutschland wieder Normalität !!!!!"

    ..................................................................................

    MIT SEEHOFER ALS KANZLER.....dann beginnt die NORMALITÄT!!!!!!!!!
    ...laut unserem.......CARLOS( der Herr der Punkte und GROSSBUCHSTABEN)


    BITTE,BITTE CARLOS

    WELCHEN TEE TRINKST DU MORGENS?????????????????


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    PUNKTE UND GROSSBUCHSTABEN FÜR CARLOS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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