Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vermüllung von Nord- und Ostsee 389 Müllteile auf 100 Metern Küste

Dem Umweltbundesamt zufolge ist die Müllbelastung an den deutschen Küsten besorgniserregend. Viele Fische verenden an den weit verbreiteten Mikroplastikartikeln. Erstmals wurden auch Zahlen für die Ostseeküste erhoben.
09.06.2017 - 08:31 Uhr Kommentieren
Die Wegwerfgesellschaft ist für die Vermüllung der Küsten mitverantwortlich. Quelle: dpa
Nordseeküste

Die Wegwerfgesellschaft ist für die Vermüllung der Küsten mitverantwortlich.

(Foto: dpa)

Berlin Die Müllbelastung an den deutschen Küsten ist dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge besorgniserregend. In der Nordsee und an deren Küstenabschnitten habe es im Vergleich zum Jahr 2012 „keine signifikanten abnehmenden Trends“ beim Meeresmüll gegeben, heißt es nach einem Bericht der Funke Mediengruppe in einem Faktenpapier des Umweltbundesamtes. An den Stränden seien im Durchschnitt 389 Müllteile auf 100 Metern gefunden worden.

Der ganz überwiegende Teil sei Plastik, aber auch Glas, Gummi oder verarbeitetes Holz. Dafür verantwortlich seien unter anderem die Fischerei sowie Tourismus- und Freizeitaktivitäten. Auch an der erstmals untersuchten Ostseeküste hätten Forscher eine problematische Vermüllung festgestellt. Durchschnittlich seien hier rund 70 Teile auf 100 Meter Küstenlinie gefunden worden.

Alarmiert hätten sich die Forscher über die weite Verbreitung von Mikroplastikartikeln gezeigt. In Nord- und Ostsee untersuchte tote Fische hätten zu 69 Prozent solche Mikroplastikartikel aufgewiesen. „Meeresmüll ist eine Folge unserer heutigen Wegwerfgesellschaft und den vorherrschenden Produktions- und Konsummustern geschuldet“, sagte UBA-Meeresschutzexpertin Stefanie Werner.

Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer hatten unlängst in Bremen darauf gedrängt, gemeinsam gegen die Vermüllung der Meere vorzugehen. Nach Schätzungen von Umweltschützern befinden sich rund 140 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Tödlicher Wohlstandsmüll in den Meeren
    Plastikmüll im Meer
    1 von 8

    Plastik ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Doch längst belastet der Müll nicht mehr gebrauchter Plastikartikel wie Tüten, Geschirr, Besteck, Möbel, Folien die Umwelt – vor allem die Meere. Nach Schätzungen schwimmen in den Weltmeeren...

    (Foto: dpa)
    Plastikmüll verseucht Gewässer
    2 von 8

    ...mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik, und jedes Jahr werden es mehr. Zum „Welttag der Meere“ am 8. Juni ein paar Fakten zum Thema.

    (Foto: AFP)
    Wie gefährlich ist der Müll in den Meeren?
    3 von 8

    Für Meerestiere und Seevögel bedeutet Plastikmüll Lebensgefahr: Er vergiftet sie schleichend oder verstopft ihre Mägen, sodass sie verhungern. Geschätzt 100.000 Meerestiere verenden jährlich an Müllpartikeln. Auch in Speisefischen wie Kabeljau oder Thunfisch wurden bereits Plastikpartikel nachgewiesen.

    (Foto: AP)
    Welche Gefahren drohen dem Menschen?
    4 von 8

    Plastikabfälle enthalten unter anderem chlorierte Kohlenwasserstoffe, Verhärter oder Weichmacher, sagt Katja Ziebarth, Meeresschutzreferentin des BUND Bremen. Der Müll ist also auch für den Menschen nicht harmlos. Winzige Plastikpartikel werden von Würmern, Muscheln, Krebsen aus dem Wasser gefiltert, die dann als Nahrung der Fische dienen. „Es ist davon auszugehen, dass Mikroplastik über die Nahrungskette auch wieder auf unseren Tellern landet“, so Schöttner.

    (Foto: dpa)
    Wird der Plastikmüll in den Meeren abgebaut?
    5 von 8

    Der Plastikmüll kann viele hundert wenn nicht tausend Jahre erhalten bleiben. Größere Plastikteile zersetzen sich zwar, bleiben aber in Form kleinster Teilchen, als sogenannter Mikroplastik, erhalten. Der größte Teil des Plastikmülls im Meer treibt als Mikroplastik unsichtbar im Wasser. Etwa 15 Prozent halten sich an der Oberfläche, nur 5 Prozent gelangen an die Strände. Selbst entlegene Meeresregionen sind von den Problem betroffen, wie dieses Bild belegt, das Meeresforscher des Alfred-Wegener-Instituts gemacht haben. Es zeigt Plastikmüll auf dem Meeresgrund in der Arktis.

    (Foto: dpa)
    Sind alle Länder gleichermaßen betroffen?
    6 von 8

    Es ist in der Tat ein weltweites Problem. Jährlich würden auf der ganzen Welt rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert, sagt Jörg-Olaf Wolff vom Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Wilhelmshaven. Daher sei es wichtig, bei der Bekämpfung des Mülls den Blick in alle Regionen der Erde zu werfen.

    (Foto: dpa)
    Was tut Deutschland, um das Problem in Griff zu bekommen?
    7 von 8

    Die Bundesregierung setzt sich auf internationaler Ebene für eine Bekämpfung des Müllproblems ein. 2015 verabschiedeten die sieben großen Industrienationen (G7) einen Aktionsplan, der als Vorbild für die G20 dienen soll, die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Weitere Maßnahmen...

    (Foto: dpa)
    • dpa
    Startseite
    0 Kommentare zu "Vermüllung von Nord- und Ostsee: 389 Müllteile auf 100 Metern Küste"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%