Wintersport und Klimawandel Da helfen keine Schneekanonen

Schlechte Nachrichten für Wintersportler: Es taut - nicht nur im Frühjahr. Der Klimawandel lässt in die Schneefallgrenzen in den Alpen steigen. Eine aktuelle Studie zeigt: Auch Kunstschnee hilf auf lange Sicht nicht.
13 Kommentare
Schneesicherheit dank Kanonen: Für viele Wintersportgebiete in den Alpen ist das langfristig keine Option. Quelle: dpa

Schneesicherheit dank Kanonen: Für viele Wintersportgebiete in den Alpen ist das langfristig keine Option.

(Foto: dpa)

MünchenWeiße Schneezungen in sattem Grün, darauf ein paar unermüdliche Skifahrer und Tourengeher - so endet derzeit die Saison in den Skigebieten. Auf den Pisten hält sich der Schnee, auch wenn der Lifte schon geschlossen haben - denn sie wurden den Winter über kräftig beschneit, damit der Schnee auch ganz sicher bis zum Saisonende reicht.

Und so ist in vielen Skigebieten auf ein paar hundert Metern noch Winter, während rundherum die Blumen sprießen. Umweltschützer bezweifeln jedoch, dass Kunstschnee die bayerischen Skigebiete langfristig schneesicher machen kann.

Eine Studie im Auftrag des Deutschen Alpenvereins (DAV) kommt ähnlich wie frühere Prognosen zu dem Ergebnis: In den bayerischen Bergen werden die Skifahrer langfristig nur zwei schneesichere Gebiete ansteuern können: Die Pisten in Garmisch-Partenkirchen um die Zugspitze und in Oberdorf am Nebelhorn. Auch nach einer OECD-Studie wäre bei einer Erwärmung um vier Grad in Deutschland nur die Zugspitze schneesicher.

Der Gletscher an Deutschlands höchstem Berg dürfte dann geschmolzen sein, er könnte nach Prognosen schon in zwei Jahrzehnten ganz verschwinden. Die Bayerische Zugspitzbahn kämpft deshalb auch im Sommer um ihr Skigebiet. Mit weißen Planen deckten Helfer alljährlich ein paar Hundert Quadratmeter ab, um Eis und Schnee zu schützen.

Ähnlich machen es österreichische Gletscherskigebiete. Zum Erhalt der vom Klimawandel bedrohten Gletscherwelt trägt das aber Experten zufolge nicht messbar bei - bestenfalls zum Erhalt des Skibetriebs.

Erstmals bezieht die neue DAV-Studie bei der Prognose für Bayerns Skigebiete die künstliche Beschneiung ein. Ergebnis: Kunstschnee - in Fachkreisen „technischer Schnee“ - kann manche Orte über Zwischenphasen retten. Bei einem Grad Erwärmung wären mit Kunstschnee noch 50 bis gut 70 Prozent der Skigebiete in Bayern schneesicher, ohne Kunstschnee nur gut 15 bis 20 Prozent. Aber bei vier Grad ist fast überall Schluss - da hilft auch die Schneekanonen-Artillerie nicht mehr.

Die Konkurrenz ist scharf
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Wintersport und Klimawandel - Da helfen keine Schneekanonen

13 Kommentare zu "Wintersport und Klimawandel: Da helfen keine Schneekanonen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Sonnenschein.
    Es wäre gut, wenn es wärmer würde. Dann bräuchten wir weniger zu heizen, könnten weniger CO2 emittieren und der angebliche anthropogene Klimawandel würde ausbleiben. Nichts ist dem Grünwachstum dienlicher, als mehr CO2 in der Atmosphäre und mehr Wärme.

  • Was sind schon 15 Jahre bei der Entwicklung des Klimas. Die 15 jahre sind das letzte Stückchen auf dem verlinkten Temperaturverlauf. Zwischen 1940 und 1980 gab es eine Zeit, wo isoliert betrachtet ebenfalls keine Erderwärmung festgestellt wurde; zwischen 1980 und 1995 ebenfalls nicht. Dennoch sind als Folge des zuzätzlichen CO2-Ausstoßes seit Beginn der Industriealisierung die durchschnittlichen Oberflächentemperaturen heute ca. 1°C höher als vor 100 Jahren. Die Folgen sehen Sie an den abschmelzenden Gletschern und Polkappen.

    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2006_temp_anom-german.svg

    Der Streit zwischen der Wissenschaft und Politik ist uralt. Im Altertum wurde der Überbringer schlechter Nachrichten umgebracht, im Mittelalter durfte sich die Erde nicht um die Sonne drehen und heute meinen manche Politiker, die physikalischen Gesetze unserer Athmosphäre leugnen zu müssen, weil Ihnen der anthropogene Klimawandel nicht in den Kram passt.

    Der Mensch hat eindeutig noch Entwicklungspotential.

  • Seit 15 Jahren findet keine Erderwärmung mehr statt.
    Also hört auf von Klimawandel zu reden. Wir haben ein Klima über das wir reden können, aber keine Klimaerwärmung!

  • Ich kenne den Aletschgletscher in den Berner Alpen, Schweiz, persönlich sehr gut. Beginnend mit meinem ersten Besuch im Jahr 1969 folgten im Abstand von etwa 7 Jahren bis heute mehr oder weniger regelmäßig weitere Besuche. Aber nicht nur der Aletschgletscher, sondern auch der Grindelwaldgletscher ist mir bestens bekannt. Beide Gletscher kann ich durch persönlich in Augenscheinnahme als auch mit vielen Fotos dokumentiert, eindeutig den Rückgang belegen. Über die Gründe die dazu geführt haben, will ich erst gar nicht spekulieren, aber ich kann versichern, es ist dramatisch und erschreckend zugleich.

  • Zu dem Thema passt diese Statistik:

    http://www.dwd.de/bvbw/generator/DWDWWW/Content/Presse/Pressemitteilungen/2013/20130226__Schneerueckgang,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/20130226_Schneerueckgang.pdf

    Man muss kein Wissenschaftler sein, um die Folgen des anthropopogenen Klimawandes zu sehen. Schneetage werden weniger; Gletscher schmelzen ab, die Permafrostgrenze steigt an, die Polkappen schmelzen. Aber wen wundert das? Da wir weiter kräftig CO2 in die Luft pusten, damit es es immer wärmer wird, haben Eis und Schnee schlechte Karten.

  • Hm, für schneereiche Winter sind niedrige Temperaturen doch gar nicht ausschlaggebend. wir hatten u.a. dieses Jahr auch deshalb so viel Schnee eben weil die Temperaturen höher waren.
    Optimales Schneewetter ist um Null Grad.
    Ein weiterer Faktor war die Großwetterlage, zum ersten Mal seit vielen Jahren wurde das Wetter wieder von einem Hoch über Skandinavien geprägt, das fleißig Luft aus Sibirien zu uns pumpte.
    Üblicherweise ist es ein hoch über dem Atlantik, das Meeresluft nach Deutschland bringt.
    Es ist also durchaus möglich, das es trotz allgemeiner Klimaerwärmung im Winter in Deutschland mehr Schnee geben könnte.
    Fazit: Die Einflüsse sind viel zu komplex, um eine Aussage zu konkreten Folgen treffen zu können, selbst wenn man davon ausgeht, das der Klimawandel stattfindet.
    Was er übrigens seit 10.000 Jahren tut.

    H.

  • Das HB sollte um sauberen Journalismus bemüht sein und Autoren und Hintergründe der Studie nennen: Der DAV hat mit den Liftbetreibern die eine oder andere Rechnung offen(Touren- geher von Pisten verbannt) und hängt sich in den letzten Jahren gerne ein grünes Mäntelchen um... Richtung und Interessenlage sind beim DAV offensichtlich- beim HB zumindest die Richtung!

  • Ach sooooooooooooo...

    Und deswegen waren die letzten 4 Winter schneereicher und kälter als die Jahre zuvor... Und die letzten Sommer so unglaublich heiss und sonnig...

    *Ironie aus*

    Schöne Grüße aus Norddeutschland!

  • An die vorherigen Kommentatoren: Dieser Winter war zwar schneereich, aber kalt war er nicht. Der Schnee kam durch die verstärkte Luftzirkulation, welche ihrerseits durch die Erwärmung bedingt ist. Das Wort Klima bezieht sich aber nicht auf einzelne Jahre, sondern auf den langfristigen Durchschnitt. Und hier ist ein eindeutiger Trend klar zu erkennen. Und damit ist es wahrscheinlicher als je zuvor, dass uns demnächst auch noch mehr Hitzewellen im Sommer erreichen.

  • Die Winter werden immer länger und kälter. Wie lange meinen die Klimahysteriker könne sie uns was vormachen? Warum macht das Handesblatt die Klimalüge mit?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%