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Zukunft des Stromnetzes Erdkabel statt Überlandleitung

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Auf die Frage, um wie viel teurer Erdkabel im Vergleich zu Freileitungsdrähten sind, bekommt man sehr verschiedene Antworten. Quelle: dpa

Auf die Frage, um wie viel teurer Erdkabel im Vergleich zu Freileitungsdrähten sind, bekommt man sehr verschiedene Antworten.

(Foto: dpa)

Armin Schnettler, Professor am Institut für Hochspannungstechnik der RWTH Aachen, sagt zwar, dass sich auch durch die Kehrtwende in der Atomenergiepolitik nach Fukushima „die Vorzeichen insgesamt nicht geändert haben“. Die zweite deutsche Netzstudie (DENA-II-Studie) vom vergangenen Jahr sei bereits von einem deutlich höheren Anteil von außerhalb der Industriezentren produzierten Alternativenergie ausgegangen. Aber ein Teil der neuen Trassen, etwa in Siedlungsnähe, werde sicher unterirdisch verlegt werden.

Doch während das im Niedrigspannungsbereich kurz vor dem Endverbraucher über kurze Distanzen kein Problem und auch schon weitgehend Standard ist, sind Höchstspannungsleitungen mit Wechselstrom unter der Erde eine echte Herausforderung. Sie kosten mehr, müssen aufwendig isoliert werden, haben vor allem an den Kabelenden ihre Schwachstellen und verlieren durch die so genannte Blindleistung über lange Strecken bis zu 40 Prozent ihrer Leistung.

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Auf die Frage, um wie viel teurer Erdkabel im Vergleich zu Freileitungsdrähten sind, bekommt man sehr verschiedene Antworten aus verschiedenen Studien – je nachdem, wer sie in Auftrag gegeben hat. Eine Untersuchung für den Bundesverband Windenergie etwa kommt auf nur 30 Prozent erhöhte Kosten bei 220 Kilovolt-Leitungen, andere errechnen deutlich höhere Preise – zwischen dem Drei- und Zehnfachen.

Der Chef der Deutschen Energieagentur Stephan Kohler sagt jedoch, man solle das „Kostenargument nicht in den Vordergrund schieben“. Er rechnet vor, dass selbst in dem theoretischen Falle, dass alle neuen Leitungen unterirdisch verlegt würden, sich der Anteil am Strompreis auf gerade einmal 0,3 Eurocent pro Kilowattstunde mehr im Vergleich zu einer kompletten Freileitungs-Lösung belaufen würde.

Das deutsche Energieleitungsausbaugesetz sieht derzeit vier Erdkabel-Pilotprojekte vor. Eine Anfang des Jahres in Bundestag und -rat beschlossene Änderung dieser Vorgabe vereinfacht die Planungs- und Genehmigungsverfahren. Wirtschaftsminister Brüderle sagte damals, man wolle mit Erdkabeln „den Netzausbau für die Betroffenen vor Ort schonender gestalten, ohne die Wirtschaftlichkeit aus dem Auge zu verlieren“. 

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4 Kommentare zu "Zukunft des Stromnetzes: Erdkabel statt Überlandleitung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Ron777

    Könnten Sie sich mal auf einen einzigen Nick festlegen und nicht unter zig Einwegnicks Publikum vortäuschen?
    Das "Dinosaurier"-Mantra samt offenkundiger Unkenntnis der Materie ist schon recht auffällig.

  • Interessant dazu:
    http://www.energie-und-technik.de/automatisierung/news/article/29817/0/Eine_HG-Pilotanlage_waere_sehr_hilfreich/
    ABB verkauft den Kilometer HGÜ Seekabel für ca. 3 Mio Euro. Dürfte a) an Land und b) mit größerem Bestellvolumen vermutlich billiger werden.
    Ein so kleines Kabel (< 15 cm Durchmesser) auf vorbelasteten Routen, z.B. Bahntrassen, Erdgasleitungstrassen, Autobahnen, etc. sollte einfach zu genehmigen sein.
    Politischer Wille vorausgesetzt, ließe sich die Nord-Süd Stichverbindung in Rekordzeit herstellen.

  • Für die großen Stromkonzerne sind landschaftsverschandelnde Überlandtrassen ein alternativloses Ansinnen, da hier zeitaufwendige Genehmigungsverfahren zu durchlaufen und massive Bürgerproteste zu erwarten sind. Denn in Wirklichkeit fürtet die deutsche Stromindustrie nichts mehr als den Wettbewerb, der bei entsprechend ausgebauten Stromtrassen europaweit ausbrechen würde. Es gäbe kaum noch ein Argument, regenerativem und dezentral erzeugten Strom den Weg zu den Verbrauchern versperren zu können. Eine Katastrophe für die Stromdinosaurier, die weiter auf Großkraftwerke setzen wollen, obwohl diese einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad als neue Formen der Energieerzeugung aufweisen. Schon sind die Lobbyisten in Berlin wieder aktiv, um den wirklichen Sprung in neue Technologien zu verhindern.

  • Seit wann ist bitte ABB ein deutscher Konzern?! Bitte berichtigen!

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