3D-Produktionstechnik Das Kino macht putzmunter

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130 Säle in Deutschland sind bereits digitalisiert – Dieter Buchwald zählt zu den Pioniere der Branche: In seinem Münchner Cinema setzt er 3D-Filme ein, wie zuletzt etwa den Fantasy-Film „Beowulf“. Auch holte er schon Bilder des Esa-Space-Shuttle-Programms und Opern-Aufführungen aus der New Yorker Met live per Satellit auf die Leinwand.

Buchwald zeigt sich begeistert von den Möglichkeiten der ersten Digitalprojektoren, die mit einer Auflösung von 2K (2048 x 1080 Pixel bei 24 Bildern pro Sekunde) arbeiten. Dieser Wert übersteigt die sonst im analogen Kinoalltag üblichen 1,3K. Kein Wunder, dass Zuschauer die digitale Vorführung als brillanter empfinden – störende Kratzer gibts nicht mehr.

Um einen analogen 35mm-Film dreidimensional auf die Leinwand zu bringen, waren bisher zwei Projektoren nötig, die den Inhalt getrennt für das linke und rechte Auge abspielten. Für die digitale 3D-Projektion reicht eine Aufrüstung mit einem der gängigen 3D-Systeme. Anschließend kann ein einziger Projektor per Knopfdruck pro Sekunde 48, 96 oder 144 Bilder ausstrahlen, im Wechsel für das linke und rechte Auge. Nur im Ausnahmefall, etwa bei großen Abständen und Flächen, ist wegen der geringeren Lichtausbeute ein zweiter Projektor nötig.

Der Zuschauer trägt weiterhin eine Spezialbrille. Außerdem müssen die Filme mit zwei parallelen Kameras gedreht oder – bei animierten Filmen – aus zwei Perspektiven gerechnet worden sein.

Die auf unter 100 Gigabit komprimierten Filme werden auf Festplatten angeliefert und lassen sich nur mit einem 128-Bit-Schlüssel auf der festgelegten Maschine während des freigegebenen Zeitraums abspielen. Gegenüber den über 700 Euro teuren 35mm-Kopien führen die Wechselspeicher zu einer Ersparnis, an der auch die Kinos teilhaben wollen, um den breiten digitalen Rollout zu finanzieren. Erst dann könnten sie den 3D-Vorsprung gegenüber der Home-Entertainment-Konkurrenz ausspielen, wenn entsprechend viele 3D-Kinofilme im Angebot sind, so das Argument. 2008 stehen bereits etliche 3D-Blockbuster-Starts bevor, für 2009 verspricht „Titanic“-Regisseur James Cameron mit der Science-Fiction-Saga „Avatar“ ein Mega-3D-Ereignis. So schätzen Experten, dass die Zahl von jetzt weltweit 1 300 3D-Kinos bis Ende 2009 auf 6 000 anwachsen werde.

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