50 Jahre ESOC in Darmstadt Europas Tor zum Weltraum

Tausende Satelliten kreisen durch den erdnahen Weltraum, ihre Arbeit ist für unseren Alltag längst unverzichtbar geworden. Ein Teil dieser Weltraumflotte wird von Darmstadt aus gesteuert, Europa Tor zum All.
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Das Europäische Raumflugkontrollzentrum Esoc wurde vor 50 Jahren eingeweiht. Quelle: dpa
Kontrollzentrum Esoc

Das Europäische Raumflugkontrollzentrum Esoc wurde vor 50 Jahren eingeweiht.

(Foto: dpa)

DarmstadtDie meisten Menschen außerhalb Deutschlands dürften noch nie von Darmstadt gehört haben. Zu klein und unbedeutend scheint die 150.000 Einwohner-Stadt südlich von Frankfurt am Main. Dabei lohnt besonders für Raumfahrt-Fans ein genauerer Blick: In Darmstadt befindet sich „Europas Tor zum Weltraum“.

Das Europäische Raumflugkontrollzentrum Esoc; European Space Operations Centre) wurde hier vor 50 Jahren eingeweiht. Von Darmstadt aus wurde unter anderem die Kometen-Sonde „Rosetta“ gesteuert.

Rund 80 Satelliten der Europäischen Raumfahrtagentur Esa brachten die Esoc-Teams seit der Einweihung des Zentrums am 8. September 1967 in den Orbit. Der erste war im Mai 1968 Esro 2B, der kosmische und solare Strahlung erforschen sollte. „Damals hatten wir noch weniger Satelliten in unserer Verantwortung“, sagt der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri (58).

Europas Auge ins All
huGO-BildID: 7118125 Sunset view seen from the Paranal hill next to one of the four optical telescopes of the European Austral Observatory (ESO) 22 A
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Am 5. Oktober 1962 unterzeichneten Deutschland, Belgien, Frankreich, die Niederlande und Schweden die Gründungsvereinbarung der Europäischen Südsternwarte Eso. Es war die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten europäischen Forschungseinrichtungen.

Vor zehn Jahren begann die "Jagd" auf Planeten
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Die Europäische Südsternwarte (Eso) betreibt in der chilenischen Atacama-Wüste an drei Standorten Teleskope, darunter das hier abgebildete VLT (Very Large Telescope). Es besteht aus vier Teleskopen, die miteinander kombiniert werden können, um Objekte noch in extremer Entfernung sichtbar werden zu lassen. Mit dem VLT ließe sich eine Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von 5000 Kilometern erkennen.

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Die Bedingungen für astronomische Beobachtungen sind in der chilenischen Wüste besonders gut: Die Luft ist klar und trocken, zudem liegen die Teleskope weitab von größeren Städten mit ihren störenden Lichtquellen. Kein Wunder, dass den Astronomen immer wieder einzigartige Schnappschüsse von tief im Weltall verborgenen Objekten gelingen. Die folgende Bilder zeigen eine Auswahl.

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Diese aus mehreren Bildern verschiedener Teleskope zusammengesetzte Aufnahme zeigt die 14 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie Centaurus A. Neben dem auffälligen Staubband, das die Galaxie durchzieht, sind auch die beiden "Fontänen" gut erkennbar, die aus dem Zentrum der Sternenwelt ragen. Dabei handelt es sich um Gasströme, die durch ein Schwarzes Loch im Zentrum der Galaxie mit extremer Geschwindigkeit ins All geschossen werden.

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Ein Blick ins Herz unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Beherrschend das dunkle Staubband, in dem verborgen das Zentrum der Galaxis liegt. Eingebettet im Staub liegen - rötlich leuchtend - einige bekannte Sternentstehungsgebiete der Milchstraße wie der Lagunennebel und der Trifidnebel. Auch die farbenfrohe Region auf der rechten Bildseite enthält eine bekannte Sternenwiege, die Rho-Ophiuchi-Molekülwolke.

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Der Katzenpfoten-Nebel, rund 5500 Lichtjahre von der Erde entfernt, hat eine Ausdehnung von etwa 50 Lichtjahren. In seinem Inneren bilden sich ständig neue, sehr massereiche Sterne.

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Zu den Klassikern der Astrofotografie zählt der Pferdekopfnebel. Die auffällige Dunkelwolke, rund 1.500 Lichtjahre von der Erde entfernt, wurde von Astro-Fans bei einer Umfrage der Nasa als das Objekt bestimmt, das vom Hubble-Teleskop zu seinem 11. "Geburtstag" fotografiert werden sollte.

Die hier gezeigte ESO-Aufnahme lässt erkennen, dass der Pferdkopf kein starres Gebilde ist. Seine Staub- und Gaswolken sind in ständiger Bewegung, so dass der Nebel seine charakteristische Form in einigen Jahrtausenden verloren haben wird.

Die technische Entwicklung seither ist rasant. Heute können deutlich mehr Daten in kürzester Zeit übertragen werden als früher. „Damals waren die Rechner noch so groß, dass sie einen ganzen Saal gefüllt haben“, sagt Rolf Densing (58), Esoc-Chef und Esa-Direktor für Missionsbetrieb. Bedient wurden die Rechner früher nicht über Tastaturen, sondern mühsam über Lochkarten.

Eines der Highlights am Esoc war die „Rosetta“-Mission. Dabei gelang vor drei Jahren die spektakuläre Landung eines Mini-Labors auf dem Kometen „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“.

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