Airbus-Projekt OneWeb Harter Wettbewerb im All

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Das Raumfahrtgeschäft floriert
„Wir Europäer haben eine Tendenz, vorsichtiger zu sein, vielleicht nicht risikofreudig genug.“ Quelle: dpa
Nicolas Chamussy, Raumfahrtchef der Airbus Group

„Wir Europäer haben eine Tendenz, vorsichtiger zu sein, vielleicht nicht risikofreudig genug.“

(Foto: dpa)

Vorzeigeprojekt für Airbus' Versuch, im sogenannten New Space mitzumischen, ist OneWeb, hinter dem der Internetpionier Greg Wyler steht. Airbus hat mit OneWeb vor einem Jahr ein Joint Venture gegründet. Ziel ist bezahlbares Highspeed-Internet auch für abgelegene Gebiete. Ob sich der Traum des „Internet für alle“ auch als Geschäftsmodell rechnet, muss sich aber erst zeigen.

„Für uns war das etwas Neues – wir gehen eine Wette ein“, sagte Chamussy. „Eine reflektierte Wette natürlich, wir investieren in ein Projekt, das wir für die richtige Initiative halten.“ Der erste Start ist für das erste Halbjahr 2018 geplant. „Die Entwicklung läuft gut, wir haben fast alle Zulieferer ausgewählt.“ Konkurrent auch hier: SpaceX-Gründer Musk, der mit Unterstützung von Google an einem ähnlichen Internet-Projekt aus 4000 Satelliten arbeitet.

Die Rivalen auf der Langstrecke
Airbus A350-1000
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Die europäische Antwort auf den „Dreamliner“ und die 777-Familie von Boeing ist der Airbus A350-1000. Das neue Modell kann rund 400 Passagiere mit zwei Triebwerken fast 14.000 Kilometer transportieren. Die Auftragsbücher des deutsch-französischen Konsortiums sind voll.

Airbus A350-1000
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Der Airbus A350-1000 bei letzten Tests am Boden in Toulouse: Stimmen Wetter und Wind, soll die Maschine am Donnerstag um 10.30 Uhr zum ersten Mal starten. Aus Sicherheitsgründen geht der Erstflug nach Norden – weg von der Innenstadt.

Airbus A350-1000
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Mit einem Großauftrag über 31 Maschinen vom Typ A350-1000 von Japan Airlines gelang Airbus 2014 der Durchbruch. Sonst hatten japanische Fluggesellschaften traditionell bei Boeing bestellt.

Boeing 787
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Ein Rumpf aus Kohlefaser und zwei Spartriebwerke. Mit dem seit 2011 ausgelieferten „Dreamliner“ hat Boeing Maßstäbe gesetzt. Mit rund 300 Sitzplätzen bleibt die Boeing 787 zwar weit hinter den Kapazitäten der Jumbojets, fliegt dafür aber im Vergleich deutlich günstiger.

Boeing 787
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Jahrelange Verzögerungen und technische Probleme können den Erfolg der Maschine nicht stoppen. Knapp 500 Flieger sind ausgeliefert, Bestellungen für weitere 1.200 Maschinen liegen vor.

Boeing 747
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Mit dem „Jumbojet“ Boeing 747 begann 1969 die Ära der erschwinglichen Fernreisen. Boeing hat den Klassiker seitdem mehr als 1.500 Mal verkauft. Die größten Betreiber sind British Airways und Lufthansa, die mit der 747/8 die jüngste Version fliegt. Dennoch gehen die Bestellungen zurück, die 747 ist ein Auslaufmodell.

Boeing 747-400
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Ältere Jumbomodelle vom Typ 747-400 werden zunehmend ausgemustert. Die Oldtimer der Lüfte lassen sich an den nach oben geknickten Flügelenden erkennen.

Wegen dieser Vorhaben erwartet das Beratungsunternehmen Euroconsult, dass von 2016 bis 2025 sage und schreibe 9000 Satelliten ins All gebracht werden – gegenüber 1480 im vorherigen Jahrzehnt. Auch wenn man Kleinstsatelliten herausrechnet, gehen die Experten davon aus, dass die Zahl der ins All geschossenen Himmelskörper um mehr als 50 Prozent zulegt.

Der Markt für die Hersteller könnte demnach trotz des erwarteten Preisverfalls um 16 Prozent wachsen, der für Raketenstarts um 18 Prozent. Insgesamt erwartet Euroconsult für diesen Zeitraum einen Satelliten-Branchenumsatz von 280 Milliarden US-Dollar (266 Mrd Euro) – mehr als drei Viertel davon für öffentliche Aufträge.

Weil das Raumfahrtgeschäft floriert, hat Airbus in diesem Bereich in den vergangenen beiden Jahren jeweils 1000 Mitarbeiter eingestellt. „Und wir streben für 2017 weitere 1000 an“, sagt Chamussy. Der Bereich gehört zur Sparte Defence and Space mit rund 38 000 Mitarbeitern Ende 2015. Wie viele davon im Raumfahrtgeschäft arbeiten, schlüsselt Airbus nicht auf – nach Einschätzung von Branchenkennern ist es etwa ein Drittel.

Chamussy sieht in der neuen Raumfahrt-Welt für Airbus eine Notwendigkeit nach mehr Risikofreude und Beweglichkeit. Für OneWeb habe das Unternehmen etwa seine Arbeitsabläufe verändert, um die Entwicklung des Satelliten-Designs zu beschleunigen.

Allerdings gebe es Unterschiede – technisch anspruchsvolle Großprojekte wie die europäische Antriebs- und Versorgungseinheit für die Nasa-Raumkapsel Orion könnten nicht nach dem gleichen Schema laufen wie die Serienfertigung von Kleinsatelliten. „Deshalb müssen wir vorsichtig sein, nicht vollständig von einer Seite auf die andere zu wechseln.“

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3 Kommentare zu "Airbus-Projekt OneWeb: Harter Wettbewerb im All"

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  • Etwas gründlichere Recherche hätte verhindern können OneWeb irrtümlicherweise als Projekt von Airbus darzustellen. Tatsächlich ist Airbus Technologiepartner und wird die ersten zehn Prototyp-Satelliten in Toulouse fertigen und Airbus wird auch zahlreiche Satelliten mit Ariane-Raketen in den Orbit befördern, aber erstens beabsichtigt OneWeb die 900 Satelliten in Florida selbst herzustellen und dafür eine der Satellitenindustrie bislang unbekannte fließbandartige Serienfertigung aufzubauen, die später auch Satelliten für Dritte produzieren soll. Zweitens gehört Airbus - auch wenn die exakte Beteiligung an OneWeb bislang unbekannt ist - zu den Minderheitsaktionären. Bekannt ist, daß OneWeb nach der vor zwei Wochen abgeschlossenen zweiten Finanzierungsrunde insgeamt $ 1,7 Mrd. eingesammelt hat, wovon $ 1 Mrd. von SoftBank stammt, während sich der Rest in unbekannter Höhe auf Airbus, Intelsat, Bharti Enterprises, Totalplay, Hughes Network Systems, Qualcomm und Coca-Cola Co. verteilt.
    Was die Gefahr durch das Kessler-Syndrom angeht, so verweise ich besorgte Marktbeobachter auf Seite 9 der am 15. November 2016 eingereichten Stellungnahme OneWebs gegenüber der FCC: http://licensing.fcc.gov/myibfs/download.do?attachment_key=1158208

  • Noch was: wenn der Herr Kessler mit seinem nach ihm benannten Syndrom Recht hat, dann kann man jede diese Wachstumsphantasien für den LEO sofort in die Tonne treten, dann wird der LEO mit diesen Szenarien nur zugemüllt und keiner nutzt ihn mehr... aber Airbus DS ist bestimmt auch ganz aktiv im Bereich Weltraumlage... *lach*

  • Guten Morgen und ein gutes neues Jahr!

    Ich hoffe auf gute Forenbeiträge im Sinne der Aufklärung und Grüße ans Journalistenteam!

    Zum Artikel: wenn Ihnen der CEO einer Autofirma so einen Vergleich über seine Steigerung der Produktionszahlen verkündigen würde, dann würde man ihn wohl sofort abholen lassen! Entweder läuft da nämlich dann etwas im Alt-Geschäft oder im neuen Geschäftsmodell falsch!

    Musk ist eine interessante Persönlichkeit, aber mit all seinen Projekten jenseits des Internets hat er tolle Leistungen gebracht... aber keine schwarzen Zahlen!

    Gut, gehen wir davon aus, dass diese Satelliten deutlich einfacher zu bauen sind, bitte bedenken: Rückrufaktionen gibt es hier nicht... wenn die Dinger zu früh ausfallen, dann muss er nachschiessen (Risiko!)


    Ariane 6 ist also günstiger? Das war Ariane 5 im Vergleich zu Ariane 4 auch schon (also auf dem Papier bevor sie entwickelt war, danach mehr doppelt so teuer!), die Ariane 6 ist wieder so eine Art Ariane 4, die Lernkurve geht also in die richtige Richtung... aber vielleicht sollte man sich in der Prognose an den Kostenzahlen der Ariane 4 (inflationsbereinigt) orientieren?

    Ariane 6 muss das Team finanzieren, dass im Zweifel die franz. Atomraketen bauen kann, Die Kostenbetrachtungen sind daher sekundär und werden daher auch gar nicht erreicht werden! (das wird in F nicht mal versucht)

    Abgelegene Gebiete zur Internetnutzung: mal abgesehen von den Zuständen in der deutschen Provinz ;-) heißt abgelegen auch wenige und vor allem zahlungsschwache Kunden! Wenn es nur um Internet geht, dann ist dort aber bereits auch Konmkurrenz durch die GEO-Sats gegeben, der Markt existiert, es ist nicht ein Wachstumsmarkt, sondern Verdrändungswettbewerb.

    Für ein prognostiziertes Wachstum von 16 % (ist nicht viel für so einen Zeitraum), schon mal jetzt 5 % mehr Personal anzustellen... das gibt beim besten Willen keine schwarzen Zahlen! Die Leute müssen ja permanent bezahlt werden...

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