Altamerikanische Hochkultur Rätselhafte Maya-Hieroglyphen

Neben beeindruckenden Ruinen haben die Maya uns auch 800 Schriftzeichen hinterlassen. Nur ein Teil konnte bislang entziffert werden. Forscher wollen die Hieroglyphen nun entschlüsseln – eine Sisyphos-Arbeit.
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Neben eindrucksvollen Ruinen wie hier im mexikanischen Palenque haben die Maya auch rund 800 Schriftzeichen hinterlassen. Quelle: dpa

Neben eindrucksvollen Ruinen wie hier im mexikanischen Palenque haben die Maya auch rund 800 Schriftzeichen hinterlassen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Maya bauten gigantische Pyramiden, waren Meister im Rechnen – und sie hinterließen rund 800 rätselhafte Schriftzeichen. Jetzt wollen Forscher der Universität Bonn die Hieroglyphen der Maya erforschen und ein „Wörterbuch des Klassischen Maya erstellen“. Auf 15 Jahre ist das Forschungsprojekt terminiert.

Es wird eine echte Sisyphos-Arbeit. Denn um das Ziel zu erreichen, will das zehnköpfige Forscherteam rund 10.000 Inschriften aus der Zeit von 250 v. Chr. bis 900 n. Chr. erschließen und digitalisieren. Darauf basierend soll dann das Wörterbuch als Datenbank und in gedruckter Form erstellt werden. Es soll den gesamten Sprachschatz der Maya abbilden.

Forscher entdecken versunkene Maya-Stadt
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Archäologen haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán eine große Ruinenstadt entdeckt. Mit einer Ausdehnung von mehr als 22 Hektar und Überresten von zahlreichen Gebäuden handele es sich bei Chactún um eine der größten Maya-Siedlungen der Region, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) am Dienstag mit.

Alle Fotos: Mauricio Marat/Nationales Institut für Anthropologie und Geschichte

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Im dichten Dschungel des Bundesstaats Campeche habe sein Team Reste von Pyramiden und Palästen, Wohnhäusern und Feldern für das rituelle Ballspiel der Maya entdeckt, sagte Forschungsleiter Ivan Sprajc. Die größte Pyramide sei 23 Meter hoch.

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Charakteristisch für die Fundstätte sind die zum Teil reich verzierten Stelen. Auf einer der Säulen ist zu lesen, der Herrscher K'inich B'ahlam habe dort im Jahr 751 nach Christus den Roten Stein (oder Großen Stein) aufgestellt. Anhand dieser und weiterer Inschriften datierten die Wissenschaftler die Blütezeit der Stadt auf die sogenannte spätklassische Maya-Zeit von 600 bis 900 nach Christus.

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Die Forscher nahmen erhebliche Mühen auf sich, um bei ihren ersten Erkundungstouren in den vergangenen Wochen zu der Fundstätte zu gelangen. Von einer Landstraße aus ging es zwei Stunden durch den Regenwald des Biosphärenreservats Calakmul, erst mit dem Geländewagen und dann zu Fuß. Am Ende mussten sich die Wissenschaftler den Weg mit der Machete freischneiden.

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Der spannendste Teil der Arbeit stehe allerdings noch bevor, so Sprajc. Nun gelte es, die Beziehungen zwischen Chactún und den bereits bekannten Siedlungsgruppen in der Nachbarschaft, Río Bec und Chenes, zu erforschen.

„Der Schlüssel für die Schrift muss noch gefunden werden, um einen Einblick in die alte indianische Kultur vor der Ankunft der europäischen Eroberer zu bekommen“, so Nikolai Grube, der Leiter des Projekts.

Auch die Grammatik und Rechtschreibung der alten Maya-Sprache soll erforscht werden. Hilfreich ist dabei, dass heute noch etwa sechs bis acht Millionen Menschen in Mexiko und Guatemala rund 30 Maya-Sprachen beherrschen. Durch Sprachvergleiche wollen die Forscher das klassische Maya rekonstruieren.

„Weltweit sind wir in Bonn das Forschungszentrum für die Entzifferung der Maya-Schriften“, sagt der Altamerikanist Grube nicht ohne Stolz. Gefördert wird das Langzeitvorhaben mit insgesamt 5,4 Millionen Euro von Bund und Ländern.

30 bis 40 Prozent der Maya-Zeichen gelten als noch nicht entziffert. Einige Texte seien bereits entschlüsselt worden, andere aber noch gar nicht. „Es ist wie ein Kreuzworträtsel“, sagt Grube. „Je mehr man gelöst hat, umso einfacher wird das Ausfüllen der weißen Felder.“ Aber an einigen Stellen beiße man sich dann doch die Zähne aus. Inzwischen fanden die Wissenschaftler zumindest heraus, dass es einen Ost- und einen Westdialekt der Maya gab.

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