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Arktischer Winter Highlife in der Polarnacht

In der ewigen Dunkelheit des polaren Winters regt sich kaum Leben, so dachten Forscher bisher. Doch damit lagen sie falsch: Offenbar fehlte es bislang nur an Beobachtern, die dem Highlife in der Polarnacht zuschauten.
29.09.2015 - 11:00 Uhr
Drei Jahre lang untersuchten Forscher auf der arktischen Insel das Leben während der Polarnacht. Quelle: dpa
Gletscher auf Spitzbergen

Drei Jahre lang untersuchten Forscher auf der arktischen Insel das Leben während der Polarnacht.

(Foto: dpa)

Heidelberg Die Idee zu seiner neuen Forschungsarbeit kam dem norwegischen Polarforscher Jørgen Berge von der Arctic University eher zufällig – auf einem kleinen Boot in einem Fjord Spitzbergens: „Über uns erstreckte sich die sternenklare Winternacht, und unter uns leuchteten zahllose blau-grüne 'Sterne' in der Tiefe auf. Diese Schönheit war bezaubernd – und die Tatsache, dass so viele Organismen Licht erzeugten ein deutlicher Hinweis, dass die Natur sich nicht im Ruhezustand befindet.“

Deshalb initiierte der Wissenschaftler mit seiner Forschungsgruppe eine dreijährige Beobachtungsreihe auf der arktischen Insel, die während der winterlichen Polarnacht jegliches Leben in der Dunkelheit erfassen sollte. In der Region herrscht während der drei Wintermonate fast völlige Nacht.

Kaum noch altes Eis am Nordpol
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Rund um den Nordpol gibt es fast kein mehrere Jahre altes Eis mehr. Das hat die jüngste Arktis-Expedition des Forschungseisbrechers „Polarstern“ gezeigt, der am Donnerstag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt ist.

(Foto: © Ingo ArndtAWI)
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Zum dritten Mal in seiner 30-jährigen Geschichte hatte das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Nordpol überquert.

(Foto: Mario HoppmannAWI)
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Auf dem Weg sei das Schiff durch so dünnes Eis wie nie zuvor gefahren, sagte Kapitän Stefan Schwarze, der schon bei den Fahrten 1991 und 2001 dabei war. „Damals war es harte Arbeit, sich durchs Eis zu kämpfen. Jetzt konnten wir zügig fahren.“

(Foto: Mario HoppmannAWI)
Eisdickenmessung Ice thickness measurementsPolarstern
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Bei ihren Eisdickemessungen entlang einer rund 2500 Kilometer langen Linie fanden die Meeresphysiker des AWI überwiegend nur 90 Zentimeter dickes Eis, wie es sich während eines arktischen Winters auf der Meeresoberfläche bildet.

(Foto: © Stefan HendricksAWI)
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Lediglich vor dem Kanadischen Archipel und in der Nähe der nordsibirischen Inselgruppe entdeckten die Forscher noch größere Mengen mehrjährigen Eises, das zwischen zwei und fünf Metern dick ist.

(Foto: Oliver ZenkAWI)
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Nach Einschätzung der AWI-Forscher schmilzt das Eis schneller als in den bisherigen Prognosen zu den Folgen des Klimawandels vorhergesagt. Spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts werde das mehrjährige Eis vollständig verschwunden sein.

(Foto: Mario HoppmannAWI)
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In diesem Sommer hat die Eisschmelze im Arktischen Ozean die Ausmaße des Rekordminimums von 2007 erreicht. Vor vier Jahren habe sich aber Ende September beispielsweise auf der Laptewsee wieder erstes Eis gebildet, sagte die Leiterin der Expedition, Ursula Schauer. „Dieses Mal war von Eisbildung weit und breit nichts zu sehen.“

(Foto: Stefan HendricksAWI)

Das Ergebnis ihrer Forschungsarbeit kam für Berge und seine Kollegen dann doch überraschend: Entgegen der bisherigen Annahmen läuft das Leben in der Arktis auch ohne Tageslicht auf Hochtouren weiter – und das über die komplette Nahrungskette hinweg.

Mangels Licht war zwar kaum Phytoplankton aktiv, das sonst das untere Ende der Nahrungskette repräsentiert. Stattdessen dominierten jedoch kleine Ruderfußkrebse und andere Tierchen, die das noch vorhandene Plankton fraßen.

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