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Asteroid Oumuamua Mysteriöser Asteroid stammt wohl aus Doppelstern-System

Der seltsame „Zigarren-Asteroid“ Oumuamua wurde zum interstellaren Reisenden, weil ihn gleich zwei Sterne aus seiner kosmischen Heimat katapultierten.
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Der mysteriöse Besucher aus dem interstellaren Raum stammt wohl aus einem Doppelstern-System. Quelle: AFP
Asteroid Oumuamua

Der mysteriöse Besucher aus dem interstellaren Raum stammt wohl aus einem Doppelstern-System.

(Foto: AFP)

Berlin Wissenschaftler sind dem Rätsel um die Herkunft eines mysteriösen Besuchers unseres Sonnensystems ein Stück näher gekommen. Der „Zigarren-Asteroid“ Oumuamua stammt vermutlich aus einem Doppelstern-System, wie es in einer aktuellen Studie heißt, die jetzt im Magazin der Royal Astronomical Society erschienen ist.

Der wie eine Zigarre geformte, rund 650 Meter lange Asteroid war im vergangenen Oktober von einem Observatorium auf Hawaii entdeckt worden. Oumuamua – der Name bedeutet übersetzt „Kundschafter“ – ist der erste interstellare Besucher unseres Sonnensystems, den Astronomen aufspüren konnten. Seine ursprüngliche Heimat konnten Forscher bislang aber noch nicht bestimmen.

Mit Weltraum-Paintball gegen kosmische Killer
Killer aus dem All
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Killer aus dem All

Was tun, wenn ein riesiger Asteroid auf die Erde zurast? Welche Zerstörungskraft solche kosmischen Geschosse entwickeln können, zeigte nicht zuletzt der Brocken, dessen Einschlag vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier und zahllose andere Tier- und Pflanzenarten auslöschte. Weltweit suchen Forscher nach Wegen, solche Killer aus dem Weltraum zu entschärfen. Ein Überblick über einige der vorgeschlagenen Methoden.

(Foto: picture-alliance)
Kernwaffen
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Kernwaffen

Hinfliegen und kaputtmachen - der Klassiker unter den Abwehr-Szenarien: Eine Kernwaffenexplosion auf oder nahe bei einem Astroiden soll diesen auf eine ungefährliche Bahn schubsen. Befürworter dieser Methode ist unter anderem die US-Weltraumbehörde Nasa. Problem dabei: Eine solche Explosion könnte den großen Brocken in mehrere Teile zerlegen, die dann immer noch groß genug sind, um ganze Landstriche zu verwüsten.

(Foto: dpa)
Sonnenlicht
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Sonnenlicht

Ein möglicher Helfer im Kampf gegen kosmische Geschosse ist unsere Sonne: Auf Raumschiffen montierte Spiegel könnten Sonnenlicht gebündelt auf den Astroiden richten und einen Teil seines Gesteins verdampfen. Über Monate hinweg ließe sich der Brocken so allmählich umlenken.

(Foto: Reuters)
Laserstrahlen
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Einen ähnlichen Effekt könnten Laserlicht erzielen: Gepulste Laserstrahlung würde einen Teil des Asteroiden verdampfen und so einen Schub erzeugen, der die Flugbahn des Himmelskörper verändert.

(Foto: dpa)
Weltraum-Paintball
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Weltraum-Paintball

MIT-Forscher Sung Wook Paek möchte die gefährlichen Himmelskörper mit gigantischen Kugeln voll heller Farbe beschießen und so die Fähigkeit der Asteroiden-Oberfläche, Sonnenlicht zu reflektieren, erhöhen. Wenn mehr von der Sonne einfallende Lichtteilchen von der Oberfläche „abprallen“, würde dies die Flugbahn des Asteroiden über Jahre hinweg messbar beeinflussen, argumentiert der Forscher. Klingt ziemlich exotisch, doch konnte Paek mit seiner Idee immerhin einen von der UNO ausgelobten Wettbewerb gewinnen.

(Foto: AFP)
ESA-Projekt Don Quijote
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ESA-Projekt Don Quijote

Keineswegs exotisch ist dagegen die Idee hinter dem ESA-Projekt Don Quijote: Die europäische Weltraumbehörde möchte im Gefahrenfall eine Sonde starten, die einen potenziellen Killer unter Feuer nimmt. Ein auf den Asteroiden abgefeuertes konventionelles Geschoss soll den Brocken aus seiner gefährlichen Bahn schleudern.

(Foto: ESA)
Nasa-Sonde Deep Impact
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Nasa-Sonde Deep Impact

Die Esa-Forscher können dabei auf Erfahrungen der Nasa zurückgreifen: 2005 hatte US-Weltraumbehörde ihre Sonde Deep Impact ein rund 370 Kilogramm schweres Projektil auf den Kometen Tempel 1 abfeuern lassen.

(Foto: ap)

Die Wissenschaftler um Alan Jackson von der Universität von Toronto suchten nun nach Antworten auf die Frage, warum ausgerechnet ein Asteroid als erster Besucher aus den Tiefen des Alls zu uns kam. Solche steinigen Brocken kommen eher im Inneren von Sonnensystemen vor.

Um sie aus ihrer ursprünglichen Bahn zu werfen und auf eine interstellare Reise zu schicken, sind deutlich größere Kräfte notwendig als etwa bei einem Kometen. Letztere bestehen überwiegend aus Eis und sind daher leichter als Asteroiden. Zudem bevölkern Kometen häufig die Außenbezirke von Sternensystemen.

„Es ist schon merkwürdig, dass das erste Objekt von außerhalb unseres Sonnensystems ein Asteroid ist“, so Alan Jackson, ein ausgewiesener Spezialist für Fragen rund um die Entstehung von Sonnensystemen. „Unser eigenes Sonnensystem beispielsweise schleudert viel mehr Kometen als Asteroiden hinaus.“

Nach den Modellrechnungen der Forscher besitzen nur wenige Sterne einen Planeten, der groß genug wäre, um mit seiner Gravitation die Bahn eines größeren Asteroiden so zu stören, dass er aus seinem Sonnensystem befördert wird. Viel wahrscheinlicher ist die Annahme, dass Oumuamua aus einem Doppelstern-System stammt, in dem zwei Sterne einen gemeinsamen Schwerpunkt umkreisen. Solche Doppelsysteme kommen im All häufig vor, und nach den Berechnungen der Forscher sind sie sehr effiziente „Asteroiden-Schleudern“.

Den genauen Ursprungsort von Oumuamua können die Wissenschaftler allerdings nicht benennen. „Es ist sehr schwer, seine kosmische Heimat präzise zu bestimmen“ so Jackson. Denn nicht nur der Asteroid hat sich auf seiner Wanderung von seinem Geburtsort entfernt, auch die Sterne sind inzwischen auf ihrem Weg durch die Milchstraße weitergewandert.

Immerhin sind sich die Forscher sicher, dass Oumuamuas Ursprung eher weiter entfernt als nahe zur Sonne liegt. Flugbahn und Geschwindigkeit des Asteroiden lassen vermuten, dass sein Ausgangsort weiter als 100.000 Lichtjahre von uns entfernt sein dürfte.

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