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Astro-Alex vor dem Start Ganz entspannt vor der Reise ins All

Betont entspannt gibt sich Deutschlands Raumfahrer Alexander Gerst vor dem Start zur ISS. Seine Fans hoffen auf viele neue Bilder und Nachrichten von der Raumstation.
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Alexander Gerst ist ganz entspannt vor der Reise zur ISS Quelle: imago/ITAR-TASS
Auf dem Weg zur Startrampe

Alexander Gerst fliegt zum zweiten Mal zur Raumstation ISS - diesmal als Kommandant.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Beim Verlassen des Kosmonautenhotels strahlt Alexander Gerst und winkt in seinem blauen Overall in die Menge. Um 13.12 Uhr (MESZ) am heutigen Mittwoch soll Astro-Alex mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Raumstation ISS starten. Gemeinsam mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-Ärztin Serena Aunón-Chancellor sowie drei schon auf der Station befindlichen Raumfahrern wird er die ISS wieder auf volle Besatzungsstärke bringen.

Anders als bei seiner ersten Mission im All vor vier Jahren wird Gerst diesmal sogar zeitweise als Kommandant die Raumstation leiten. Eine Aufgabe, die normalerweise Russen oder US-Amerikanern vorbehalten ist. Einen deutschen Kommandanten auf der ISS hat es bislang noch nicht gegeben.

Am Mittwochmorgen genoss Gerst ein letztes Mal alltägliche Dinge auf der Erde. „Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht“, twitterte er. Zum Frühstück gab es danach Kascha, eine Art Grütze mit Buchweizen oder Haferflocken. Dann unterschrieb die Crew auf den Türen ihrer Hotelzimmer – eines von vielen Ritualen bei russischen Starts ins All. „Stimmung in der Crew ist super. Beobachten desinteressierte Kamele am Wegesrand“, twitterte der 42-Jährige dann während der Busfahrt vom Hotel zum Startkomplex.

Wie kein ISS-Mitglied zuvor hatte Gerst vor vier Jahren die Welt über Social-Media-Botschaften und Fotos an seinem Abenteuer teilhaben lassen. Über Twitter ließen in den vergangenen Tagen etliche Fans verlauten, sie hofften auch dieses Mal wieder auf möglichst viele Eindrücke und Bilder aus dem All.

Bei der Abschieds-Pressekonferenz am Dienstag hatte Astro-Alex bereits ausgesprochen entspannt gewirkt. „Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt, denn man hat die großen Unbekannten nicht“, sagte er. Man frage sich nicht mehr, wie das Leben da oben eigentlich ist. Wie beim ersten Start 2014 ist Gersts Familie nach Baikonur gereist, am Vormittag sollte es ein letztes Abschiedstreffen geben – zum Schutz vor Infektionen hinter einer Glasscheibe.

Für den Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde gibt es zwei mögliche Varianten. Auf der klassischen Flugbahn, der auch Gersts Raumschiff folgen wird, dockt die Sojus-Kapsel nach etwa zwei Tagen und 34 Erdumrundungen an der Station an. Dieses Flugschema gilt als zuverlässig und wurde schon in den 1980er Jahren für Flüge zur früheren russischen Raumstation Mir genutzt.

Seit 2013 gibt es auch die Möglichkeit, nach nur sechs Stunden und vier Erdorbits an der ISS festzumachen. Die verkürzte Route soll unter anderem Treibstoff sparen. Allerdings gibt es deutlich weniger Startfenster für diese Variante, denn zwei Bedingungen müssen hier stimmen: Die Raumstation darf nicht mehr als acht Minuten vorausfliegen, zudem muss der Winkel zwischen den Flugbahnen von Sojus und ISS möglichst klein sein.

An Bord der Raumstation wartet jede Menge Arbeit auf Gerst und seine Kollegen. Etwa 300 Experimente sollen die Raumfahrer durchführen, darunter Dutzende von deutschen Forschungseinrichtungen. So werden die Astronauten unter anderem ein System zur Erforschung von Gewittern in der hohen Erdatmosphäre montieren, spezielle Funktionskleidung für besseren Wärmeaustausch testen und ein kabelloses System zur Überwachung von Vitaldaten prüfen.

Mit dem Nasa-Experiment Cold Atom Lab, einer Art Weltraumkühlschrank, soll die ISS zeitweise zum kältesten Punkt im Universum werden. Zudem wird ein auf Sprachbefehle hörender Roboter die Astronauten an Bord unterstützen. Mit dem Projekt Cimon will das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt testen, wie sich künstliche Intelligenz einsetzen lässt, um den Alltag der Raumfahrer zu erleichtern.

Mit Agenturmaterial.

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