Astronomie 700 Trillionen ferne Welten

Wie viele bewohnbare Planeten existieren im Universum? Die Antwort auf diese Frage suchen Forscher mit einer hochkomplexen Simulation des Universums. Das Ergebnis zeigt, dass unsere Erde etwas ganz Besonderes ist.
Noch existieren keine echten Aufnahmen von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Astronomen behelfen sich daher mit künstlerischen Darstellungen. Hier hat ein Nasa-Zeichner die Oberfläche eines Mondes im Sternsystem HD 188553 in Bild gesetzt. Quelle: NASA/JPL-Caltech
Exoplanet

Noch existieren keine echten Aufnahmen von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Astronomen behelfen sich daher mit künstlerischen Darstellungen. Hier hat ein Nasa-Zeichner die Oberfläche eines Mondes im Sternsystem HD 188553 in Bild gesetzt.

(Foto: NASA/JPL-Caltech)

HeidelbergIst die Erde ein typischer Planet? Und wie viele bewohnbare Welten gibt es dort draußen? Antwort auf diese Fragen suchen Wissenschaftler um Erik Zackrisson von der Universität Uppsala mit Hilfe einer hochkomplexen Simulation des Universums.

Sie haben dazu die aktuellsten Modelle zur Galaxien-, Stern- und Planetenentstehung herangezogen und auf ein realistisches Früh-Universum angewendet. Dann ließen sie ihre Simulation insgesamt 13,8 Milliarden Jahre im Schnellgang durchlaufen.

Ergebnis: Insgesamt müsste es ungefähr 720 Trillionen Gesteinsplaneten geben – eine immens hohe Zahl mit 18 Nullen. Solche Gesteinsplaneten ähneln in ihrem Aufbau der Erde, sind aber nicht zwangsläufig nach unseren Maßstäben bewohnbar.

Neu entdeckte Planeten sind Kandidaten für Leben im All
Sieben erdähnliche Planeten entdeckt
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Astronomen haben sieben erdähnliche Planeten bei einem Roten Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft aufgespürt. Sechs dieser Exoplaneten liegen in einer Temperaturzone, in der Wasser flüssig sein kann – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Planetensystem Trappist-1
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Drei der Planeten könnten sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben, schreiben die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège (Lüttich) im britischen Fachblatt „Nature“. Damit gehört das Sonnensystem des Roten Zwergs namens Trappist-1 zu den aussichtsreichsten Orten für die Suche nach außerirdischem Leben. Hinweise darauf haben die Forscher aber nicht.

40 Lichtjahre entfernt
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Das Zwergsternsystem liegt knapp 40 Lichtjahre entfernt und damit nach kosmischen Maßstäben praktisch vor unserer Haustür. Trotzdem würden irdische Raumsonden für eine Reise dorthin Jahrtausende benötigen.

Umlaufbahnen der Planeten von Trappist-1
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Drei der Exoplaneten hatte dasselbe Team bereits 2016 beschrieben. Es war der erste Fund von Exoplaneten bei einem Roten Zwergstern, einem der häufigsten Sterntypen in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Weitere vier Planeten dieses Sterns haben die Forscher nun durch sorgfältige Nachbeobachtung entdeckt. Alle sieben sind ungefähr so groß wie die Erde und wahrscheinlich Gesteinsplaneten. (Foto: IoA/Amanda Smith)

Vergleich Trappist-1 mit den Gesteinsplaneten des Sonnensystems
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Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. (Foto: NASA/JPL-Caltech)

Exoplanet Kepler-1647b
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Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Einer der interessantesten ist Kepler-1647b (als schwarzer Punkt im Zentrum des Bildes vor seinen beiden Sternen dargestellt), der bislang größte Exoplanet, der gleich zwei Sterne umkreist. Ihn entdeckten Wissenschaftler vor einiger Zeit mit Hilfe des Weltraumteleskops Kepler. Kepler-1647b hat ungefähr die Größe von Jupiter, einer seiner beiden Sterne ist etwas größer, der andere etwas kleiner als unsere Sonne.

Exoplanet Kepler-1647b (künstlerische Darstellung)
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Planeten, die ein Doppelsternsystem umkreisen, werden auch als „Tatooine“ bezeichnet, in Anlehnung an den Namen des fiktiven Heimatplaneten von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, der ebenfalls um ein Sonnenpaar kreist. Kepler-1647b ist rund 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt. Für einen kompletten Umlauf um seine beiden Sterne benötigt er 1107 Erdentagen.

Die Schätzung ist mit einer beträchtlichen Unsicherheit behaftet, räumen die Forscher ein. Alle Modelle zur Planetenentstehung, die sie in ihr Programm einfließen ließen, beruhen auf Informationen aus unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft, denn nur hier wurden bislang Planeten entdeckt.

Auch liefern uns die gängigen Suchmethoden bevorzugt bestimmte Planetentypen, die leichter zu entdecken sind. All das könnte die Ergebnisse verzerren. Allerdings sind die Forscher zuversichtlich, um nicht mehr als eine Größenordnung danebenzuliegen. Dass dank der Entdeckungen des Weltraumteleskops Kepler und anderer Observatorien überhaupt solche Simulationen in den Bereich des Möglichen rücken, sehen sie als immensen Fortschritt an.

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So mittelmäßig ist die Erde gar nicht
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