Astronomie Anatomie eines Asteroiden

Etwa alle 556 Tage kommt „Itokawa“ der Erde nahe. Astronomen haben dem kleinen Asteroiden nun ein Geheimnis entlockt: Er ist zugleich ein Schutthaufen und massiver Fels.
Kommentieren
Der Asteroid Itokawa besitzt eine auffällige Doppelstruktur. Quelle: AFP

Der Asteroid Itokawa besitzt eine auffällige Doppelstruktur.

(Foto: AFP)

MünchenKosmische Erdnuss mit Doppelstruktur: Erstmals ist Astronomen ein genauerer Blick ins Innere eines Asteroiden gelungen. „Itokawa“, knapp 600 Meter lang und regelmäßiger Gast in Erdnähe, könnte demnach das Ergebnis einer Kollision zweier Brocken sein – einer davon hart wie Granit, der andere eher eine Art Sandhaufen. Darauf lasse die beschleunigte Rotation des Asteroiden schließen, berichtet ein internationales Forscherteam in einer aktuellen Studie.

Der gemessene Effekt ist denkbar winzig: Um etwa 45 Millisekunden verkürzt sich die Zeit für eine vollständige Rotation von „Itokawa“ binnen eines Jahres. Um diesen Effekt aufzuspüren, seien zehn Datensätze aus den Jahren 2001 bis 2013 nötig gewesen, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen mit. An der im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlichten Studie waren auch die Europäische Südsternwarte Eso, die Universität in Kent (Großbritannien) sowie weitere Institute beteiligt.

Die zwei Gesichter der Vesta
Asteroid Vesta
1 von 6

Der Asteroid Vesta hat auf ersten hochaufgelösten Bildern des Nasa-Satelliten Dawn zwei Gesichter offenbart. Während die Nordhalbkugel des gut 500 Kilometer großen Himmelskörpers mit unzähligen Einschlagkrater übersäht ist...

Dawn Vesta
2 von 6

...präsentiert sich die Südhalbkugel weniger stark vernarbt. Dafür entdeckten Wissenschaftler Hinweise auf einen gewaltigen Einschlag, der einst einen riesigen Krater in die gesamte Südhalbkugel gerissen haben könnte.

Asteroid Mission
3 von 6

Zu den Indizien für diesen Monstercrash zählen die auffälligen, parallel verlaufenden Riefen in der Äquatorregion (hier links im Bild). Diese markanten Linien, die Dawn wie alle Bilder dieser Serie aus etwa 5200 Kilometer Entfernung fotografierte, sind jeweils etwa zehn Kilometer breit.

Handout photo of craters on the asteroid Vesta taken by NASA's Dawn spacecraft
4 von 6

Diese markante Gruppe aus drei Kratern tauften Nasa-Wissenschaftler „Snowman“ (Schneemann). Sie befindet sich auf Vestas Nordhalbkugel.

Asteroid Vesta
5 von 6

Vesta befindet sich im sogenannten Asteroiden-Gürtel in einer Entfernung von etwa 184 Millionen Kilometern von der Erde. Der Asteroid gilt als verbliebener Protoplanet aus der frühen Phase des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren.

Asteroid Mission
6 von 6

Dawns Kamerasystem soll erstmals Informationen über die mineralogische Zusammensetzung und die Beschaffenheit der Oberfläche Vestas liefern. Am 11. August wird sich die Sonde deshalb noch näher an den Asteroiden schieben. Ein Jahr lang wird sie Vesta dann aus 2700 Kilometer Entfernung untersuchen. Danach ist der Weiterflug zum Zwergplaneten Ceres geplant.

Mit insgesamt acht Teleskopen in den USA, Spanien und Chile spürten die Forscher winzige Helligkeitsänderungen des Asteroiden auf. Die Daten kombinierten sie mit theoretischen Arbeiten über die Wärmeabstrahlung von Asteroiden.

Die so gewonnenen Daten lassen darauf schließen, dass der kleinere Knubbel von „Itokawa“ eine Dichte von rund 2850 Kilogramm pro Kubikmeter hat - was etwa der von Granit entspricht. Der größere Teil weist hingegen eine Dichte von nur 1750 Kilogramm pro Kubikmeter auf. Das sei mit dicht gepacktem Sand vergleichbar, so die Forscher.

Bessere Gefahrenabwehr
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Astronomie - Anatomie eines Asteroiden

0 Kommentare zu "Astronomie: Anatomie eines Asteroiden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%