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Astronomie Urknall-Echo war wohl nichts als Staub

Schon kurz nach den aufsehenerregenden Ergebnissen eines US-Forscherteams regten sich Zweifel an dem vermeintlichen „Echo des Urknalls“. Jetzt halten auch die Forscher selbst eine andere Erklärung für möglich.
20.06.2014 - 14:42 Uhr Kommentieren
Die Wissenschaftler richteten ihr Teleskop auf eine Region außerhalb unseres Sonnensystems, die Southern Hole genannt wird. Quelle: dpa

Die Wissenschaftler richteten ihr Teleskop auf eine Region außerhalb unseres Sonnensystems, die Southern Hole genannt wird.

(Foto: dpa)

Washington Als im März die Entdeckung von Gravitationswellen als „Echo des Urknalls“ zum historischen Forschungserfolg erklärt wurde, war der Jubel womöglich verfrüht. Die aufgefangenen Signale könnten statt von den ersten Erschütterungen des Big Bang auch von strahlendem kosmischem Staub herrühren, räumten die Wissenschaftler um John Kovac aus Havard nun ein.

Diese Möglichkeit sei „nicht auszuschließen!, schrieb das Forscherteam in der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ vom Donnerstag. Die Veröffentlichung ihrer vermeintlichen Entdeckung hatte am 17. März für weltweites Aufsehen gesorgt.

Die Kovac-Gruppe vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics hatte seinerzeit berichtete, sie habe einen „ersten direkten Beweis für die kosmische Inflation“ gefunden, also für das rasante Ausbreiten des Universums direkt nach dem Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren.

Nach der Veröffentlichung zogen konkurrierende Wissenschaftler den Durchbruch in Zweifel. Sie verwiesen auf die limitierten Messungen des Havard-Teams mit dem Bicep-Teleskop am Südpol. Nach wochenlangem Schweigen gingen die Forscher nun darauf ein und räumten ein, dass ihre Modelle Grenzen hätten und ein Irrtum nicht ausgeschlossen sei.

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    Auch kosmischer Staub sende leuchtende polarisierte Strahlen aus, sagte Princeton-Physiker David Spergel der Nachrichtenagentur AFP. Dieselben Charaktereigenschaften, die Kovac gefunden habe, seien sowohl in den Strahlen des Weltraumstaubs als auch in den Gravitationswellen zu finden.

    Endgültige Klarheit könnte es im Herbst geben. Dann veröffentlichen die Konkurrenzforscher, die mit dem Planck-Teleskop der Europäischen Weltraumagentur (Esa) dem Urknall nachspürten, ihre Ergebnisse. Das Team habe auf sechs verschiedenen Frequenzen nach Gravitationswellen gesucht, die Havard-Forscher hingegen nur auf einer, sagte Spiegel.

    • afp
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