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Aufklärung von Kriminalfällen Erbgut-Spuren verleihen dem Täter ein Gesicht

Mit DNA-Material von Tatorten versuchen Ermittler, äußere Merkmale von Tätern zu bestimmen. In Texas hatte diese als „Phänotypisierung“ bekannte Methode schon Erfolg: Eine Bluttat fast ohne Spuren wurde aufgeklärt.
08.12.2017 - 10:04 Uhr Kommentieren
Forscher versuchen, von DNA-Spuren am Tatort auf das Aussehen von Tätern zu schließen. Quelle: AFP
Abgesperrter Tatort

Forscher versuchen, von DNA-Spuren am Tatort auf das Aussehen von Tätern zu schließen.

(Foto: AFP)

Dallas Nach der Ermordung ihrer Tochter hat sich Michelle McDaniel völlig eingeigelt. Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, dass der Täter in ihrer kleinen Heimatstadt in Texas vielleicht hinter ihr in der Schlange im Supermarkt stehen würde. Oder ihr auf der Straße entgegenkommen könnte.

Zeugen für die Bluttat gab es nicht, keiner wusste, wer die junge Frau auf dem Gewissen hatte. Nur eine Spur gab es: Am Tatort wurde DNA-Material gefunden. Mit dessen Hilfe gaben die Ermittler dem mutmaßlichen Täter ein Gesicht.

Phänotypisierung heißt die Methode, mit der aus Genmaterial Rückschlüsse auf äußere Merkmale wie Gesichtsform, Haut-, Augen- oder Haarfarbe gezogen werden. Innerhalb einer Woche nach der Veröffentlichung der Skizze wurde ein Verdächtiger festgenommen.

„Mein Sohn rief mich an, nachdem er die Skizze gesehen hatte und sagte: Mama, ich glaube, ich kenne diesen Kerl. Er hat mich in der Schule immer geärgert“, berichtet Mutter Michelle. In der Kirche habe er hinter ihr gesessen, mit ihrer Nichte sei er befreundet gewesen. „Und wir hätten nie etwas geahnt“, meint sie.

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    Für Michelle McDaniel war der Erfolg der Phänotypisierung wie eine Antwort auf ihre Gebete. Ein Privatlabor hatte die Typisierungsarbeiten im Auftrag der Ermittler ausgeführt, die sich in diesem Fall ohne Zeugen und Beweismittel eine heiße Spur erhofften. In der DNA-Probe wird dabei nach Markern gesucht, von denen ein Zusammenhang mit bestimmten äußeren Zügen bekannt ist.

    Die Labors greifen auf Modelle zurück, die aus Studien mit Freiwilligen gewonnen wurden. So lassen sich Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit von bestimmten Merkmalen ziehen. In den USA hat die Polizei in rund der Hälfte aller Staaten schon Phantombilder veröffentlicht, die mit Hilfe der Phänotypisierung entstanden sind.

    Auch bei Opfern von Verbrechen kommt das Verfahren zum Einsatz: Wenn die Leichen nicht mehr erkennbar sind, können die Forscher so ein wahrscheinliches Gesicht zuordnen.

    Die Grenzen der Methode
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