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Autonomes Fahren Mit der Digitalkamera um die Ecke sehen

Eine handelsübliche Digitalkamera und ein spezieller Algorithmus reichen aus, um Forscher um die Ecke blicken zu lassen. Das System soll autonome Autos sicherer zu machen.
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Die neue Technik soll autonomes Fahren sicherer machen. Quelle: AFP/Getty Images
Autonomes Google-Auto

Die neue Technik soll autonomes Fahren sicherer machen.

(Foto: AFP/Getty Images)

Berlin Was passiert hinter der Ecke? Wer sich anschleicht, möchte das gern wissen. Drei Wissenschaftler der Universität von Boston haben ein Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, um die Ecke zu schauen. Ihnen gehen es aber nicht ums Anschleichen, sondern um Verkehrssicherheit.

Ein Spiegel ist normalerweise die beste Möglichkeit, um etwas zu sehen, das nicht direkt sichtbar ist: Er reflektiert das nicht Sichtbare. Dieses Prinzip nutzen die Forscher um Vivek Goyal ebenfalls – nur dass ihre Reflektionsfläche nicht glänzend, sondern matt ist, eine Wand zum Beispiel.

„Unser Verfahren stellt die Position eines blickdichten Objekts und die Szenerie hinter dem Objekt wieder her, auch wenn Objekt und Szene außerhalb der Sichtlinie der Kamera liegen“, schreiben die Forscher im Fachmagazin Nature.

Mit einer handelsüblichen Digitalkamera tasten die Forscher die Wand ab und erfassen darauf die Lichtstrahlen, die von einem der Kamera eigentlich verborgenen Objekt kommen. Die Forscher haben einen Algorithmus entwickelt, der aus den Reflexionen an der Wand ein Bild rekonstruieren kann.

Dazu reicht es allerdings nicht, dass einfach die Lichtstrahlen auf die Wand fallen, die von einem Objekt – im Experiment war das ein Monitor, der Bilder anzeigte – ausgehen. Dann nämlich erfasst die Kamera nur eine matte Oberfläche, da das auftreffende Licht gleichmäßig gestreut wird.

Im nächsten Schritt stellten die Forscher ein zweites, flaches Objekt zwischen Bildschirm und Wand. Dieser Schirm verdeckte einen Teil der Szenerie mit dem Objekt und warf seinerseits Schatten an die Wand. Aus der Kombination von Licht und Schatten an der Wand konnte der Algorithmus rekonstruieren, was der Bildschirm um die Ecke anzeigte.

Der Schirm hindert einen Teil des Lichts daran, die Wand zu erreichen. Der Effekt sei ähnlich wie bei einer partiellen Mondfinsternis, bei der die Erde das Sonnenlicht daran hindert, Teile des Mondes zu erreichen, schreibt das US-Wissenschaftsmagazin Scientific American.

Computational Periscopy nennen die Wissenschaftler ihr Verfahren. Derzeit ist es allerdings noch recht langsam: Knapp 50 Sekunden dauert es, eine Szenerie zu rekonstruieren. In Zukunft soll das schneller gehen und noch anwendungsfreundlicher werden: Es sei zwar nicht ganz einfach zu programmieren, aber die Algorithmen sollten sich auch in eine Smartphone-App integrieren lassen, sagte Goyal Scientific American.

Wird das System schneller und funktioniert in Echtzeit, gibt es viele mögliche Anwendungen. Goyal will das System vor allem für autonome Autos und Roboter einsetzen, die so mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen können und damit sicherer werden sollen.

„Ich bin nicht besonders erpicht auf Überwachung, und ich will keine gruseligen Dinge tun. Aber ein Kind hinter einem geparkten Auto sehen zu können oder ein wenig um die Ecke einer Kreuzung zu sehen, könnte einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit haben“, sagte er der britischen Tageszeitung The Guardian

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  • Das Thema Autonomes Fahren wird uns immer häufiger begegnen, die Zeit der Visionen ist vorbei, jetzt wird überall auf der Welt geforscht, verbessert, entwickelt, um funktionierende, sichere Lösungen zu erhalten. Auch ein Berliner Start-up ist mit dabei: Artisense! Total spannend und ein Trend-Thema 2019!!!!

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