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Autozulieferer Kleine Sensation auf Continentals Techshow: ein halber Voll-Hybrid

Der Zulieferer schafft es, tonnenschwere Fahrzeuge mit sehr geringer Spannung elektrisch zu bewegen: In etwa vier Jahren rechnet Continental mit der Serienreife.
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Der Gewinn des Zulieferers ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Quelle: dpa
Reifenlager von Continental

Der Gewinn des Zulieferers ist zuletzt deutlich zurückgegangen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Auf seiner jährlichen Techshow hat Continental eine kleine Sensation vorgestellt: einen neu entwickelten 48-Volt-Mild-Hybridantrieb, der sich von üblichen Elektroantrieben mit einer Spannungen von 48 Volt unterscheidet. Mit ihm können Fahrzeuge bis zu einer Geschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde rein elektrisch bewegt werden. Bislang war es nicht möglich, tonnenschwere Hybridfahrzeuge mit so niedrigen Spannungen elektrisch zu bewegen.

Eigentlich sind Mild-Hybridantriebe dazu gedacht, den Antriebsstrang unauffällig zu unterstützen, beispielsweise bei der Beschleunigung des Fahrzeugs oder der Rückgewinnung von überschüssiger Bewegungsenergie, im Fachjargon auch als Rekuperation bezeichnet. Auf diese Weise soll der Verbrauch von Verbrennungsmotoren gesenkt werden.

Neuartige Wasserkühlung

Bewegen sich Hybridfahrzeuge rein elektrisch, wie zum Beispiel der Toyota Prius, arbeitet der elektrische Teil des Antriebs üblicherweise mit einer Hochvolttechnik, die Spannungen von bis zu 800 Volt erzeugt. Man spricht von sogenannten Voll-Hybridfahrzeugen.

In der Praxis kann so ein Fahrzeug bei defensiver Fahrweise elektrisch über die Straßen gleiten. Sobald man kräftiger beschleunigt, schaltet sich allerdings sofort der Verbrennungsmotor ein. Continentals 48-Volt-Aggregat hingegen entwickelt eine doppelt so hohe Leistung wie gewöhnliche Antriebe dieser Spannungshöhe.

„Unser Entwicklungsziel war es, mit 48-Volt-Technologie eine Fahreffizienz zu erreichen, wie sie bislang nur Hochvoltsystemen vorbehalten war. Das haben wir jetzt erreicht“, sagt Stephan Rebhan, Leiter Technology & Innovation Powertrain. Oder anders gesagt: Continentals Mild-Hybridantrieb funktioniert wie ein Voll-Hybridantrieb.

Möglich macht das eine neuartige Wasserkühlung. Auch die Position des 48-Volt-Antriebs ist verändert. Dieser wird nicht mehr vor dem Verbrenner an der Kurbelwelle montiert, sondern dahinter und damit zwischen dem Verbrennungsmotor und dem Getriebe. Laut Continental senke das den Spritverbrauch und damit den CO2-Ausstoß gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren um 20 Prozent.

Der größte Vorteil dieses E-Antriebs sind aber seine geringen Kosten. Die elektrischen Komponenten seien laut Conti kompakter und günstiger aufgebaut, wodurch der beanspruchte Bauraum nur geringfügig größer ausfällt als beim bisherigen 48-Volt-System. Autobauer müssen daher nicht das Fahrzeugdesign ändern, wenn sie auf Contis Neuentwicklung zurückgreifen. Auch das Gewicht verändere sich nur minimal.

Voll-Hybridfahrzeuge, wie jene von Toyota, benötigen außerdem höhere Spannungen, um elektrisch zu fahren. Dementsprechend steigen die Sicherheitsvorkehrungen und mit ihnen die Kosten. Continental verspricht sich wegen der Kostenvorteile seiner Lösung eine hohe Marktdurchdringung. In etwa vier Jahren rechnet Continental mit der Serienreife. Gefertigt werden könnte der Antrieb im Werk in Ungarn.

Mehr: Continental investiert verstärkt in die E-Mobilität. Für den sonst so zurückhaltenden Dax-Konzern ist das eine bemerkenswerte Wende.

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