Bemannte Raumfahrt Historischer Händedruck im All

Mitten im Kalten Krieg schüttelten sich vor 40 Jahren ein Amerikaner und ein Russe im All die Hände. Der Moment brachte die konkurrierenden Raumfahrtnationen einander näher – inzwischen stehen die Zeichen aber auf Frost.
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Historischer Händedruck im All: Der amerikanische Astronaut Thomas Stafford (r), Kommandant der Apollo-Kapsel, und der Kosmonaut Alexej Leonow, Kommandant der sowjetischen Sojus-Raumschiffes, reichen sich nach dem erfolgreichen Apollo-Sojus-Kopplungsmanöver am 17. Juli1975 im Verbindungstunnel die Hände. Quelle: dpa
Apollo-Sojus-Rendezvous 1975

Historischer Händedruck im All: Der amerikanische Astronaut Thomas Stafford (r), Kommandant der Apollo-Kapsel, und der Kosmonaut Alexej Leonow, Kommandant der sowjetischen Sojus-Raumschiffes, reichen sich nach dem erfolgreichen Apollo-Sojus-Kopplungsmanöver am 17. Juli1975 im Verbindungstunnel die Hände.

(Foto: dpa)

New York/MoskauDieser Händedruck sollte in die Geschichte eingehen: Rund 225 Kilometer über der Erde schwebten der russische Oberst Alexej Leonow und US-General Thomas Stafford aufeinander zu und begrüßten sich. Gerade hatten ihre Raumschiffe Apollo und Sojus in einem schwierigen Manöver aneinander angedockt. Inmitten des Kalten Krieges ein starkes Signal: Sowjetunion und USA, erbitterte Rivalen im Raumfahrt-Rennen, verbrüdern sich im All. An diesem 17. Juli vor genau 40 Jahren ging die Nachricht vom kosmischen Rendezvous um die Welt.

Zwei Tage lang fliegen Astronauten und Kosmonauten gemeinsam um die Erde. Leonow und sein Bordingenieur Waleri Kubassow laden die drei US-Kollegen erst zu Kohlsuppe aus der Tube in die Sojus-Kapsel ein. Dann besuchen sie Stafford sowie Vance Brand und Donald Slayton in der Apollo.

Als der Adler landete
Start von Apollo 11
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Am 16. Juli 1969 hob eine Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center der Nasa in Florida ab. An Bord drei Männer, von denen zwei als erste Menschen einen fremden Himmelskörper betreten sollten. Apollo 11 war auf den Weg gebracht.

US-Präsident John F. Kennedy
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US-Präsident John F. Kennedy

Acht Jahre zuvor hatte Präsident John F. Kennedy Amerika den Weg zum Mond gewiesen: In einer Rede vor dem Repräsentantenhaus formulierte er das Ziel "... bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und wieder sicher zur Erde zu bringen."

Foto: ap

Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy
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Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy

Der wegen seiner NS-Vergangenheit umstrittene Braun konstruierte die Mondrakete Saturn V, bis heute die größte jemals gebaute Rakete.

Foto: ap

Crew von Apollo 11
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Crew von Apollo 11

Die Crew von Apollo 11: Neil Armstrong (l.) und Edwin "Buzz" Aldrin (r.) waren als Mondlandeteam eingeteilt. Michael Collins blieb die undankbare Aufgabe, mit der Kommandokapsel Warteschleifen um den Erdtrabanten zu fliegen.

Foto: ap

Vor dem Start
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Vor dem Start

Die Crew von Apollo 11 auf dem Weg zur Startrampe.

Foto: Nasa

Mondfähre im Anflug
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Mondfähre im Anflug

Die Mondfähre "Eagle" im Landanflug auf den Mond - gesehen mit den Augen eines Nasa-Zeichners. Am 20. Juli 1969 setzte der "Adler" auf der Mondoberfläche auf.

Illustration: Nasa

Aldrin neben der Mondlandefähre
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Buzz Aldrin neben dem Standbein der Landefähre. Das Foto ist ein gutes Beispiel für ein Problem, das erst nach Abschluss der Mission wirklich deutlich wurde: Während es ...

„Das war ein ergreifender Moment, als ich ihre lächelnden Gesichter durch eine geöffnete Luke zu unserem Raumschiff erblickte“, sagte Leonow einmal im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Unser Flug war ein großes Beispiel für den guten Willen und die menschliche Vernunft“, so der heute 81-Jährige.

Fast fünf Jahre hatten die Vorbereitungen gedauert. Funktionäre und Techniker beider Länder besuchten sich gegenseitig, um die historische Mission zu planen – und das Misstrauen zu überwinden. Währenddessen paukten die Raumfahrer die Sprache der Partner, damit es im All nicht zu fatalen Missverständnissen kommt.

Am 15. Juli 1975 startete dann die Sojus vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan, siebeneinhalb Stunden danach hob die Apollo in Cape Canaveral ab. Zwei Tage später dockten sie nach einem vorsichtigen Manöver aneinander an.

Es ist ein gefährlicher Moment: Nie zuvor ist das zylinderförmige Verbindungsmodul in der Schwerelosigkeit getestet worden. Es fungiert auch als Schleusenkammer, denn die Luftgemische der Raumschiffe sind verschieden. Gespannt verfolgen die Experten in den 23 Kontrollstationen beiderseits vom Atlantik die Flugdaten. Dann öffnen sich die Luken. „Glad to see you.“ Alles ist gut gegangen.

Der Afghanistan-Krieg beendet die Zusammenarbeit
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