Bemannte Raumfahrt Salat und Gemüse aus dem Weltraum-Treibhaus

Bemannte Weltraummissionen könnten in Zukunft mehrere Jahre dauern. Wer will sich da schon ausschließlich von mitgeführter Astronautennahrung ernähren? Forscher arbeiten an frischen Alternativen aus dem Space-Treibhaus.
Die Illustration der Nasa zeigt, wie eine Versorgung mit Gemüse auf dem Mars aussehen könnte: Die Pflanzen werden in einem autonomen Pflanzen-Modul gezüchtet, das an eine Wohneinheit angedockt wird. Quelle: dpa
Junges Gemüse aus dem All

Die Illustration der Nasa zeigt, wie eine Versorgung mit Gemüse auf dem Mars aussehen könnte: Die Pflanzen werden in einem autonomen Pflanzen-Modul gezüchtet, das an eine Wohneinheit angedockt wird.

(Foto: dpa)

Merritt Island/KölnWer den Film „Der Marsianer“ gesehen hat, der ahnt es: Kartoffelanbau auf dem Mars ist nichts für Anfänger. Der auf dem Roten Planeten gestrandete Astronaut Mark Watney (Matt Damon) zumindest steht dabei bis zu den Knöcheln in den eigenen Exkrementen, die den Knollen als Nährboden dienen.

Doch mit Blick auf künftige Weltraummissionen weit über den Mond hinaus wird die Fiktion bereits Wirklichkeit: Forscher arbeiten an Wegen, auch fern der Erde Gemüse zu züchten und Astronauten so die Möglichkeit zu geben, sich auf langfristigen Missionen selbst zu versorgen.

Bilder vom Leben auf dem Mond
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Die dauerhafte Präsenz des Menschen auf dem Mond ist ein Thema, das nicht erst seit den Tagen der ersten Mondlandung die Phantasie vieler Menschen beschäftigt. Hier ein paar Visionen, wie das Leben auf dem Erdtrabanten aussehen könnte.

Foto: Nasa

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Dieser ältere Entwurf von Experten der US-Weltraumbehörde Nasa ähnelt in seinem modularen Aufbau der Raumstation ISS. Die einzelnen Elemente der Station bestehen aus standardisierten Bauteilen, die nach und nach zur endgültigen Raumstation zusammengesetzt werden.

Foto. Nasa

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Mit dem Lunarmobil zum Außenposten - so sieht es ein moderner Entwurf der Nasa vor.

Foto: Nasa

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Als Standort kämen die südliche Polregion des Erdtrabanten infrage, eine Region, die ausreichend Sonnenenergie erhält, um die Stromversorgung der Station zu gewährleisten.

Foto: Nasa

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Für den Unterhalt der Station müssten mittelfristig Bodenschätze vor Ort gefördert werden. Gerade hier sehen Kritiker einer dauerhaften Mondstation eines der größten Probleme.

Foto: Nasa

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Fernziel der Nasa-Vordenker: der Mars. Eine permanente Mondstation böte gute Voraussetzung für die Vorbereitung eines Flugs zum Roten Planeten.

Foto: Nasa

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Als Ergänzung zu einer festen Station beschäftigen sich Raumfahrtingenieure auch mit Modellen für Mobilität auf dem Mond. Dieses Modell eines Mondrovers böte Platz für vier Personen und genügend Ressourcen für eine bis zu zweiwöchige Mission.

Foto: Nasa

Das Foto des Astronauten Scott Kelly, der auf der Raumstation ISS an einem dunkelroten Salatblatt knabbert, zog in Internet und Medien seine Kreise. Der rote Römersalat war an Bord der ISS gezüchtet worden – auf kleinen Nährbodenpäckchen, beschienen von roten und blauen LED-Leuchten. Wasser, Licht und bestimmte Nährstoffe braucht es zum Pflanzenwachstum. Doch im All ist dies nicht so leicht zur Hand. Die wertvollen Ressourcen müssen idealerweise so eingesetzt werden, dass jeglicher Abfall komplett weiter- oder wiederverwendet werden kann.

Der Botaniker Ray Wheeler befasst sich bei der US-Raumfahrtagentur Nasa schon seit 1988 mit dem Thema. Er entwickelte mit Kollegen auch das nun auf der ISS erprobte Anbau-System „Veggie“, das frischen Salat und auch Blumen in der Umlaufbahn sprießen ließ. Grundsätzlich wären Kartoffeln, Süßkartoffeln, Weizen und Sojabohnen weitere geeignete Kandidaten, sagt Wheeler. Sie lieferten Kohlenhydrate, Sojabohnen wichtige Proteine. „Zusammen mit dem Salat ergäbe das schon eine recht gute Ernährung.“

Zumindest mit den Kartoffeln gibt es auch schon gewisse Erfahrungen – allerdings nur irdische. In einer Biomasse-Produktions-Kammer der Nasa in Cape Canaveral wachsen Kartoffeln von der Außenwelt abgeschlossen heran. Unter Kunstlicht und in schräg gestellten Pflanzschalen, die nicht genutztes Wasser und Nährstoffe unten wieder sammeln. „Wir müssen über Ernährungsdinge nachdenken. Was ist akzeptabel, was schmeckt gut. Denn wenn es nachher keiner essen will, funktioniert die Sache nicht“, betont Wheeler.

Wer im All Gemüse anbaut, braucht Platz und Geduld
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