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Bildung in Coronazeiten Deutsche Schulen üben den digitalen Unterricht im Internet

Lange haben sich die Schulen schwergetan bei der Digitalisierung. Es fehlte an Ausstattung, Personal und Überzeugung. Jetzt muss es trotzdem gehen.
17.03.2020 - 15:28 Uhr Kommentieren
Schulen und Hochschulen müssen sich momentan im Eiltempo digitalisieren.
Bildung aus dem Netz

Schulen und Hochschulen müssen sich momentan im Eiltempo digitalisieren.

Düsseldorf Die Schüler bleiben zu Hause, die Lehrer bekommen Nachhilfe: Wer am Montag an der berufsbildenden David-Roentgen-Schule in Neuwied noch nicht wusste, wie man online Dokumente austauscht, musste es lernen.

Schulleiter Dirk Oswald hat seine Lehrerinnen und Lehrer in „kollegiale Serviceteams“ eingeteilt, damit es die einen den anderen beibringen. „In Zukunft wird niemand mehr mit mir über die Notwendigkeit diskutieren“, sagt Oswald.

Was der Schulleiter in Neuwied verordnet hat, passiert gerade überall im Land – Schulen und Hochschulen digitalisieren sich im Eiltempo. Deutschland hat sich dabei lange schwergetan: Lehrer kannten sich zu wenig aus und hatten Angst zu versagen. Wo Technik vorhanden war, fehlten Leute, die sie instand hielten. Zudem gibt es viele Bedenken gegenüber neuen Lehrmitteln.

Selbst mit dem milliardenschweren Digitalpakt des Bundes kam die Digitalisierung nur schleppend in Gang. Jetzt sind aufgrund des Coronavirus Schulen im ganzen Land geschlossen und die Zaghaftigkeit wird bestraft.

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    Am deutlichsten wurde das am Montag ausgerechnet in Bayern, das sich für sein leistungsstarkes Bildungssystem rühmt. Hacker legten die für den Fernunterricht gedachte Online-Plattform Mebis gleich am ersten Tag der Schulschließung lahm.

    Schüler kamen nicht an ihre Übungen, weil Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe die Server attackierten. „Die existierenden Lernplattformen einzelner Bundesländer gehen wohl derzeit alle in die Knie“, sagt auch Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbands.

    Pragmatismus ist gefragt

    Die Lage lässt sich als Desaster deuten oder als Chance, wie das Beispiel von Schulleiter Dirk Oswald zeigt: Jetzt gilt es, von digitalen Vorreitern zu lernen, und das mit Pragmatismus – nur bitte mit Bedacht.

    Beispiel Grundschule der deutschen Botschaftsschule in Teheran: Als sie wegen Corona geschlossen wurde, hat Schulleiter Johannes Claassen einfach Lernvideos des Start-ups Sofatutor abgefilmt und seinen Schülern per WhatsApp geschickt.

    Der Gründer und Geschäftsführer der digitalen Lernplattform, Stephan Bayer, muss zwar lachen, während er das erzählt. „Das war jetzt nicht mit uns abgesprochen, aber der Schulleiter hat sich nach ein paar Tagen bei uns gemeldet und eine Lizenz für seine Schüler beantragt.“

    Lehrer in Deutschland würden damit nicht nur gegen Lizenzbestimmungen von Sofatutor, sondern auch gegen die Datenschutz-Grundverordnung verstoßen, weil Dienste wie WhatsApp im Schulkontext nicht erlaubt sind. Zumindest Absprachen mit allen Beteiligten sind also unbedingt erforderlich.

    Ab Mittwoch sind auch die Schulen in Deutschland bundesweit geschlossen. Die Berliner Firma Sofatutor mit ihren Lernvideos ist nur einer von vielen Profiteuren, wenn die Schulen den Unterricht trotz Schließung fortsetzen müssen.

    Schulträger und Landesregierungen melden sich nun bei Sofatutor-Chef Bayer: „Wir haben derzeit viele Anfragen und merken ganz klar eine sprunghaft gestiegene Bereitschaft, das Thema digitales Unterrichten ins Kollegium zu tragen und mit den Schülern auszuprobieren.“

    Chance für Plattformen
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