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Biologe: Frostspanner fressen Bäume kahl

Der Frostspanner ist nach Biologenangaben für viele derzeit kahl gefressene Bäume verantwortlich.
Frostspanner Quelle: dpa

Ein Großer Frostspanner an einem durch Raupenfraß durchlöcherten Lindenblatt (Archivbild).

(Foto: dpa)

dpa DARMSTADT. Der Frostspanner ist nach Biologenangaben für viele derzeit kahl gefressene Bäume verantwortlich. In etlichen Regionen Deutschlands habe er sich im Herbst und Winter stark vermehrt, sagte der Institutsleiter der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Darmstadt, Jürg Huber, in einem dpa-Gespräch.

„Da sich die Larven jetzt verpuppen, können die Bäume jedoch im Juni erneut ausschlagen.“ Schwerere Schäden seien allerdings an Obstbäumen zu erwarten. Die Larven fressen auch die Blüten und beeinflussen so die Obstmenge.

Der Frostspanner gehört zu den wenigen Faltern, die im Winter fliegen - daher sein Name. Die Weibchen sind flugunfähig. Sie klettern im Frühjahr an den Stämmen hoch und legen ihre Eier ab. Die Larven ernähren sich dann von frischen Knospen und Blättern. „Meist denkt man, dass die Bäume spät ausschlagen und erkennt erst bei näherem Hinsehen den eigentlichen Grund“, sagte Huber. Im Gegensatz zur Miniermotte, die in einer Saison mehrere Generationen hervorbringt und Bäume nachhaltig schädigt, bleibe der Befall mit Frostspannern meist ohne längerfristige Nachwirkungen.

Die Besitzer von Obstplantagen seien bereits im Herbst gewarnt worden, dass eine große Population Frostspanner auf sie zukommen könnte, sagte der Institutsleiter. Mit einem Leim-Ring um den Stamm könne der Marsch der Weibchen leicht unterbunden werden. „Außerdem gibt es mit dem Bacillus thuringiensis ein biologisches Mittel zur Bekämpfung.“

Warum sich der Schädling so stark vermehrt hat, ist für Huber unklar. „Weder war der Herbst besonders warm noch der Winter besonders mild. Da können wir nur spekulieren.“ Dies gelte auch für die kommende Saison. „Die Erfahrung zeigt, dass solche Schädlingspopulationen irgendwann zusammenbrechen und dann von Nützlingen und Parasiten wieder auf ein normales Maß gestutzt werden.“

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