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Biologie Wegwerfhaut hilft Mäusen auf der Flucht

Einige Mäuse in Afrika haben eine ganz besondere Überlebensstrategie entwickelt: Sobald ein gieriges Raubtier nach ihnen schnappt, opfern sie buchstäblich Haut und Haare.
27.09.2012 - 11:52 Uhr Kommentieren
Bei Gefahr opfert die afrikanische Stachelmaus Haut und Haare. Quelle: dpa

Bei Gefahr opfert die afrikanische Stachelmaus Haut und Haare.

(Foto: dpa)

London Um ihren Angreifern zu entgehen, werfen Stachelmäuse Teile ihrer Haut ab. Dabei können großflächige Wunden entstehen, die aber innerhalb kurzer Zeit vollständig heilen, berichten Forscher aus Kenia und den USA im Fachblatt „Nature“. Das Besondere dabei: Die Haut der Mäuse vernarbt nicht, sondern wächst komplett mit Drüsen und Haaren nach.

Von einigen Tieren ist bekannt, dass sie bei Gefahr Teile ihres Körpers abwerfen und diese dann regeneriert werden. Fachleute nennen das Autotomie. Eidechsen zum Beispiel opfern ein Stück ihres Schwanzes, um Angreifer abzulenken und zu fliehen. Der Schwanz wächst dann - wenn auch meist in verkürzter Form - nach.

Auch von Stachelmäusen (Acomys) ist bereits bekannt, dass sie die Haut ihres Schwanzes abwerfen können. Die Forscher um Ashley Seifert von der University of Florida untersuchten nun seit langem kolportierte Berichte, wonach zwei afrikanische Stachelmaus-Arten (Acomys kempi und Acomys percivali) auch am Rücken ihre Haut leicht loswerden können.

Dass diese Hinweise stimmen, stellten die Forscher gleich fest, als sie einige Exemplare in Kenia im Freiland fangen wollten: In der Hand der Wissenschaftler ließen die Stachelmäuse buchstäblich die Hüllen fallen. Große Hautflächen gingen verloren, so dass das Fleisch darunter sichtbar wurde.

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    Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Haut der Stachelmäuse ausgesprochen brüchig ist und sehr leicht reißt. Ihre Festigkeit ist etwa 20 Mal geringer als bei einer gewöhnlichen Hausmaus (Mus musculus). Eine Art Sollbruchstelle fanden die Forscher aber nicht.

    Die Heilung der Wunde setzte schnell ein: Schon nach einem Tag war die Wundfläche deutlich kleiner geworden. Innerhalb eines Monats war die Haut samt Haaren regeneriert - und das ohne jegliche Narben. Die Forscher hoffen, dass sich diese außerordentliche Regenerationsfähigkeit der Tiere auch auf den Menschen übertragen lässt. Sie wollen nun verstärkt nach Möglichkeiten suchen, nach dem Vorbild der Stachelmäuse auch bei verletzten Menschen die Neubildung von Haut und anderen Geweben anzuregen.

    • dpa
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