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Blitzdienst Wissen, wo der Blitz einschlägt  

Wo immer in Europa ein Blitz einschlägt, Stephan Thern registriert es. Sein Blitzdienst meldet Einschläge innerhalb von Sekunden. Für diese Informationen gibt es jede Menge Interessenten.
08.07.2014 - 08:42 Uhr Kommentieren
Pro Jahr werden in Deutschland zwischen 300.000 und 550.000 Schadensfälle durch Blitze registriert. Quelle: dpa

Pro Jahr werden in Deutschland zwischen 300.000 und 550.000 Schadensfälle durch Blitze registriert.

(Foto: dpa)

Karlsruhe Wenn sich am Himmel Gewitterwolken zusammenballen, kann Stephan Thern gar nicht anders, als seinen Computer anzuwerfen. „Ich will dann natürlich wissen, ob wir das Unwetter auf dem Schirm haben“, erzählt der Elektrotechniker. Bislang hat ihn die Technik nie enttäuscht.

Der von Thern geführte Blitzdienst von Siemens in Karlsruhe registriert im Schnitt rund eine Million Entladungen im Jahr über Deutschland. Für die Aufzeichnung reichen 16 Messpunkte in Deutschland aus sowie weitere rund 150 Stationen, die Siemens gemeinsam mit Partnern in Europa betreibt. Für die Informationen interessieren sich vor allem Energieversorger und Flughäfen, Versicherungen und Organisatoren von Großveranstaltungen.

Die Blitze lassen sich leicht messen. Bei ihrer Entladung setzen sie eine elektromagnetische Welle frei, die sich mit hoher Geschwindigkeit in alle Richtungen ausbreitet. Die Messstationen in einer Entfernung von bis zu 600 Kilometern können dieses Feld garantiert aufzeichnen. „Die Reichweite ist aber weit größer“, erklärt Thern. „Wir haben mit unserer Karlsruher Station schon Blitze über Portugal gemessen.“

Wird ein Blitz von mindestens zwei Stationen aufgezeichnet, kann anhand des Abgleichs von Zeit und Entfernung der Punkt der Entladung errechnet werden. Je mehr Stationen Daten liefern, desto exakter kann der Blitzdienst den Ort eingrenzen. „Im Moment liegen wir bei einer Genauigkeit von 200 bis 700 Metern.“

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Standort erkennen

    Wo Blitze eingeschlagen haben, interessiert in erster Linie die Betreiber von Freileitungen. „Wenn bei ihnen eine Leitung ausfällt, wollen sie wissen, ob ein Blitz dafür verantwortlich ist oder doch ein umgefallener Baum“, erklärt Thern. „Falls wir den Blitz bestätigen, kann die Leitung schnell wieder ans Netz genommen werden, bei einem Baum dauern die Aufräumarbeiten etwas länger.“

    Versicherungen benötigen die Daten, um zu prüfen, ob sie Schadenersatz leisten müssen. „Die meisten Schäden entstehen ja nicht durch den Blitzschlag selbst, sondern durch die Überspannung. Das kann zu Kurzschlüssen in Geräten führen, die in einem Radius von 2,5 Kilometern vom Blitzschlag entfernt stehen“, erläutert Thern.

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