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Branchenverband Game Gamescom erstmals nur digital: Der Verbandschef will neue Maßstäbe setzen

Game-Geschäftsführer Felix Falk will die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele in Köln neu aufstellen. Die Voraussetzungen sind gut.
27.08.2020 - 10:07 Uhr Kommentieren
Die erstmals nur virtuelle Messe soll der Veranstaltung auch in eine hybride Zukunft verhelfen. Quelle: Gamescom
Felix Falk

Die erstmals nur virtuelle Messe soll der Veranstaltung auch in eine hybride Zukunft verhelfen.

(Foto: Gamescom)

Köln Felix Falk erlaubte sich kurz vor dem wohl größten Experiment seiner Karriere einen frechen Spruch. Der Messestandort Deutschland sei sehr gut darin, Veranstaltungen mit mehreren Hunderttausend Besuchern reibungslos zu organisieren, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt, „aber viele sind dabei noch so digital wie ein Mittelaltermarkt“.

Ab Donnerstag muss der Geschäftsführer vom Branchenverband Game nun als Mitveranstalter der Gamescom zeigen, was auf dem neuesten Stand der Technologien möglich ist.

Zusammen mit der Koelnmesse richtet der Branchenverband das nach eigenen Angaben „weltgrößte Event rund um Computer- und Videospiele“ wegen der Corona-Pandemie erstmals nur digital aus. Für die Branche, die täglich aufs Neue virtuelle Welten erfindet, sind die Voraussetzungen vergleichsweise gut. Auf dem Programm stehen zum Beispiel E-Sport-Turniere und Demoversionen von Spielen, die noch gar nicht auf dem Markt sind.

Allerdings musste Felix Falk gegenüber dem Handelsblatt auch einräumen, dass auf der virtuellen Messe in diesem Jahr noch keine sinnvolle Alternative zum Business-Bereich auf dem Kölner Gelände gefunden wurde. Das ist ein Verlust. Nirgendwo sonst treffen sich so viele und zugleich so unterschiedliche Vertreter der Branche.

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    Dazu gehören Game-Design-Studentinnen ebenso wie Shooter-Produzenten und Spielpädagogen genauso wie E-Sportler und unabhängige Entwickler, die allein oder mit kleinen Teams ein Handyspiel auf den Massenmarkt bringen wollen.

    „Wir müssen jetzt innovativ und mutig sein“, sagt Felix Falk. „Wir wollen nicht, dass die Unternehmen im nächsten Jahr sagen: Alle Events wurden abgesagt, die E3, die Gamescom, aber es haben sich andere Lösungen ergeben – die tun es irgendwie auch.“ Die virtuelle Messe soll der Veranstaltung also auch in eine hybride Zukunft verhelfen. Denn da ist sich Falk sicher: „Das Erlebnis und die Begegnung vor Ort bleiben wichtig, egal, wie digital wir sind.“

    Mehrere Studios in Berlin

    Von den Marktplatzqualitäten der digitalen Messe ist er überzeugt. „Die Entwickler können zwar ihre oft großen Communitys selbst gut erreichen – aber meist nur die Gamer, die sie bereits kennen“, sagt Falk. Gamescom-Besucher würden aber Neues entdecken wollen.

    Der Game-Geschäftsführer wird während der vier Messetage in Berlin sein. Dort wurde eins von mehreren Studios aufgebaut, in denen Shows vorproduziert und Live-Aufzeichnungen ausgestrahlt werden. Falk wird von dort aus auch politische Vertreter über die Messe führen und ihnen mitgeben, was die Game-Mitglieder umtreibt – eine Aufgabe, in der er viel Erfahrung hat.

    Einige Jahre bevor Falk Geschäftsführer beim Spieleverband BIU und nach der Fusion mit dem Game 2018 Geschäftsführer des gemeinsamen Verbandes wurde, war er noch viel näher dran an der Politik. Von 2004 bis 2009 leitete er im Bundestag das Büro des Vorsitzenden des Kultur-und-Medien-Ausschusses. Dabei verantwortete der studierte Musik-, Politik- und Kommunikationswissenschaftler unter anderem das Thema Computerspiele und begleitete die Entstehung des Deutschen Computerspielpreises.

    In den sieben darauffolgenden Jahren entwickelte er den globalen Kennzeichnungsstandard für Altersbegrenzungen bei Onlinespielen und Apps mit. Damals arbeitete er als Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und stellvertretender Vorsitzender bei der Koalition für internationale Alterseinstufung (IARC)

    Wendung in der öffentlichen Wahrnehmung

    In all den Jahren musste der heute 41-Jährige immer wieder Vorbehalte gegen die Spiele-Industrie ausräumen und in hitzigen Debatten um Jugendschutz, Spielsucht und die Gefahr von Ballerspielen differenzieren. Selten stand ihm die Politik und Öffentlichkeit so offen gegenüber wie im Coronajahr: Bei einer Pressekonferenz zur Gamescom präsentierte er stolz Ergebnisse einer Yougov-Umfrage, nach der sechs von zehn Deutschen sagen, dass Deutschland beim Schuleinsatz von Lernspielen schon weiter sein sollte. Sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO empfahl in diesem Jahr Computerspiele als Zeitvertreib in der schwierigen Zeit des Corona-Lockdowns. Passend dazu steht die Gamescom in diesem Jahr unter dem Motto „Spielend in die Zukunft“.

    Persönliche Tipps für den Messebesuch will Falk aus Neutralitätsgründen nicht geben. Nur so viel: „Statt den Massen auf der Messe zu folgen, muss man den Massen im Netz folgen.“ Der Game-Chef erwartet, dass auf Plattformen wie Twitch, Twitter, Youtube und Tiktok die Highlights diskutiert werden. Abseits der Messe spiele er selbst am liebsten Onlinespiele mit Freunden oder Geschicklichkeitsspiele am Handy, sagt Felix Falk – und Saxofon.

    Mehr: Zukunftsinvestition im Corona-Jahr: Digitale Gamescom testet Geschäftspotenziale.

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