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Computertechnologie So wollen Intel und Lenovo den Corona-Erreger entschlüsseln

Der weltgrößte Chiphersteller verbündet sich mit dem führenden Computerproduzenten, um die Corona-Epidemie in den Griff zu bekommen.
08.03.2020 - 08:19 Uhr Kommentieren
Forscher in aller Welt arbeiten fieberhaft an der Entwicklung eines Wirkstoffs gegen das Coronavirus. Quelle: dpa
Coronavirustest

Forscher in aller Welt arbeiten fieberhaft an der Entwicklung eines Wirkstoffs gegen das Coronavirus.

(Foto: dpa)

München Zwei der größten IT-Firmen der Welt wollen tatkräftig mithelfen, das Coronavirus möglichst schnell zu entschlüsseln. Der Chiphersteller Intel und der PC-Produzent Lenovo haben sich jetzt zusammengetan, um das chinesische Institut BGI Genomics zu unterstützen. Es gehört zu den führenden Einrichtungen weltweit, die sich mit dem Erbgut von Lebewesen beschäftigen und steht an vorderster Front im Kampf gegen die Verbreitung des Erregers.

Um das Virus zu verstehen, nutzen die Partner Technologien, mit denen sich große Datenmengen analysieren lassen, Fachleute sprechen von Big Data. Dazu stellen Intel und Lenovo BGI spezielle Hochleistungsrechner zur Verfügung, um Genanalysen zu erstellen.

So wollen die Forscher herausfinden, wie ansteckend das Virus wirklich ist, wie es sich verbreitet und wie es sich im Körper verhält. Letztlich soll das helfen, einen Impfstoff sowie Diagnosemethoden zu entwickeln.

Der Intel-Gentechnikexperte Michael McManus hat binnen einer Woche ein Computer-Design entworfen, das genau auf die aktuellen Bedürfnisse von BGI zugeschnitten ist. Die Rechner seien ganz unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt, sagte der promovierte Chemiker dem Handelsblatt.

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    Das habe er in seinem Entwurf berücksichtigen müssen. Eine der Herausforderungen sei zudem die schiere Masse an Daten, erläutert McManus. Bei einer einzigen Person könnten leicht 100 Gigabyte anfallen, es könnte aber auch ein Terabyte werden. Damit wäre ein handelsübliches Notebook mit einer Analyse bereits überfordert.

    Infizierte zügiger identifizieren

    Intel ist der weltgrößte Halbleiterhersteller und hat sich auf sogenannte Prozessoren spezialisiert. Dies sind die Gehirne eines jeden Rechners. McManus‘ Design für die Chinesen sieht verschiedene Arten von Prozessoren vor sowie unterschiedliche Speichermedien.

    Dabei baut der Ingenieur auf existierende Standard-Netzwerkrechner, sogenannte Server, von Lenovo auf, die mit den elektronischen Bauteilen von Intel ergänzt werden. Der Konzern aus Peking ist der global führende Computerbauer und wird diese individualisierten Maschinen jetzt produzieren.

    Die Experten von BGI hoffen, dass sie mit der Unterstützung der Hightech-Firmen schneller voran kommen. Sie wollen Infizierte zügiger identifizieren und dazu beitragen, dass Patienten zielgerichteter behandelt werden können. Zudem gehe es darum, Erkrankte zu erkennen, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

    Intel ist mit standardisierten Büro-PCs und Servern für Rechenzentren groß geworden. Die Kalifornier versuchen aber auch, immer stärker branchenspezifische Lösungen anzubieten, etwa für die Pharmaindustrie oder medizinische Forschungseinrichtungen. Auf diese Erfahrung konnte das Unternehmen jetzt zurückgreifen. Dem Unternehmen zufolge kommen Hochleistungsrechner üblicherweise zum Einsatz, um seltene Krankheiten oder Krebs zu erforschen.

    „Der Ausbruch beunruhigt uns“, deshalb sei eine schnelle Lösung innerhalb Chinas und außerhalb des Landes nötig, betonte McManus. Der IT-Chef von BGI, Xiangqian Jin, setzt große Hoffnungen in die Unterstützung der beiden IT-Konzerne. Der Zugriff auf die neuesten Hochleistungs-Computer sowie und Gen-Analysetechnologien sei wichtig, um effizienter zu werden. „Die Ausrüstung und Technologie werden die Identifizierung von Covid-19-infizierten Personen beschleunigen“, zudem seien sie wichtig für eine genaue Diagnose, Behandlung und die epidemische Vorbeugung.

    BGI habe bereits Hunderte klinische Proben untersucht, das sei ein sehr rechenintensiver Vorgang. Je mehr Computerleistung zur Verfügung stehe, umso besser.

    Mehr: Gene als Arznei – Neue Therapien revolutionieren die Medizin

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