Concorde-Nachfolger Airbus erforscht Überschall-Flugzeug

Ein Traum nicht nur für Vielflieger: 60 Minuten Reisezeit nach New York. Airbus arbeitet an einem Nachfolger für die Concorde. Der Flugzeugbauer wiegelt zwar ab – allerdings mit einem wichtigen Patent in der Tasche.
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Die Grafik zeigt einen geplanten überschallschnellen Passagierjet ZEHST (Zero Emission High Speed Technology) von Airbus mit seinen Antriebskomponenten. Quelle: dpa
Überschallflugzeug

Die Grafik zeigt einen geplanten überschallschnellen Passagierjet ZEHST (Zero Emission High Speed Technology) von Airbus mit seinen Antriebskomponenten.

(Foto: dpa)

ToulouseDer „Patent-Yogi“ hat es entdeckt. In den jüngsten Datensätzen des US-Patentamts stieß der Inder Deepak Gupta auf die Nummer „US 9.079.661 B2“. Hinter der Zahl verbirgt sich ein „ultraschnelles Luftfahrzeug“. Auf 17 Seiten offenbart sich der Entwicklertraum von einem neuen Passagierflieger jenseits der Schallgeschwindigkeit. Das Werk ist Teil von „Zehst“, einem Projekt des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Theoretisches Ziel der Entwicklung: ein Nachfolger für die legendäre Concorde.

Vor allem in Deutschland und Frankreich ist der Name des schlanken Überschall-Passagierflugzeugs nicht allein mit faszinierender Technik und kurzen Flugzeiten verbunden: Beim Absturz einer Concorde bei Paris am 25. Juli 2000 starben 113 Menschen, darunter 97 Deutsche. 2003 endete die offizielle Ära der Concorde nach 34 Jahren. Für die einzigen Betreiber British Airways und Air France wurde der Flieger zunehmend zu teuer, zu laut, zu wenig nachhaltig.

Doch der Traum bleibt: Von Paris nach Tokio in drei statt zwölf Stunden? London nach New York in 60 Minuten und nicht sieben Stunden? „Die Reduktion von Reisezeit für Passagiere ist und bleibt ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung des weltweiten Luftverkehrssystems“, heißt es bei Airbus zum neuen Flieger.

Das schnellste Flugzeug der Welt wird 50
Lockheed SR-71A Blackbird
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London-New York in unter zwei Stunden, das schafft kein Flugzeug. Doch eines, die SR-71. Der Wundervogel der CIA ist noch heute das schnellste Flugzeug der Welt. Keiner der „Blackbirds“ wurde je abgeschossen – aber mehr als ein Drittel ging durch Unfälle und technische Fehler verloren. Jetzt wird das Rekordflugzeug 50.

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Das heißt, eigentlich wurden es nur 34, denn seit 1998 fliegen die seltsam geformten Jets mit den Anfängen der Tarnklappentechnologie nicht mehr. Bis dahin hatte das Flugzeug aber Dutzende Rekorde aufgestellt, von denen die meisten noch bestehen.

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Etwa der als schnellstes Flugzeug der Welt. Mach 3,36, also die gut 3,3-fache Schallgeschwindigkeit, erreichte das Flugzeug. Und im Gegensatz zur sowjet/russischen Konkurrenz konnte das Flugzeug die sogar halten. In Kilometern je Stunde sind das mehr als 3500, also fast ein Kilometer je Sekunde. Hamburg-München in zehn Minuten.

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Ursprünglich sollte das Flugzeug mal ein Jäger werden, aber letztlich wurde daraus ein Spion, der jedem davon fliegen konnte. Mit der hohen Geschwindigkeit und der Dienstgipfelhöhe von etwa 25 Kilometern war sie unerreichbar für Raketen und Jäger. Für Flugabwehrkanonen sowieso, das Flugzeug war schneller als eine Kugel.

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Entsprechend wurde auch nie eine SR-71 abgeschossen. Allerdings: Von gerade einmal 32 gebauten verunglückten zwölf, weil das Flugzeug extrem schwer zu fliegen war. Bis auf einen Beobachter überlebten alle.

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„Bei Mach 3 musste man eine Maschine bewältigen, die am Rande ihrer Kontrollfähigkeit war“, zitiert das „Smithsonian Magazine“ Terry Pappas, einen von nur 86 sorgsam ausgewählten Piloten, die je den Wundervogel flogen. „Das Adrenalin kocht die ganze Zeit. Das ist auch der Grund, warum man nach einem dreieinhalb Stunden langen Flug völlig fertig war.“

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Während vorn der Pilot schwitzte, fotografierte dahinter der Aufklärungsoffizier über der Sowjetunion oder Vietnam.

Geschwindigkeit allein reicht dabei nicht mehr. Zehst steht für „Zero Emission High-Speed Transport“. Die Studie befasst sich auch mit dem Einsatz von Biokraftstoffen und Elektroenergie. Flugzeuge für die Mitte des Jahrtausends müssten steigende Normen bei Umwelt- oder Flughafenstandards erfüllen, heißt es darin.

„Patent-Yogi“ Gupta erläutert in einem anschaulichen Video, wie ein Concorde-Nachfolger bei Airbus funktionieren könnte. Der Inder ist Patentberater und nach eigenem Bekenntnis leidenschaftlich verbunden mit Wissenschaft und Technik.

Gupta spricht von einem „revolutionären Flugzeug, das jeden anderen Überschalljet weit hinter sich lässt“ und „mit einer Geschwindigkeit von 4,5 Mach sogar die Concorde beschämt“. Die war mit gut doppelter Schallgeschwindigkeit unterwegs.

Wie der Passagier-Jet angetrieben werden soll
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4 Kommentare zu "Concorde-Nachfolger: Airbus erforscht Überschall-Flugzeug"

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  • Der Dax war hier letztens auch schon bei 13.000 Punkten :)

  • Ja, so langsam häufen sich solche Fehler im Handelsblatt, genauso wie Rechtschreibung und Grammatik...möglicherweise arbeiten da die Praktikanten nicht sorgfältig genug...

  • Das peinlich dummes Marketinggeschwätz für Nichtnaturwissenschaftler, was Airbus da absondert.

    Falls Airbus Milliarden in diese Technologie steckt, dann sind sie verloren, Boeing ist an so einem Flieger fast kaputt gegangen.

    Wenigstens fliegt er mit einem Biotreibstoff, den es noch nicht gibt...

    Zudem ist es gefährlich, so schnell zu fliegen, eine kleine Panne und der Vogel zerbröselt zu Staub in der Luft, außerdem wird der Treibstoffverbrauch legendär hoch sein.

    Fazit: mit bestehender Technologie sind Überschallpassagierflugzeuge nicht wirtschaftlich zu betreiben, auch nicht mit der hier projektierten und schneller als die Blackbird wird der Vogel auch definitiv nicht sein! Nie und nimmer fliegt die Maschine Mach 4,5 außer im beginnenden Weltraum, dann wird der Spaß aber sehr viel zu teuer, selbst für Superstars.

  • Journalismus in Zeiten von Strg-C und vollkommenen eigenen Unverständnis.

    Ich habe heute im Blätterwald diese Nachricht gelesen und konnte es kaum glauben, dann habe ich Patent-Jogi mir angesehen. Selbst Patent-Jogi spricht von 35000 METERN, Nicht KILOMETERN! Im Orbit und im Weltraum spielt der Überschallknall keine Rolle! Das ist richtig! Es gibt ihn ja auch nicht!

    Das ist das schönste Beispiel wie man mit Ringzitierung einen vollkommenen Blödsinn in die Welt absetzen kann und 95 % glauben es!

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