Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Debatte um angeblich Krebs erregende Stoffe bringt die Reifenhersteller in Zugzwang Finnischer Reifen fährt sauber voran

Seite 2 von 2:

Continental-Sprecher Heimo Prokop bezweifelt das: „Wir halten den Umgang mit den konventionellen Reifen für absolut ungefährlich“, sagt er in Übereinstimmung mit der Verbandsmeinung. Die vom Menschen aufgenommene Menge an PAH aus dem Abrieb von Reifen sei zu vernachlässigen. Gleichwohl habe auch Continental schon teilweise umgestellt. In welchem Umfang und bei welchen Reifen das Unternehmen bereits auf PAH verzichte, könne er jedoch nicht sagen.

Der neue Nokian-Sommerreifen werde nicht teurer sein als vergleichbare Produkte, heißt es derweil beim finnischen Vorreiter. Auch die Fahreigenschaften litten nicht unter der Umstellung auf Ersatzstoffe, versichert Nokian-Sprecher Köhler: „Der Reifen hat einen guten Nassgriff, und auch bei kühlem Wetter sind Bremsweg und Richtungsstabilität hervorragend.“ Grüne Längsrillen sollen dem Verbraucher auf den ersten Blick die Unbedenklichkeit des Pneus signalisieren. Auf andere Kennzeichnungen, etwa das Prüfzeichen „Blauer Engel“, konnten sich die Reifenhersteller nicht einigen.

Ein Spiel auf Zeit

Die EU-Kommission hat hocharomatische Öle, die als Weichmacher in der Reifenproduktion verwendet werden, als Krebsrisiko eingestuft und will die Beimischungen bis Dezember 2008 aus allen Reifen verbannen.
Die Reifenindustrie fordert über ihre europäische Interessenvertretung aus technischen Gründen ein Jahr mehr Zeit und will frühestens 2009 die Produktion umstellen.
Das Umweltbundesamt hält beide Termine für zu spät und unterstreicht durch eine Studie, die von Mineralölfirmen finanziert wird, die Notwendigkeit, früher auf die Krebs erregenden Stoffe zu verzichten.
Die japanische Regierung hat den Einsatz der fraglichen Öle in Reifen nach UBA-Angaben bereits ab 2006 verboten.
Der finnische Hersteller Nokian unterbietet alle Zeitvorstellungen und will seine Produktion Ende 2004 umgestellt haben.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen