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DNA-Analyse 45.000 Jahre altes Erbgut entschlüsselt

Forscher haben die DNA eines 45.000 Jahre alten Skeletts entschlüsselt. Die Analyse erlaubt Rückschlüsse auf das Zusammentreffen von Neandertaler und Homo Sapiens. Ihre Kreuzung lässt sich nun genauer datieren.
22.10.2014 - 19:42 Uhr Kommentieren
Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig betrachtet den Oberschenkelknochen eines 45.000 Jahre alten Menschen aus dem Fund aus Ust-Ischim. Quelle: dpa

Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig betrachtet den Oberschenkelknochen eines 45.000 Jahre alten Menschen aus dem Fund aus Ust-Ischim.

(Foto: dpa)

Paris Ein internationales Forscherteam hat Erbgut aus einem 45.000 Jahre alten menschlichen Skelett entschlüsselt – die älteste DNA-Analyse, die jemals an Überresten eines Homo Sapiens vorgenommen wurde. Die Analyse erlaubt Rückschlüsse auf das Zusammentreffen von Homo Sapiens und Neandertaler vor zehntausenden von Jahren, wie es in der am Mittwoch im britischen Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie heißt. Das Skelett des Homo Sapiens war 2008 am Ufer eines Flusses im Westen von Sibirien nahe Ust-Ischim gefunden worden.

Die Forscher um den bekannten schwedischen Paläogenetiker Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig konnten Kollagen aus einem Oberschenkelknochen des Skeletts entnehmen und daraus das Erbgut analysieren. In der DNA fanden sie Spuren des Neandertalers – ein Zeichen dafür, dass sich Neandertaler und Homo Sapiens teilweise gemeinsam fortpflanzten, bevor der Neandertaler vor je nach Studie 30.000 bis 40.000 Jahren ausstarb.

Auch im Erbgut des heutigen Menschen – mit Ausnahme von Menschen afrikanischer Herkunft – finden sich Spuren des Neandertalers. Sie machen bei Europäern zwischen 1,6 und 1,8 Prozent des Genoms aus, bei Ostasiaten zwischen 1,7 und 2,1 Prozent.

Bei dem Homo Sapiens aus Sibirien lag der Anteil mit 2,3 Prozent aber höher. Zudem waren die DNA-Segmente, die auf den Neandertaler zurückgehen, um das Dreifache länger als beim heutigen Menschen. Beim heutigen Menschen sind die Neandertaler-DNA-Bausteine zerstückelter über das Genom verteilt.

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    Durch diesen Unterschied konnten die Wissenschaftler berechnen, wie das Erbgut über die Jahrtausende mutierte – und in etwa den Zeitpunkt datieren, wann Neandertaler und Homo Sapiens gemeinsam Nachwuchs gezeugt hatten: Etwa 7000 bis 13.000 Jahre, bevor der in Sibirien gefundene Homo Sapiens lebte, also aus heutiger Sicht vor 50.000 bis 60.000 Jahren. Bislang war die Kreuzung von Homo Sapiens und Neandertaler auf einen Zeitraum zwischen vor 37.000 und 86.000 Jahren datiert worden, was nun eingegrenzt werden konnte.

    • afp
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