Drohnen auf der ILA Der Himmel über Berlin brummt

Ein großes Thema auf der Flugschau ILA am Flughafen Berlin Schönefeld sind Drohnen. Rund 40 Aussteller stellen ihre Geräte vor – und zeigen, dass der Boom dringend einer Regulierung bedarf.
Eine private Drohne fliegt in knapp 10 Metern Flughöhe: Höhenbeschränkungen sind im Gespräch. Quelle: dpa
Gefahr durch Drohnen

Eine private Drohne fliegt in knapp 10 Metern Flughöhe: Höhenbeschränkungen sind im Gespräch.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Perspektive auf der Großleinwand am Flughafen Berlin Schönefeld ist beeindruckend. Als säße man live im Cockpit können die Zuschauer die Flugmanöver verfolgen. Die Bilder werden von so genannten Race-Coptern übertragen, kleine aber enorm leistungsfähige Renn-Drohnen. Der Deutsche Modellflieger Verband und der chinesische Drohnen-Hersteller Yuneec präsentieren diesen neusten Trend in der Modellfliegerei. Es ist ein Magnet für die Zuschauer der Luftfahrtschau ILA, die derzeit in Berlin stattfindet. Und ein Name für den neusten Schrei ist auch schon gefunden: „First Person View“ – oder kurz FPV.

Die Bilder und Eindrücke dürften einen Boom befeuern, der schon jetzt zu einem wachsenden Problem wird: die steigende Zahl von Drohnen an einem für diese Geräte bislang nur marginal regulierten Himmel. 400.000 Drohnen seinen alleine in Deutschland für den privaten und kommerziellen Einsatz bislang verkauft worden, schätzt Klaus Dieter Scheurle, Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS): „Bis 2020 wird diese Zahl auf voraussichtlich 1,1 Millionen steigen.“

Immer häufiger kommen sich die unbemannten Fluggeräte und Verkehrsflugzeuge gefährlich nahe. Zwölf solcher Vorfälle hat die DFS in den letzten Monaten registriert. Einmal war es ein Geschäftsflugzeug, das in 1.100 Metern in der Region Frankfurt eine Drohne sichtete, ein anderes Mal traf in der Region Münster-Osnabrück ein Rettungshubschrauber in 500 Metern auf eine Drohne.

Die Politik hat das Thema erkannt und will die Drohnen an die Leine nehmen. Wie genau, das steht allerdings noch nicht fest. DFS-Chef Scheurle hat einen pragmatischen Vorschlag: „Ein Register und ein Führerschein für Drohnenpiloten würden einen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten“, sagt der Manager. Denn den privaten Drohnen-Nutzern würde es häufig schon am Verständnis dafür fehlen, dass sie mit ihren Geräten am Luftverkehr teilnehmen.

Scheurle steht mit seiner Idee nicht alleine da. Auch EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc hat sich für einen solchen Führerschein ausgesprochen. Und die Vereinigung Cockpit, Gewerkschaft und Berufsorganisation der Verkehrspiloten, findet ebenfalls Gefallen an der Idee. Am Donnerstag will die VC auf der ILA das Thema Drohnen zum Schwerpunkt machen und über mögliche Ansätze für eine Regulierung informieren.

Die besten Multikopter aller Klassen
Drohnen mit Kamera
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Parrot AR.Drone 2.0: Ein großer Quadrokopter mit HD-Kamera (720p). Die Steuerung erfolgt über Smartphone oder Tablet. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei maximal 50 Metern. Während des Flugs werden Fotos oder Videos per Livestreaming auf das Mobilgerät übertragen. Die Aufnahmen werden bei Bedarf auch auf einem mitfliegenden USB-Stick gespeichert. Im "Regiemodus" lassen sich Flugbewegungen für die Kamera programmieren.

Sensoren wie Gyroskop, Beschleunigungsmesser, Magnetometer und Ultraschallentfernungsmesser und Bodenkamera sorgen für eine präzise Steuerung und Stabilisierung der Flugbewegungen. Die AR.Drone ist in verschiedenen Versionen erhältlich, das Spitzenmodell, die GPS-Edition, ist mit einem USB-Stick ausgestattet, der als GPS-Modul und gleichzeitig Speicher für Flugaufnahmen dient. Preis: circa 340 Euro.

Blade 180 QX HD
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Ein kompakter Quadrokopter mit eingebauter HD-Kamera und Fernsteuerung. Für den Flug lassen sich unterschiedliche Neigungswinkel einstellen, sodass die Blade-Drohne entweder besonders ruhige Kameraflüge oder besonders kühne Flugmanöver vollführt. Der Blade 180 QX HD ist gut geeignet für Anfänger oder Anwender, die keine allzu hohen Ansprüche an die Kamera stellen. Preis: circa 140 Euro.

Nine Eagles Galaxy Visitor 6
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Ein Quadrokopter mit HD-Kamera für Einsteiger. Bilder und Videos werden per Wi-Fi auf ein Smartphone oder Tablet (iOS oder Android) übertragen. Fortgeschrittene Piloten können auch die Wendigkeit des Fluggeräts erhöhen und damit spannende Flugmanöver erproben. Preis: circa 170 Euro.

Blade 350 QX2 AP Combo
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Der Blade 350 QX2 AP Combo ist ein komplett ausgestatteter Quadrokopter mit HD-Kamera (1080p) und GPS. Er überträgt das Live-Bild auf iPhone oder Android-Geräte. Die 2-achsige Kameraaufhängung (Gimbal) gleicht Luftturbulenzen aus, um sanfte und unverwackelte Aufnahmen zu ermöglichen. Beruhigend für Anfänger: Mit "Return Home" kehrt der Quadrokopter automatisch zum Startplatz zurück. Preis: ab 390 Euro.

Parrot Bebop Drone
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Ein anspruchsvoller Quadrokopter für Hobbyflieger mit Full-HD-Kamera und GPS. Das Digicam-Modul knipst Fotos mit 14 Millionen Pixel und Superweitwinkel (180 Grad, Fisheye). Videos werden auf dem acht Gigabyte großen Flash-Speicher abgelegt. Gesteuert wird die Bebop-Dohne über Smartphone oder Tablet. Die entsprechende App ist neben iOS und Android auch für Windows Phone erhältlich, eine Seltenheit. Die Reichweite bei der Smartphone-Steuerung liegt laut Hersteller bei maximal 50 Metern. Als optionales Zubehör gibt es einen Skycontroller, der die Reichweite auf etwa 2000 Meter vergrößern soll. Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Magnetometer, Ultraschallsensoren und eine Bodenkamera helfen, die Flugbewegungen präzise zu steuern und Turbulenzen auszugleichen. Daneben ist die Parrot zu FPV-Brillen (First Person View) von Zeiss oder Sony kompatibel. Die maximale Flugdauer liegt bei elf Minuten. Preis: 499 Euro (mit Skycontroller: 899 Euro).

Hubsan X4
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Die Kamera des Quadrokopters Hubsan X4 hat eine Auflösung von 720 x 480 Pixeln und ist daher weniger für anspruchsvolle Luftaufnahmen geeignet. Immerhin hat der preiswerte Hubsan mit der Fernsteuerung eine Reichweite von bis zu 100 Metern. Durch den abnehmbaren Schutzring kann man das Fluggerät auch in geschlossenen Räumen ausprobieren. LEDs machen die Drohne nachtflugtauglich. Preis: circa 80 Euro.

Yuneec Q500 Typhoon
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Der Q500 Typhoon gehört zu den Spitzenmodellen unter den Hobbyfliegern. Er arbeitet mit einer Full-HD-Kamera, die 60 Bilder pro Sekunde schafft und damit auch schnelle Bewegungen erfasst. Die Kameraaufhängung (Gimbal) gleicht Wackler oder Luftturbulenzen auf drei Achsen aus. In die Fernsteuerung ist ein Videobildschirm integriert, in dem man die Aufnahmen live verfolgen kann. Die Flugzeit liegt bei ansehnlichen 20 bis 25 Minuten. GPS ist ebenfalls an Bord. Preis: circa 1.200 Euro.

Doch die drohende Regulierung sorgt auch für Unmut. Die deutschen Verbände und Vereine für Modellflieger stören sich unter anderem an der vom Verkehrsministerium ins Gespräch gebrachten Höhenbeschränkung für unbemannte Flugobjekte von 100 Metern. „Unsere Forderung zielt darauf ab, den Modellflug nicht weiter zu beschränken", sagte DMFV-Präsident Hans Schwägerl der Nachrichtenagentur dpa. Die derzeit geltenden Regularien seien völlig ausreichend, auch für Drohnen. Nur müssten Verstöße auch geahndet werden.

Drohnen-Aussteller hoffen auf ein lukratives Geschäft
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