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Ein fälschungssicherer Miniaufkleber weist Produkte als Orginale aus Tesa macht Produktpiraten Leben schwer

Gestandenen Produktfälschern müssten die Tränen kommen. Ein kleiner Aufkleber auf Markenerzeugnissen, Pharmazeutika oder Parfum droht die Früchte ihrer illegalen, aber ertragreichen Arbeit zunichte zu machen. Das Material: simpler Tesa-Film. Der Clou daran: Auf einem nur einen Quadratmillimeter großen Datenfeld lassen sich bis zu einem Kilobyte individueller Daten speichern.
  • Lutz Beukert (Handelsblatt)
Ein Tesa

Ein Tesa "Holospot": Er ist nur ein Quadratmillimeter groß und kann bis zu einem Kilobyte verschlüsselte Informationen wie Text, Bilder oder Logos speichern. Foto: dpa

HAMBURG. Tesa Holospot heißt das System, das seit 1998 von den Physikern Steffen Noethe und Matthias Gerspach entwickelt und zusammen mit der Beiersdorf-Tochter Tesa AG im gemeinsamen Unternehmen Tesa Scribos GmbH jetzt zur Marktreife gebracht wurde. Die Holospot-Technik basiert auf der von den beiden Physikern gewonnenen Erkenntnis, dass ein Laserstrahl die Struktur des Tesa-Films beeinflusst. Der Strahl erzeugt eine kreisrunde Veränderung der Polymerstruktur, die sich scharf vom umgebenden Film abgrenzt und sich mit Hilfe eines Lasers lesen lässt.

Für den Holospot wird die Vorlage per Computer digitalisiert. Dabei kann es sich um ein Passbild, um Warenzeichen oder maschinenlesbare Informationen handeln. Bei Medikamenten könnten so Angaben über Zusammensetzung, Herstellungs- und Verfallsdatum oder Bestimmungsort des Präparates mit dem Logo des Herstellers kombiniert werden.

Diese fälschungssicher kodierbaren Computerdaten werden an ein Laser-Schreibgerät übermittelt, das auf dem winzigen Tesa-Datenfeld aus der Fülle der einzelnen Brennpunkte ein so genanntes computergeneriertes Beugungsgitter hinterlässt. Die gegenüber dem ursprünglichen Film veränderte Reflexion des Gitters reproduziert auf dem Lesegerät die eingegebenen Informationen. Die Technik ist fälschungssicher, betont Noethe. Bei einem Versuch den Code zu knacken, wird das Beugungsgitter komplett zerstört – das Hologramm wird damit unbrauchbar.

Die Idee versierter Fälscher, aus Tesa-Film kleine Aufkleber auszustanzen und deren Oberfläche zu zerkratzen, damit es so aussieht als ob, funktioniert nicht. Die Speicherung der originalen Holospots erfolgt im Material des Tesa-Films selbst. Auch wenn das Datenfeld zerkratzt oder teilweise zerstört wurde, können die Informationen ausgelesen werden.

Versuche, sich gegen Produktfälschungen zu sichern, gibt es viele. Doch ob herkömmmliche Hologramme, DNA-Partikel oder chipbasierte Systeme, wie sie bei FlugzeugErsatzteilen verwendet werden, haben Grenzen. Entweder sie lassen sich leicht fälschen – wie Hologramme – oder sie können, wie chipbasierte Systeme, keine Hologramme speichern oder sie sind für die Massenanwendung zu teuer. So kosten chipbasierte Produktsicherungen zwischen 0,40 Euro bis über 1 Euro pro Stück.

Demgegenüber ist Tesa Scribos mit dem Holospot nicht nur der Durchbruch in der Technik, sondern auch bei den Kosten gelungen: Während vor genau zwei Jahren noch 50 Cent pro Holospot kalkuliert wurden, liegen die Erwartungen an die Kosten jetzt je nach Ausgestaltung des Spots nur noch im einstelligen Centbereich. Hinzu kommt: Mit einer Produktionsgeschwindigkeit von 0,8 Sekunden lassen sich die Sicherungsetiketten in den industriellen Produktions- und Verpackungsprozeß einbinden.

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