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Ein neuer elektronischer Zähler ist serienreif – ABB-Forscher suchen für ihr Produkt Investoren Sensoren erfassen den Gasverbrauch

Dank einer schweizerischen Innovation könnte bald der Gasverbrauch in Wohnhäusern digital erfasst werden. Mikroelektronische Stromzähler gibt es bereits. Beim Gas hat sich jedoch seit 150 Jahren nichts geändert.
  • Hans Schürmann (Handelsblatt)

DÜSSELDORF. In den Kellern misst immer noch der gute alte Balgenzähler wie viel der Kunde jährlich an Gas verbraucht – ein druckabhängiges Prinzip, das nicht gerade präzise funktioniert. Entwickler aus dem Forschungslabor von ABB in der Schweiz wollen das ändern. Ihren neuen mikroelektronischen Gaszähler mit Funkmodul wollen sie über die Mems AG, ein ausgegründetes Unternehmen, vermarkten. Damit zielen sie auf einen Massenmarkt: Nicht weniger als 20 Millionen Gaszähler werden weltweit pro Jahr verkauft.

Das für den Hermes-Award nominierte Forscherteam setzt auf mikrothermische Durchflussmessung. Ein Silizium-Sensor misst dabei den Wärmetransport des über ihn strömenden Gases und berechnet daraus die Fließgeschwindigkeit und so den Gasverbrauch. Vorteil der Messtechnik: Sie funktioniert unabhängig vom Luftdruck und von der Umgebungstemperatur.

Die heutigen Haushaltsgaszähler dagegen messen druck- und temperaturabhängig. Daher müssen die Energieversorger bisher bei der Berechnung des Gasverbrauchs die geodätische Höhe des Bezugsortes berücksichtigen. „Unser neuer Zähler misst den Gasverbrauch unabhängig vom Luftdruck – in Aachen ebenso zuverlässig wie auf der Zugspitze“, erläutert Daniel Matter, ABB-Projektleiter und Chef der neugegründeten Mems AG.

Die Technik der ABB-Entwickler ist patentiert und serienreif. Da das Produkt jedoch nicht mehr zur neuen Strategie des Konzerns passt, wurde eine eigene Firma zur Vermarktung des Gaszählers gegründet. ABB und die Mems AG sind zurzeit in Verhandlung mit Firmen, die dem Schweizer Konzern die Technik abkaufen und diese anschließend vermarkten sollen.

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