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Eingefärbte Tumore erleichtern Krebsoperationen

Bösartige Hirntumore sollen künftig mit einem neu entwickelten Farbstoff der Universität Düsseldorf eingefärbt werden. Die Wissenschaftler wollen mit der Markierung das Entfernen der Tumore sicherer machen.

HB DÜSSELDORF. Bei dem vom Neurochirurgen Walter Stummer entwickelten Verfahren wird das Krebsgewebe farblich markiert und so für den Operateur deutlich sichtbar. Dadurch werde es möglich, gezielt nur den Tumor zu entfernen, ohne benachbartes, gesundes Gewebe zu gefährden, erklärte der Wissenschaftler am Mittwoch. Nach dem Abschluss klinischer Studien im Februar soll das Verfahren bis Ende des Jahres zugelassen werden.

Mit bisherigen Mitteln zum Färben von Tumoren konnte nach Angaben Stummers keine verlässliche Trennung von erkranktem und gesundem Gewebe erzielt werden. Der neue Wirkstoff 5-ALA (5-Amino-Lävulic- Acid) geht auf eine körpereigene, an der Herstellung des Blutfarbstoffs Hämoglobin beteiligte Substanz zurück. 5-ALA wird nur vom Krebsgeschwür abgebaut. Dabei werde das Mittel in einen fluoreszierenden Farbstoff umgewandelt, erklärte der Neurochirurg. Mit speziellen Lampen erkenne der Arzt den Tumor bei der Operation als deutlich rotes Gebiet im Hirngewebe.

Seit knapp einem Jahrzehnt arbeitet Stummer an der Entwicklung des Präparates, das seit 1999 an 380 Patienten in 15 Kliniken getestet worden ist. Die heute übliche Behandlung von Patienten mit bösartigen Hirntumoren sieht eine Operation und Strahlentherapie vor. Hierbei vermehren sich Tumorrückstände oft wieder, so dass nach rund 15 Monaten erneut eine Operation nötig wird.

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